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Bunt oder Schwarz? Was die Autofarbe über Ihren Charakter verrät

Auf der Detroit Motor Show geht es bunt zu, deutsche Autofahrer aber lieben es unauffällig. Ford hat nun untersuchen lassen, was die Farbwahl über den Charakter sagt. Machen Sie den Test!

Es kann einem in diesen Tagen im grau-weißen Detroit schnell zu bunt werden. Die Detroit Motor Show hat ihre Pforten geöffnet, die erste große Automesse des Jahres. Dort zeigen die großen Autobauer der Welt, wohin die Reise 2016 geht – oder besser, mit welchem Gefährt.

Da darf bei den bereiften Ausstellungsstücken der Lack durchaus auch mal etwas greller ausfallen. Quietschiges Grün, Knallorange, Türkis oder Aubergine, alles geht. Schließlich will man herausstechen.

Was die Kunden schließlich kaufen, ist dann deutlich gedeckter, doch dazu später. Spannender ist, was die gewählte Lackfarbe über den Besitzer des Autos aussagt. Ford hat das nun systematisch untersuchen lassen. Man will ja schließlich wissen, welcher Kundentyp welche Farben besonders mag. Was bei der Ford-Studie herauskommt, überrascht.

Autofarbe extrem wichtig

Für viele Menschen würden die Farbe und der Stil ihres Autos zeigen, wie sie von der Welt gesehen werden wollen, sagt Wendy Lord, eine britische Wirtschaftspsychologin, die die Studie im Auftrag von Ford erstellt hat. "Die Farbwahl beim Autokauf kann sehr aufschlussreich sein – je nachdem, ob die Person hinter dem Lenkrad ein Mann oder eine Frau ist", so Lord, die mit ihrem Team in Großbritannien 200 Testpersonen im Alter von 25 bis 65 Jahren befragt hat. Sie kann damit also eher einen Trend beschreiben, als eine repräsentative Aussage treffen.

"Besonders spannend waren Gespräche mit Menschen, die sich für Bicolor wie schwarz-rote Farbkombinationen interessieren. Unabhängig vom Geschlecht neigten diese Leute zu riskanten Aktivitäten, die einen Adrenalinstoß auslösen", erklärt die Wissenschaftlerin. Woher sie das weiß? Weil Lord psychometrische Testberaterin ist und neben der Farbwahl einen Fragebogen zu Vorlieben und Selbsteinschätzungen der Probanden ausgewertet hat.

Ihr Fazit: Silberfarbene Autos sprechen besonders Männer an, die unter Stress ruhig bleiben. Männer, die rote Autos bevorzugen, sind gemäß der Studie organisierter, methodischer und zielorientierter als ihre Geschlechtsgenossen. Frauen indes, die silberfarbene, dunkelblaue oder rote Autos wählen, zeigten im Rahmen der Studie keine besonders hervorstechenden Charakterzüge.

(Foto: Infografik Die Welt)

Männer mit Gefühl wählen eine bestimmte Farbe

Andere Frauen dagegen angeblich schon. Frauen zum Beispiel, die schwarze Autos bevorzugen, würden sich selbst oft als clever und lösungsorientiert einschätzen. Und geben zu, leicht reizbar zu sein, wenn Dinge nicht nach ihrem Willen laufen.

Männer mit Vorliebe für schwarze Autos beschreiben sich unterdessen als impulsiv, tendenziell unorganisiert und leicht ablenkbar. Frauen, die sich für blaue Autos entscheiden, suchen laut Studie dagegen Harmonie in Beziehungen und neigen zur Konfliktvermeidung. Sie zeichnen sich jedoch auch durch eine ausgeprägte Willenskraft aus.

Männer wiederum, die blaue Autos wählen, sind gefühlsbetonter und hören bei Entscheidungen auf ihr Bauchgefühl. Dunkelblaue Autos stehen bei Männern – ebenfalls wie dunkelblaue Anzüge – für eine eher konservative Einstellung.

Aussage über Persönlichkeit

Die Wahl der Autofarbe sage einiges über die Persönlichkeit von Kunden und deren Selbstbild aus, so Lord. Und in vielen Fällen gibt es deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern, obwohl sie die gleiche Wagenfarbe wählen. "Die Aussagen zur favorisierten Fahrzeugfarbe von Männern und Frauen könnten erklären, warum sich Paare mit sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten oftmals auf eine gemeinsam bevorzugte Autofarbe einigen", erklärt die Studienleiterin.

Und wo ist jetzt die Überraschung dieser Studie? Machen Sie einfach den Selbsttest. Im Falle des Autors kam folgendes heraus. "Sie sind ein draufgängerischer Abenteurer. Laut unseren Psychologen stehen die Chancen gut, dass Sie mit Ihrer Vorliebe für schwarze Autos ein Überflieger sind, der sowohl im beruflichen Kontext wie im Privatleben nach Einfluss strebt." Das mit der Vorliebe für Schwarz stimmt, der Rest ist Unfug. Oder doch nicht?

Wenn Miss Lord richtig liegt, würde es in Deutschland vor draufgängerischen Abenteurern nur so wimmeln. Denn Schwarz ist ein Klassiker unter den Autolacken. Seit dem Jahr 2000 ist Schwarz bei Autos immer beliebter geworden. 2014 wurden die meisten Pkw in Deutschland so lackiert.

Ist der Weiß-Boom vorbei?

Erst im vergangenen Jahr hatten sich Silber und Grau – ebenfalls zwei Dauerbrenner – wieder auf Platz eins geschoben. 28,7 Prozent aller Neuwagen waren in dieser Lackierung ausgeliefert worden, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) auflistet. Schwarz kam auf 27,3 Prozent.

Zählt man die weißen Lacke hinzu, kommt man auf mehr als drei Viertel aller neu zugelassenen Pkw in Deutschland. Diese Farblosigkeit geht seit Jahren so. Vor allem Weiß hatte zuletzt kräftig zugelegt. Während 2006 nicht einmal zwei Prozent aller neuen Pkw mit weißer Lackierung vorfuhren, ist es heute bereits jeder fünfte Neuwagen. Zum ersten Mal seit zehn Jahren ist der Anteil jedoch nicht mehr kräftig gestiegen, sondern leicht zurückgegangen. Der Weißboom ist offenbar vorbei.

Diese Farblosigkeit gab es nicht immer. Noch Mitte der 90er-Jahre ließen die Deutschen ihre Neuwagen am liebsten in "echten" Farben lackieren. Auf dem Höhepunkt dieses Trends, 1996, waren zwei Drittel der Neuwagen Rot, Grün, Blau oder Gelb. Im Jahr nach der Wende, 1991, wurden sogar fast 30 Prozent der neuen Autos in Rot bestellt. Ende der 90er-Jahre begann jedoch der Silberboom. Grün, ohnehin eher ein Exot unter den Lacken, ist seither fast völlig verschwunden.

Flottenfahrzeuge sind oft neutral lackiert

Dabei lässt sich die Dominanz der gedeckten Lackfarben leicht erklären. Ein großer Teil der Neuwagen hierzulande wird als Firmenwagen zugelassen. Und Flottenfahrzeuge sind nun mal in aller Regel möglichst neutral lackiert.

Bei den Privatkunden geht es oft darum, das Auto irgendwann möglichst gut weiterverkaufen zu können. Etwa drei Viertel aller Autokäufer sind der Ansicht, dass die Wahl der Farbe Auswirkungen auf den Wiederverkaufswert des Fahrzeugs hat, lautet die Erkenntnis des VDA.

Da kann ein Mann noch so gefühlsbetont sein und auf sein Bauchgefühl hören, also ein "Blau-Typ" sein. Ein schwarzes Auto verkauft sich einfach leichter.

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