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Vernetzte Nachbarschaft Der digitale Briefkasten als soziales Bindeglied

Hochhaus-Anonymität zu durchbrechen - das hat sich eine Allianz aus Alt und Jung in Berlin-Mitte vorgenommen. Ein digitaler Briefkasten soll soll die Barriere der Kommunikation brechen.

Gleich hinter dem Spittelmarkt in Berlin-Mitte und umrahmt von Spreekanälen ragen 20-geschossige Plattenbauten in die Höhe. In jedem gibt es 250 Wohnungen. Viel Platz für Menschen bietet die Fischerinsel, aber wenig Raum für Miteinander - das fanden zumindest die agilen Mitglieder des Senioren Computer Clubs Mitte (SCC), der seit Jahren im Begegnungszentrum Kreativhaus auf der Fischerinsel residiert. "Die Bewohner hier altern mit den Häusern. Es gibt kaum junge Leute und wenig Austausch untereinander", beklagt Günter Voß vom SCC. Ein gemeinsames Projekt mit Doktoranden der Berliner Universität der Künste (UdK) soll dies in Zukunft ändern - indem analoge und digitale Ebenen vernetzt werden.

"Es gibt auf der Fischerinsel eine Lücke in der Kommunikation", sagt auch Andreas Unteidig vom Design Research Lab der UdK. Ebenso wie seine Kommilitonen Jennifer Schubert und Florian Sametinger arbeitet er an seiner Doktorarbeit über das Projekt "Vernetzte Nachbarschaft". Seit über zwei Jahren tüfteln sie zusammen mit einer noch kleinen Gruppe Anwohner an Wegen, diese Kommunikationslücke zu schließen. Wichtiges Hilfsmittel wird ein digitaler Briefkasten sein, der auch handschriftliche Briefe einlesen und auf ein Nachbarschaftsportal übertragen soll.

Netzwerk soll die Kommunikation fördern

"Letztlich geht es natürlich darum, die Leute im wirklichen Leben, Face to Face, zusammenzubringen. Aber dabei kann eine einfache, niederschwellige digitale Plattform helfen", berichtet Jennifer Schubert. Nicht nur zum Austausch darüber, wer wem vielleicht eine Zange ausleihen kann, sondern auch zum besseren Informationsfluss für gemeinsame Belange. "Auch politisches nachbarschaftliches Engagement soll so möglich werden", hoffen die Doktoranden. Für diejenigen Anwohner, die nicht ständig online sind, sollen die wichtigen Informationen dann wieder analog bereitgestellt werden - auf Schwarzen Brettern beispielsweise. Für dieses Konzept bekamen die Initiatoren kürzlich den Nachbarschaftspreis der Stadt Lübeck.

"Am Tag der Offenen Tür am 18. Juli wollen wir das Projekt und den Prototyp des Briefkastens einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen", erzählt Günter Voß. Als erste gemeinschaftliche Aktion, die derart kommuniziert wird, haben die Senioren sich die Parkbänke auf der Fischerinsel vorgenommen: Sie bieten zu wenig Rastmöglichkeiten auf dem Rückweg vom Supermarkt und sollen deshalb anders angeordnet und renoviert werden. "Das ist ein erster Schritt", sagt Voß und hofft auf mehr.

Die Doktoranden gehen unterdessen schon einen Schritt weiter: Sie stellten das Konzept bereits in anderen Städten vor - unter anderem in Jerusalem. An diesem Montag wollen die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft (SPD), und Gesche Joost, im Kompetenzteam von SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück zuständig für Vernetzte Gesellschaft und Netzpolitik, das Projekt besuchen.

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