Philipp Köster - Leben mit Sport
Philipp Köster ist Herausgeber und Chefredakteur des Magazins für Fußball-Kultur "11 Freunde" und schreibt Kolumnen für N24 Online.
Philipp Köster, geboren 1972, ist Gründer und Chefredakteur des Fußballmagazins "11 Freunde". Und: Autor zahlreicher Bücher zum Thema "Fußball". Außerdem: 2010 als "Sportjournalist des Jahres" ausgezeichnet. Vor allem aber: Anhänger des Zweitligisten Arminia Bielefeld. 
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Philipp Köster - Leben mit Sport Sommerpause abschaffen? Besser verlängern!

Von Mai bis September muss der Liga-Betrieb ruhen, allem Gemecker zum Trotz. Denn die Sommerpause garantiert für große Unterhaltung.

Gerade ein paar Wochen ist es her, dass die vergangene Saison mit dem DFB-Pokal ausklang, schon wird die Fußballrepublik von großem Wehklagen erfüllt, dass die Sommerpause schon viel zu lange dauert und dass doch bitte endlich wieder der Ball in der Bundesliga rollen möge. Ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen. Schließlich wird in der spielfreien Zeit auch ohne normalen Ligabetrieb nahezu täglich allerbeste Unterhaltung geboten. Das fängt schon mit dem Transferkarussel an, das derzeit so wild rotiert, dass selbst erfahrene Beobachter den Überblick verlieren. Ist Mario Gomez nun schon in Florenz vorgestellt worden? Oder in Neapel? Oder entscheidet sich Gomez am Ende doch für Arminia Bielefeld - wegen der besseren sportlichen Perspektive? Und Robert Lewandowski erst! Das auf offener Bühne aufgeführte Drama um den wechselwilligen Stürmer war unterhaltsamer als eine ganze Staffel der RTL-Serie "Ehen vor Gericht".

Und dann die Trainingslager. Stets verlässlich ein Quell der Erheiterung für uns Anhänger. Mal spurtet ein Spieler des FC St.Pauli spät abends in Feinripp-Unterhose durch die Hotellobby, was den Hamburger Coach zur Bemerkung nötigte, man habe die Reise "nicht bei Neckermann gewonnen". Mal wird ein vom örtlichen Automechaniker finanziertes Turnier ausgespielt, bei dem ein sensationell missratener Pokal überreicht wird und während der Siegerehrung aus den knarzenden Lautsprechern blechern die Champions-League-Melodie tönt. Mal wird während des Trainingslagers stolz ein neuer Sponsor aus Übersee präsentiert, der zwei Tage später beim Amtsgericht überraschend einen Antrag auf Insolvenz einreicht. Und mal wird ein B-Jugendspieler, der verletzungsbedingt noch das Bein nachzieht, als "absoluter Wunschspieler" gefeiert, um dann die Saison ausdauernd auf der Bank zu hocken.

Das größte Entertainment garantieren allerdings die Saisonprognosen der Verantwortlichen, die stets zwischen Größenwahn und Tiefstapelei oszillieren. Entweder ruft ein Euro-League-Teilnehmer vor Angst schlotternd den Klassenerhalt als Saisonziel aus, oder ein perspektivlos im Mittelfeld dahin dümpelnder Zweitligist plant schon mal mit den Geldern aus der Champions-League (und damit meine ich nicht den 1.FC Köln).

Reiner Wahnsinn also, die Sommerpause verkürzen oder gar abschaffen zu wollen. Ganz im Gegenteil: eine Verlängerung tut dringend Not. Kein Liga-Fussball zwischen Mai und September, stattdessen Transfers, Trainingslager und vor allem jede Menge Theater. 

 

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