Gedenkfeier geplant
Duisburgs Oberbürgermeister erwägt Rücktritt
Nach dem Unglück bei der Loveparade in Duisburg hat die Aufarbeitung der Katastrophe begonnen. Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland steht in der Kritik und erwägt zurückzutreten.
Der wegen der Katastrophe bei der Loveparade mit 20 Toten in die Kritik geratene Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) schließt seinen Rücktritt nicht aus. "Gestern und auch heute ist die Frage nach Verantwortung gestellt worden, auch nach meiner persönlichen. Ich werde mich dieser Frage stellen, das steht außer Frage", sagte Sauerland im Radiosender WDR2. Doch zunächst müsse es darum gehen, die schrecklichen Ereignisse vom Samstag aufzuarbeiten. "Und wenn wir wissen, was da passiert ist, dann werden wir auch diese Frage beantworten. Das verspreche ich", sagte Sauerland zu den an ihn gerichteten Rücktrittsforderungen.
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Sauerland sagte, er sei nach wie vor zutiefst betroffen und bestürzt. Gleichzeitig zeigte er Verständnis dafür, dass er bei einem Besuch des Unglücksorts von Trauernden körperlich attackiert wurde. "Da waren Menschen, die trauern, die ihren Emotionen freien Lauf gelassen haben. Das verstehe ich." Dennoch verteidigte Sauerland auch die Verantwortlichen der Stadt Duisburg. "Wir haben alles darum gegeben, ein sicherer Austragungsort zu sein, dafür haben wir gearbeitet, dafür haben wir gekämpft."
Der Oberbürgermeister kündigte an, dass noch im Laufe des Montags ein Kondolenzbuch ausgelegt werden soll. Außerdem stehe die Stadt in Verbindung zu den Duisburger Kirchen, um eine Trauerfeier vorzubereiten. Bei einer Massenpanik während der Loveparade waren am Samstag 20 Menschen getötet worden, mehr als 340 weitere Menschen wurden verletzt.
Keine Verletzten mehr in Lebensgefahr
Von den Verletzten befindet sich niemand mehr in Lebensgefahr. Dies sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Duisburg, Rolf Haferkamp. Er wollte zunächst keine Angaben zu Medienberichten machen, wonach Unterlagen belegen sollen, dass massive Sicherheitslücken zu der Panik mit 20 Toten geführt haben.
Es seien eine Reihe Unterlagen beschlagnahmt worden, die nun ausgewertet werden müssten, sagte Haferkamp. Erst danach lasse sich sagen, ob sich Beweise zu Lasten einzelner Verantwortlicher bei der Genehmigung, Organisation und Ausführung der Veranstaltung verdichteten. Derzeit liefen die wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung eingeleiteten Ermittlungen weiterhin gegen Unbekannt. Wie Haferkamp sagte, waren bei der Staatsanwaltschaft bis Montagvormittag noch keine Anzeigen gegen einzelne Verantwortliche eingegangen.
Indessen ordnete Bundesinnenminister Thomas de Maizière Trauerbeflaggung für Bundesbehörden in Nordrhein-Westfalen angeordnet. Wie das Ministerium in Berlin mitteilte, gilt die Regelung für die obersten Bundesbehörden und ihre Geschäftsbereiche sowie Körperschaften. Auch Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, die der Aufsicht von Bundesbehörden unterstehen, sind darin eingeschlossen.
(dpa, AFP, apn, N24)
26.07.2010 20:55 Uhr








