Arbeitsmarktforscher halten eine Vollbeschäftigung bis 2020 für möglich. Neben Investitionen in die Bildung seien dafür auch Änderungen bei der Sozialpolitik notwendig, so die Wissenschaftler.
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Deutschland hat nach Aussage des Bonner Arbeitsmarktforschers Prof. Klaus Zimmermann gute Chancen, in zehn Jahren eine Arbeitslosenquote von vier Prozent zu erreichen. "Wir sind in der großen Krise mit den richtigen Instrumenten zur Stelle", sagte Zimmermann, Direktor des Instituts für die Zukunft der Arbeit (IZA). "Wir stecken in einer komfortablen Arbeitsmarktlage, um die uns die Welt beneidet." Zimmermann legte die Studie "Strategien für eine Politik der Vollbeschäftigung", vor. Darin will er zusammen mit dem Direktor Arbeitsmarktpolitik des IZA, Hilmar Schneider, aufzeigen, unter welchen Bedingungen Vollbeschäftigung mittelfristig erreicht werden könnte.
Hartz-IV-Empfänger sollten nach Ansicht Zimmermanns grundsätzlich zur Arbeit verpflichtet werden. Wer Sozialleistungen erhalte, solle dafür auch eine Gegenleistung in Form von Arbeit im weitesten Sinne erbringen. Dazu gehörten auch Maßnahmen der beruflichen wie sozialen Weiterqualifizierung. Sozialleistungen müssten also gleichsam verdient werden. Sozialleistungen für Kinder sollten primär in Form von Gutscheinen gewährt werden, regen die Arbeitsmarktforscher an. Darüber hinaus schlägt das IZA unabhängig agierende Job-Center und eine stärkere Ausrichtung der Zuwanderung an den wirtschaftlichen Interessen Deutschlands vor. Besonders notwendig seien größere Anstrengungen in der Bildungspolitik, sagte Zimmermann. Dazu zählten die Förderung der frühkindlichen Bildung und die Schaffung von Wettbewerb an den Schulen.