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Crystal Meth oder eine Kalaschnikow Das Google für Illegales heißt "Grams"

Ein paar Gramm Crystal Meth, eine Kalaschnikow oder ein neuer Pass? Wer im Internet Illegales kaufen will, muss schon genau wissen, wo zu suchen ist. Eine "böse" Suchmaschine könnte das nun ändern.

Google ist die unangefochtene Nummer eins unter den Suchmaschinen. Logisch, dass das auch "böse" Nachahmer auf den Plan ruft. Wie das US-Magazin "Wired" berichet, ist seit kurzem eine Suchmaschine im sogenannten DeepNet - auch DarkWeb genannt - am Start, die dem Internetriesen rein optisch in nichts nachsteht. Weißer Hintergrund, ein Suchfeld, ein "Auf gut Glück"-Button - nur das Logo unterscheidet sich. Statt des farbenfrohen Google-Schriftzugs prangt ein Marihuana-Blatt über dem Suchfeld. Der Name: "Grams".

Im Gegensatz zum Marktführer lassen sich hier keine Sportergebnisse googeln, keine Konzerttickets kaufen und auch keine Kochrezepte finden. "Grams" ist eine Suchmaschine für Drogen- und Waffenhändler. Sie grast die vielen Verkaufsplattformen im Anonymisierungsnetzwerk Tor nach illegalen Waren ab.

Immer mehr User nutzen Tor, um sich im Netz unerkannt zu bewegen. Denn der Dienst bietet Usern die Möglichkeit, die eigenen IP-Adresse zu verstecken. Der Internetverlauf wird über verschiedene Server des Tornetzwerkes geleitet, niemand kann die Kommunikation zurückverfolgen.

Wo bekomme ich Crystal Meth?

Nützlich, denn auch Kriminelle nutzen das versteckte Netz für ihre illegale Machenschaften. Online-Märkte für Crystal Meth, "neue Identitäten" oder Kinderpornografie sind aber meist so gut versteckt, dass Angebot und Nachfrage oft nicht zueinanderfinden. Deswegen hatte der Programmierer "gramsadmin" die Idee, eine Suchmaschine nur für das DeepWeb zu entwickeln. "Ich hatte festgestellt, das in Foren oft Fragen gestellt werden, wo das Produkt X zu haben ist oder welcher Markt Produkt Y anbietet", sagt er gegenüber "Wired".

Und obwohl Grams noch in der Beta-Phase ist, liefert es laut "Wired" schon erstaunliche Ergebnisse. Acht Marktplätze - Agora, BlackBank, C9, SilkRoad2 - dem Nachfolger des vor einem halben Jahr offline gegangenen Online-Schwarzmarkt SilkRoad -, Pandora, Mr. Nice Guy, The Pirate Market und Evolution - werden derzeit berücksichtigt.

Keine Suchmaschine an sich

Grams ist also keine Suchmaschine im eigentlichen Sinne, sondern bildet lediglich die von den Online-Märkten eingereichten Angebote ab. Die Programmierschnittstelle (kurz: API) steht für die Administratoren weiterer "dunkler" Märkte zur Verfügung. Nicht auszuschließen also, dass das Angebot künftig noch breitgestreuter wird. Dabei ist es das schon jetzt.

Drogen und Schusswaffen können ebenso erworben werden wie gefälschte Pässe oder gestohlene Kreditkarten. Dass dabei die Grenzen der Legalität weit überschritten werden, kann sich jeder denken. Nicht ohne Grund verschweigt auch Erfinder "gramsadmin" wohlweislich seinen bürgerlichen Namen. Zudem ist davon auszugehen, dass das Projekt - sollte es angenommen werden - ins Visier der Behörden gerät. Die verbreitete Online-Drogenplattform SilkRoad wurde im Oktober 2013 vom FBI geschlossen, der Betreiber Ross Ulbricht sitzt in Untersuchungshaft. Ihm wird Verschwörung zum Drogenhandel vorgeworfen.

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