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Schäden durch Steinschlag Meist zahlt die Kfz-Kaskoversicherung

Gerade im Winter prallen immer wieder Unmengen von Split auf Scheibe und Lack - oft hinterlässt dies deutliche Schäden. Der Autofahrer sollte dann möglichst schnell handeln.

Wie ein Hagelsturm prasseln die Steinchen gegen das Auto. Sie kommen aus dem Nichts, wirbeln um den Wagen und können dabei Stoßstange, Motorhaube und Windschutzscheibe in Mitleidenschaft ziehen. Denn bei Glatteis werden die Straßen nicht nur mit Salz abgestreut, sondern auch mit Splitt. Das bringt mehr Grip auf rutschigem Untergrund und soll die Unfallgefahr verringern. Der Nachteil: Die kleinen Steine können das Fahrzeug zerkratzen. Und wenn sie in einem ungünstigen Winkel gegen die Windschutzscheibe fliegen, knallt es kurz - und das Glas ist kaputt.

Glasschäden sind ein Fall für die Kfz-Kaskoversicherung: Scheiben und andere Verglasung wie Außenspiegel oder auch Scheinwerfer und Rückleuchten - aber nicht die dazugehörigen Glühbirnen - fallen unter den Versicherungsschutz. Das gilt auch für Kunststoff- und Plexigläser, wenn sie wie eine Verglasung verarbeitet sind, aber nicht für Solarzellen auf einem Solarschiebedach.

Im Jahr 2013 verzeichneten die Kfz-Versicherer laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bei Pkw 2,3 Millionen Glasbruch-Schadensfälle. Der Schadensaufwand betrug 1,2 Milliarden Euro. Geht Glas kaputt, muss die Versicherung zahlen. Immer. "Die Teilkaskoversicherung übernimmt Schäden am eigenen Fahrzeug, die durch Glasbruch verursacht werden", erklärt Hasso Suliak vom GDV. Ein Grund für die Schäden muss nicht genannt werden: Glasbruchschäden werden unabhängig von ihrer Ursache und Entstehung ersetzt.

Für einen Versicherungsanspruch muss die Scheibe nicht zerbrochen sein

Darin unterscheiden sie sich von den übrigen Schadenereignissen in der Teilkaskoversicherung. "Während es bei Diebstahl, Brand oder Hagel um versicherte Schadenursachen geht, knüpft die Entschädigungspflicht bei Glasbruch allein an die Folge einer beliebigen Schadensursache an", so Suliak. Um die Versicherung in Anspruch zu nehmen, muss die Scheibe auch nicht zerbrochen sein. Beschädigungen in der Glasschicht durch Steinschlag oder Risse reichen, nicht aber bloße Kratzer. Oft genügt ein Foto zum Beweis.

Autofahrer sind dem Dreck auf der Straße ausgeliefert. "Man kann das Fahrzeug praktisch nicht richtig vor Steinschlag schützen. Schutzüberzüge sind wenig praktikabel, und für Scheiben gibt es überhaupt keinen zusätzlichen Schutz", sagt Carsten Graf, Technikexperte beim ADAC. Allerdings könne man das Risiko vermindern. Graf rät zu einem großen Abstand bei vorausfahrenden Fahrzeugen. Vor allem Steinchen im Reifenprofil eines Lkw können sonst wie Geschosse auf das eigene Fahrzeuge knallen. In der Regel muss der Vordermann für den Schaden am folgenden Fahrzeuge nicht aufkommen, es sei denn, er hat Ladung verloren.

Bei Steinschlag im Glas rät Graf zum Handeln. Prinzipiell sollten Autofahrer Beschädigungen an der Windschutzscheibe zügig beheben lassen. Sie können die Sicht behindern und schnell größer werden, wodurch sich die Stabilität der Scheibe verringert. Bei modernen Autos zählt diese zur tragenden Struktur des Fahrzeugs und ist für die Karosseriestabilität mitverantwortlich. Bei einem Unfall hat die Scheibe dann nicht mehr die volle Schutzwirkung.

Kleine Steinschläge werden mit Harz ausgebessert

Eine beschädigte Scheibe muss nicht immer komplett getauscht werden. Kleinere Steinschläge in der Windschutzscheibe können Glas-Profis meist mit einem speziellen Harz ausbessern. So eine Reparatur kostet rund 100 Euro, die die Teilkaskoversicherung bezahlt. Befindet sich der Steinschlag direkt im Sichtfeld des Fahrers oder im Randbereich, hilft nur noch der Austausch der Scheibe. Reparieren ist dort verboten - bei der nächsten Hauptuntersuchung (HU) gäbe es keine Plakette.

Wird das Blech in Mitleidenschaft gezogen, müssen Autofahrer nicht in jedem Fall in die Werkstatt oder zum Lackierer fahren. «Solange der Lack nur angekratzt ist, muss man nicht unbedingt handeln. Besser ist es aber», sagt Markus Herrmann vom Bundesverband Fahrzeugaufbereitung. Wenn bei Lackschäden blankes Metall zu sehen ist, sollte neuer Lack drauf. "Sonst fängt das an zu rosten", sagt er.

Mit ein wenig Geschick lassen sich viele Schäden selbst ausbessern. Herrmann rät im Winter zur regelmäßigen Autowäsche. Da werde nicht nur Dreck und Salz runtergespült, sondern Lackschäden lassen sich auch früh erkennen. Mit einem passenden Lackstift werden dann die jeweiligen Stellen ausgetupft, um Rost vorzubeugen.

Die Lackstifte gibt es meist als Zwei-Komponenten-Lacke bei den Herstellern. "Wichtig ist, dass die Stifte auf rund 20 Grad aufgewärmt sind. Sonst ist der Lack zu dickflüssig und hält nicht auf dem Metall", sagt Herrmann. Ein paar Minuten in der Hosentasche bringen das Fläschchen auf Temperatur. Auch das Autoblech darf nicht zu kalt sein. Bei Minusgraden gelingen die Arbeiten nur in einer beheizten Garage oder Halle.

Für das eigentliche Tupfen wird ein wenig Geschick benötigt. "Mit dem Handballen auf dem Metall bekommen auch Ungeübte eine ruhige Hand. Wichtig ist, ganz wenig Lack zu nehmen und das Loch gezielt anzutupfen", sagt Herrmann. Bei kleinen Absplitterungen reiche ein Tropfen auf einem Zahnstocher. Ein Pinsel sei schon zu breit. Bei Roststellen - wie klein sie auch sind - wird die Fahrt zum Lackierer laut Herrmann aber unausweichlich. "Da muss der Profi ran, sonst wird es nur noch schlimmer."

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