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Wie im Film "Minority Report" US-Polizei setzt auf "PreCrime"

Es klingt nach Science-Fiction: In den USA können einige Polizeistellen Verbrechen vorhersagen. Die Beamten wissen genau, wann sie wo sein müssen. Der Schlüssel zum Erfolg: ein Computerprogramm.

Das Programm hat einen scheinbar harmlosen Titel: "predictive policing". Doch hinter der "vorhersagenden Überwachung" steht eine aufsehenerregendes Software, die die weltweite Polizeiarbeit radikal verändern könnte. Denn mit dem Programm können Beamte Verbrechen verhindern, bevor diese überhaupt passieren. Wer nun an den Kinofilm "Minority Report" mit Tom Cruise als Chef einer "PreCrime"-Einheit denkt, liegt nur teilweise richtig. Rätselhafte Hellseher spielen beim "predictive policing" keine Rolle - dafür aber die Firma Predpol.

Das US-Unternehmen, eigentlich mehr ein Start-Up verschiedener Wissenschaftler, bietet eine Software an, die unter anderem die Polizeistellen in Los Angeles und Seattle einsetzen. Neuerdings gehört auch die britische Grafschaft Kent zu den Kunden von Predpol. Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis sich weitere Städte und Gemeinden anschließen.

Das Computerprogramm greift auf Statistiken früherer Straftaten und Notrufe zurück. Wichtigstes Kriterium sind dabei die Orte, an denen sich die Ereignisse abgespielt haben. Auf diese Weise kann die Software Gegenden markieren, die für Polizisten von besonderem Interesse sind. Das "Time Magazine" nannte das Predpol-Programm 2011 eine der besten Erfindungen des Jahres. Damals wurde die Software im kalifornischen Santa Cruz in einem Modellversuch eingesetzt. Die Polizisten waren zunächst skeptisch, doch der Erfolg bestätigte das "predictive policing". Innerhalb eines Monats gingen die Einbrüche um 27 Prozent zurück.

Das Abgleichen von Verbrechensstatistiken und den entsprechenden Orten hat eine lange Tradition bei der US-Polizei. In Los Angeles und in New York setzten die Beamten zuletzt auf das Programm CompStat. Die Predpol-Software soll jedoch genauer und zuverlässiger sein. Es teilt das entsprechende Gebiet in rund 150 Meter große Felder ein, in denen die Polizisten ihre Patrouillen fahren können.

"Predictive policing" auch für das BKA interessant

Hinter dem Programm steht der Mathematikprofessor George Mohler von der Santa-Clara-Universität in Kalifornien. Sein ursprüngliches Ziel war eine Software, mit der er weitere Erschütterungen nach einem Erdbeben berechnen wollte. "Auch menschliches Verhalten ist zu einem bestimmten Grad berechenbar", sagte Mohler 2011 zu N24. "Wir können  zwar nicht vorhersagen, was wann passieren wird, aber wir wissen jetzt, in welchem Stadtteil und an welchem Wochentag bestimmte Verbrechen wahrscheinlich geschehen."

Der Blog "Netzpolitik" schreibt, dass sich auch das Bundeskriminalamt (BKA) für das "predictive policing" interessiere. So besuchten BKA-Mitarbeiter 2011 und 2012 die Albert Ludwigs-Universität in Freiburg, um sich beim Software-Anbieter IBM über ein ähnliches Programm zu informieren. Dabei bestehe auch die Möglichkeit, die Informationen von sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter einzubinden. 

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