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Elektronikmesse CES Das sind die Technik-Trends in Las Vegas

Virtual Reality für alle, knackig scharfe Fernseher und vernetzte Hausgeräte: Die Tech-Brache wird auf der Consumer Electronics Show zahlreiche Neuheiten zeigen. Hier ein kleiner Vorgeschmack.

Es gibt sie wieder, die skurrilen Gadgets, mit denen Las Vegas Anfang des Jahres auf sich aufmerksam macht: das Anti-Schnarch-Kissen, das sich aufbläst, wenn der drahtlose Empfänger mit seinem Mikrofon in der Nacht ein Röcheln wahrnimmt. Oder das einklappbare Standfahrrad, das seinem Nutzer mit einer speziellen Brille die Illusion vorgaukelt, auf einem Pferd zu sitzen.

Doch natürlich ist Las Vegas zum Jahresbeginn noch viel mehr, wenn die Technologiewelt in der Wüstenstadt Nevadas zum Stelldichein zusammenkommt. Die Consumer Electronics Show (CES) ist dann nicht nur die größte Leistungsschau der Unterhaltungselektronik. Sie ist auch der Gradmesser für alles, was Strom verbraucht. Denn längst ist die CES weit über die Unterhaltungselektronik hinausgewachsen.

Die Liste der Hauptredner ist Zeuge dieser Entwicklung. General-Motors-Chefin Mary Barra wird eine Keynote halten und auch VW-Vorstand Herbert Diess. Netflix-Chef Reed Hastings darf in Las Vegas sprechen ebenso wie Intel-Chef Brian Krzanich und IBM-Chefin Ginni Rometty.

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Mehr als 3600 Aussteller zeigen vom 6. bis 9. Januar mehr als 20.000 Neuheiten. Auch wenn die meisten dieser Produkte einen frühen Tod sterben, bevor sie überhaupt in den Handel kommen: Viele Trends zeichnen sich zuerst in Las Vegas ab und sind irgendwann allgegenwärtig. So war es mit der Microsoft-Spielekonsole Xbox oder dem hochauflösenden Fernsehen.

Die Waschmaschine per TV starten

Wer eine neue TV-Technologie einführt, macht dies auf der CES. So dürften in diesem Jahr die Bildschirme nicht nur schärfer werden – erste 8K-Fernseher gab es schon auf der letzten CES – sie werden mit der neuen HDR-Technologie auch deutlich mehr Kontrast zeigen. Mithilfe von sogenannten Quantenpunkten können sich Zuschauer zudem auf kräftigere und satte Farben freuen.

Offenbar haben die TV-Hersteller inzwischen erkannt, dass sie ihre Kunden mit allerlei technischem Kauderwelsch verwirren. Nicht zuletzt deswegen will eine Allianz in Las Vegas die Spezifikationen für 4K-Fernseher enthüllen und ein eigenes Logo dafür präsentieren. LG, Samsung und Sony sind Teil des Zusammenschlusses.

Die Hersteller dürften auch bei der Oled-Technik nachlegen und sie möglicherweise etwas bezahlbarer machen. In diesem Jahr wird es auch endlich eine Blu-Ray-Disc und passende Geräte für entsprechende Inhalte in der extrem scharfen Ultra-HD-Auflösung geben. Neue Player sollen von Samsung und Panasonic kommen. Hierzu werden auch Ankündigungen von Hollywood-Studios erwartet.

Samsung hat bereits angekündigt, seine Fernseher zum zentralen Hub für das vernetzte Zuhause zu machen. Künftig lässt sich also die Waschmaschine oder das Licht von der Wohnzimmercouch aus anstellen oder dimmen. Die kommenden Fernseher haben dafür Samsungs SmartThings-Technologie mit eingebaut. Angst vor Hackern? Auch hier wird Samsung eine in die Fernseher integrierte Sicherheitslösung präsentieren.

Der Kampf der TV-Plattformen wird auf der CES in diesem Jahr weitergehen. Samsung speist seine Fernseher mit dem hauseigenen Tizen-Betriebssystem. Andere Hersteller wie Sony setzen inzwischen auf Googles Android TV. LG zeigt in Las Vegas bereits die dritte Version seines TV-Betriebssystems WebOS, das einst die Smartphones von Palm angetrieben hatte.

Breiter Durchbruch für VR-Brillen

Mit Spannung erwarten Beobachter die jüngsten Entwicklungen der Virtual-Reality-Technologien. Das von Facebook übernommene Oculus wird in Las Vegas den Einführungstermin und möglicherweise auch den Preis seiner VR-Brille bekannt geben. Die Verbraucherversion der Brille ist inzwischen fertig. Auch die Konkurrenten HTC mit seiner Vive-Brille und Sony mit der VR-Brille für die Playstation 4 (früherer Codename: "Project Morpheus") werden weitere Details nennen und Spiele zeigen.

HTC-Chefin Cher Wang kündigte für ihre Vive-Brille bereits einen "sehr, sehr großen technischen Durchbruch" an. Auf der CES soll das Geheimnis gelüftet werden. Die Messeveranstalter haben für VR mit dem "Gaming & Virtual Reality Marketplace" einen eigenen Bereich geschaffen.

Die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift. (Foto: AP)

Zwar gibt es die meisten der vielversprechenden VR-Brillen noch gar nicht zu kaufen, doch das Ökosystem entwickelt sich schon kräftig. Auf der CES präsentieren gleich mehrere kleinere Start-ups Kameralösungen und Software, um Videos in einer 360-Grad-Rundumsicht aufzunehmen und zu verarbeiten.

Allerlei Gerätschaften werden im Zusammenspiel mit einer VR-Brille die Illusion einer virtuellen Umgebung vervollständigen. 2016 dürfte das Geburtsjahr für den breiteren Start der Virtual-Reality-Technologie sein.

Huawei hat Großes vor

Schon im vergangenen Jahr zeigten die Hersteller in Las Vegas, dass alles vernetzt werden wird, was sich vernetzen lässt. Das Internet der Dinge wird auch in diesem Jahr ein zentrales Thema der Show sein. Zusammen mit Fortschritten in der Sensorik zeigen sich vor allem auch Start-ups äußerst kreativ.

Egal, ob Smartwatch, Ring, Stirnband oder Gürtel – gemessen wird mit allem, mit dem sich messen lässt. Einige Hersteller behaupten, auf diese Weise sogar den Gefühlszustand des Trägers erkennen zu können. So gibt das Feel-Armband von Sentio Solutions über eine Smartphone-App gestressten Menschen den Tipp: "mehr lachen".

Auch wenn die meisten Hersteller ihre neuen Smartphones und Tablets erst im Februar auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona präsentieren, wird es in Las Vegas einiges zu sehen geben. Huawei zeigt sein Flaggschiff-Smartphone Mate 8, das bislang nur für China angekündigt war. Die Chinesen sollen auch eine neue Version ihrer Smartwatch im Gepäck haben, die sich vor allem an Frauen richtet.

Samsung wird sein neues Galaxy S7 allerdings für Barcelona aufsparen. Auch für ein neues Xperia Z6 von Sony dürfte es noch zu früh sein. Unwahrscheinlich ist außerdem ein neues gebogenes Flex-Smartphone (Flex 3) von LG. Der Hersteller enthüllt seine Geheimnisse größtenteils vor der Messe, und von einem Flex-Smartphone war bislang nicht die Rede. Apple ist übrigens auf der CES gar nicht vertreten.

Drohnen: Eigener Bereich bei der CES

Mit Spannung erwarten Beobachter eine Präsentation von Lenovo und Google, die zusammen Neuigkeiten zum "Projekt Tango" haben. Bislang gab es entsprechende Tablets von Google nur für Entwickler, die mit einer verbauten Kamera experimentieren durften, die ihre Umgebung dreidimensional erfassen kann.

Gut möglich, dass diese Technologie irgendwann einmal auch Drohnen etwas smarter werden lässt. Diese unbemannten Flugobjekte haben sich auf der CES einen eigenen Bereich erobert, in dem kräftig geflogen wird.

Marktführer DJI zeigt dort neben einer ganzen Reihe von anderen Herstellern seine neuesten Quadrocopter. Möglicherweise enthüllt auch der Action-Kamera-Hersteller GoPro seine erste eigene Drohne, die zwar schon angekündigt wurde, über die bislang aber kaum etwas bekannt ist.

Mobilität: Neue Konzepte der Autobauer

Mehr noch als in den vergangenen Jahren tummelt sich in diesem Jahr die Autoindustrie in Las Vegas, bevor sie anschließend weiter zur Automesse nach Detroit zieht. Volkswagen-Markenchef Herbert Diess stellt in dieser Woche Volkswagens Elektrostrategie und dazu passend ein neues Elektroauto vor. GM-Chefin Mary Barra will in ihrer Rede "persönliche Mobilität neu definieren" und wird mit dem Bolt einen elektrisch angetriebenen Kompaktwagen mit großer Reichweite zeigen.

Ford wird laut Vorabberichten von US-Medien seine Zusammenarbeit mit Google bei der Entwicklung selbstfahrender Autos bekannt geben, eine Bestätigung dafür steht noch aus. Und Microsoft zeigt, wie künftig Fahrzeuge durch Kommunikation sicherer werden. Mit Spannung warten Beobachter auf das geheimnisvolle Mobilitäts-Start-up Faraday, das die CES nutzt, um ein neues Mobilitätskonzept zu präsentieren.

Insgesamt sind über 150 Aussteller aus der Autobranche in Las Vegas, darunter mit Audi, BMW, Volkswagen und Mercedes-Benz alle großen deutschen Hersteller. Sie könnten der Elektronikbranche die Show stehlen, wenn die wichtigsten Neuigkeiten aus Vegas auf vier Rädern stehen.

BMW mit Drohnen-Anbindung

Für die Zulieferer ist die CES die Chance, zu Beginn des Jahres die neuen Technologien und Prototypen vorzustellen, die später im Jahr in Serienfahrzeugen auftauchen. Dank der zunehmenden Verflechtung von Elektronik und Automobilbranche gewinnt die CES gegenüber der Detroit Motor Show immer stärker an Bedeutung.

In Detroit zeigen die Hersteller zwar fertige Autos, doch die Zukunftstechnologien der Branche werden in Las Vegas diskutiert. Die wichtigsten Trends der Messe sind neben dem autonomen Fahren vor allem die Elektromobilität und damit verbundene intelligente Dienste.

Bosch und BMW zeigen neue Innenraum-Bedienkonzepte, und der kleine Schweizer Konzepthersteller Rinspeed baut einen umgebauten BMW i8 mit Drohnenanbindung. Zulieferer Delphi hat einen Audi Q5 umgebaut, der mit Ampeln und Verkehrsmanagementrechnern kommuniziert. Die Daten dazu könnten aus Continentals neuer Mobility-Cloud-Lösung eHorizon stammen, die der Zulieferer ebenfalls in Vegas vorstellt.

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