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Früher YouTube-Star "Technoviking" kämpft gegen seinen Schöpfer

Der "Technoviking" will nicht mehr. Der legendäre YouTube-Star will sich aus dem Internet löschen. Vor dem Berliner Landgericht klagt er gegen seinen Schöpfer. Doch der gibt sich kämpferisch.

Er war einer der ersten YouTube-Stars. Sein Video wurde ein "viraler Hit", lange bevor es diesen Ausdruck überhaupt gab. Doch nun hat der "Technoviking", der "Techno Wikinger“, genug. Vor dem Landgericht Berlin kämpft er darum, aus dem Internet zu verschwinden. Bei dem Streit geht es um das Video "Kneecam No.1“, das der deutsche Künstler Matthias Fritsch, 36, drehte, und das sich im Internet ab 2006 zu einem enormen Hit entwickelte. Bis zum heutigen Tag haben sich rund 16 Millionen Nutzer den Clip angeschaut.

Gefilmt wurde das Video sechs Jahre früher, im Jahr 2000, während der Berliner "Fuckparade", der Anti-Bewegung zur Loveparade. Was ist zu sehen? Fritsch steht in einer Gruppe von Techno-Fans, die ausgelassen tanzen. Ein Mann fiel dabei besonders auf. Es ist ein großer Mann ohne T-Shirt, extrem muskulös, mit Halsschmuck und blondem Bart. Dieses Erscheinungsbild macht ihn schlicht zum "Techno-Wikinger". Woher der Mann kommt, wie er heißt, ist auch heute noch ein Rätsel.

Es ist vor allem die Präsenz des "Technovikings", die das Video auszeichnet. Dort ist zu beobachten, wie er einer Frau hilft, die auf der Straße von einem Mann angerempelt wird. Der Bart-Mann vertreibt den offenbar Betrunkenen, ganz ruhig, ganz sachlich. Wenig später beginnt der "Wikinger“ zu tanzen – was nicht weniger eindrucksvoll ist. Die Tanzschritte wirken so mächtig wie der Oberkörper des Mannes. Nach rund vier Minuten ist das Video zu Ende.

Verstehen Richter die heutige Web-Kultur?

Fritsch veröffentlichte den Clip zunächst auf seiner Webseite. Wenig später lud er ihn auch auf YouTube hoch. Der Hype nahm seinen Lauf. Quasi über Nacht entstanden zahlreiche Parodien im Netz. Ein japanischer Künstler fertigte sogar eine Skulptur des Tänzers an.

Der YouTube-Star selbst fand den Hype um ihn ärgerlich. Fritsch merkte das im Jahr 2009, als er eine Unterlassungserklärung in seinem Briefkasten fand. Es ging um verletzte Persönlichkeitsrechte. Fritsch zeigte sich zugänglich - und war zu einem finanziellen Vergleich bereit. Dem Berliner "Tagesspiegel" zufolge bot  Fritsch Geld und die Löschung des Videos an. Dafür wollte er aber weiter Vorträge halten und öffentlich über den Clip reden. Der "Wikinger" lehnte über seinen Anwalt ab. 

Im Mai steht nun der nächste Verhandlungstermin im Berliner Landgericht an. Fritsch selbst, der seinem Video bereits eine Erklärung zum Rechtsstreit beigestellt hat, zeigt sich zuversichtlich. Der Webseite "Dailydot.com" sagte er, dass er nicht für den Hype um den "Techno-Wikinger" verantwortlich sei. Dieser sei durch das Internet entstanden. "Ich hab nur Angst, dass das Gericht nicht versteht, wie die heutige Web-Kultur funktioniert und aus einer überholten Perspektive heraus entscheidet."

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