WAFFEN Weniger Sicherheitsgefühl, mehr Waffenkäufe

 
18.01.2016 Weniger Sicherheitsgefühl, mehr Waffenkäufe  |  Quelle: REUTERS, N24
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Offenbar wächst unter anderem als Konsequenz aus den Übergriffen in Köln in der Silvesternacht die Unsicherheit in der Bevölkerung. Die dortige Polizei verzeichnet einen sprunghaften Anstieg von Anträgen für den Kleinen Waffenschein. Auch ein Waffenladen in Essen erfährt verstärkt Zulauf.

Eine Waffe zur Selbstverteidigung, offenbar für immer mehr Deutsche durchaus ein Thema. In diesem Waffenladen in Essen sind Kundeninteresse und Nachfrage jedenfalls jüngst gestiegen, wie Geschäftsführer Christoph Küttner zu berichten weiß. Verkaufte er früher maximal 200 Pfeffersprays im ganzen Jahr, sind es derzeit mindestens 100 pro Tag. O-Ton: "Die Leute haben Angst vor allem Möglichen, sie haben Angst vor Terroristen, sie haben Angst vor Einbrechern, und vor, ja, Ereignissen wie denen in der Silvesternacht, wie zum Beispiel in Köln, und Wiederholung. Die kaufen sich Reizstoffgase, Pfefferspray, CS-Sprays, Schreckschusswaffen, aus denen man den selben Reizstoff abfeuern kann, taktische Taschenlampen, Schrillalarme und dergleichen." Es ist ein Trend, den auch Manfred Güllner vom Meinungsforschungsinstitut Forsa zu erkennen meint. O-Ton: "Nun, was im Augenblick passiert, ist eine Vermengung von verschiedenen Tatsachen: Terroranschläge, Flüchtlingszustrom, Kriminalität. Und insofern ist schon eine gewisse Hektik entstanden, eine gewisse Unruhe entstanden, weil man Dinge zueinander bringt, die nicht unmittelbar zusammenhängen." Diese Unruhe will offenbar tatsächlich manch einer in konkretes Handeln umsetzen. Das bekommt auch die Kölner Polizei zu spüren, wie Sprecherin Daniela Lindemann angibt. O-Ton: "Wir haben eine Zunahme der Anträge für den Kleinen Waffenschein bemerkt. Wir haben in diesem Jahr bereits rund 300 Anträge, die bei uns eingegangen sind. Im gesamten vergangenen Jahr waren es ungefähr 400 Waffenscheine, Kleine Waffenscheine, die bei uns beantragt wurden." Die Behörde war jüngst in die Kritik geraten, weil sie via sozialem Netzwerk Hinweise zum Erwerb des Kleinen Waffenscheins erteilt hatte. Das sei aber nur als Service und nicht als Hilfeleistung gemeint gewesen, wurde inzwischen klargestellt. Die Polizei begegnet der seit den Silvestervorfällen anscheinend zunehmenden Verunsicherung nach eigenen Angaben unter anderem mit verstärkter Präsenz in der Innenstadt. Sie wirbt damit für Vertrauen und damit dafür, sich im Zweifelsfall auch trotz eigener Sicherheitsbefürchtungen doch eher gegen den Kauf einer Privatwaffe zu entscheiden.

 
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