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Smartphones im Winter Darum schmiert der Akku bei Frost ab

Minustemperaturen sind der schlimmste Feind von Akkus. Innerhalb weniger Minuten schalten sich manche Smartphones einfach aus. Doch warum ist das so?

Gerade hatte der Akku noch einen Ladezustand von 71 Prozent. Dann ist das Display aus. Nix geht mehr. Ein kurzer Spaziergang bei minus fünf Grad reichte, um ihn kollabieren zu lassen.

Nur wie kann das bei einem Smartphone passieren, das mittlerweile eigentlich fast alles kann? Und lässt sich das verhindern? Fünf Fakten über die Tücken eines Smartphone-Akkus.

1. Warum bricht der Akku bei Kälte zusammen?

Mit Stromspeichern, die sich bei Minustemperaturen einfach verabschieden, kennt sich Jens Tübke aus. Der Spezialist für angewandte Elektrochemie am Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie weiß, welche Abläufe dann in einem Lithium-Ionen-Akku stattfinden.

"Durch niedrige Temperaturen werden die Prozesse im Akku stark verlangsamt und der Innenwiderstand erhöht. Wenn dann der Strombedarf des Geräts noch groß ist, kann es sein, dass die Spannung des Akkus zusammenbricht und das Gerät ausgeht."

Vor allem ältere Akkus seien für diesen Effekt besonders anfällig. Denn in ihnen sind durch die längere Benutzung mehr Schäden in der Struktur des Stromspeichers entstanden, und die Spannung kann bei niedrigen Temperaturen noch schneller stark absacken.

Spezialist Tübke empfiehlt, die Geräte warm zu halten und damit in ihrem Komfortbereich zu betreiben. Der liegt üblicherweise zwischen zehn und 35 Grad Celsius. Denn auch extreme Hitze schädigt den Akku. Apple gibt beispielsweise eine Betriebstemperatur von null bis 35 Grad Celsius für sein iPhone 6s an.

"Bei hohen Temperaturen werden die Abläufe im Akku stark beschleunigt. Vor allem auch die unerwünschten Nebenreaktionen, die dort ablaufen, werden erhöht", erklärt Tübke. Schon ein Betrieb bei 40 statt 30 Grad Celsius würde den Akku zwei- bis dreimal schneller altern lassen.

2. Wie lange sollte ein Akku durchhalten?

Die Zahl an möglichen Ladezyklen für einen Lithium-Ionen-Akku hängt maßgeblich von seiner Auslegung ab. "Stationäre Akkus können auch bis zu 50.000 Ladezyklen schaffen", erklärt Tübke. Doch Smartphone-Akkus müssen auf kleinem Raum eine hohe Energiedichte erreichen.

"Wir laden täglich, in zwei Jahren sind das circa 700 Zyklen. Also sollte ein guter Akku auch 500 bis 1000 Mal aufgeladen werden können." Bestimmte Rahmenbedingungen wie die Temperatur oder die Benutzung können die Lebensdauer allerdings noch geringfügig beeinflussen.

3. Wann sollten Nutzer am besten aufladen?

Für Spezialist Tübke gibt es eigentlich keine perfekte Zeit zum Laden: "Lithium-Ionen-Akkus nehmen es einem nicht übel, wenn man sie öfter bis null Prozent entlädt." Außerdem würden die Gerätehersteller auch immer einen gewissen Puffer einplanen: "Wenn ein Smartphone null Prozent anzeigt, ist er längst noch nicht komplett entladen."

Hohe Ladezustände bei hohen Temperaturen sowie geringe Ladezustände bei tiefen Temperaturen solle man aber trotzdem vermeiden. Außerdem würden Schnellladevorgänge auch den Akku schädigen. Zwischen 20 bis 80 Prozent Ladezustand arbeite er am besten und längsten.

4. Sollten die Akkus selbst getauscht werden?

Apple verkauft beispielsweise seine originalen Ersatzteile nur an seine eigene Werkstätten. Händler bei Ebay bieten trotzdem neue iPhone-Akkus schon für wenige Euro an.

Tübke rät zwar nicht kategorisch von solchen Käufen ab, gibt aber auch zu bedenken, dass die Qualität der Produkte nur schwer einschätzbar ist: "Nachbauten können zwar teilweise auch besser sein, aber der Gang zum Fachhändler ist auf jeden Fall sicherer."

Für Jürgen Ripperger vom Verband der Elektrotechnik (VDE) sind die billigen Ersatzteile keine Option: "Der Hersteller stimmt Akku und Ladegerät optimal aufeinander ab. Alles, was der Hersteller nicht freigibt, würde ich nicht empfehlen."

Auf diesem Weg würde der Verbraucher auch die Gewährleistung für sein Gerät verwirken, bei Schäden am Smartphone selbst dafür haften und schließlich auch Sicherheitsrisiken in Kauf nehmen.

5. Sind Ladegeräte von Drittanbietern gefährlich?

Mitunter können auch Original-Ladekabel sehr teuer sein. Für das iPhone liegen die Preise bei knapp 25 Euro. Kabel von Drittanbietern sind deutlich günstiger, aber nicht in jedem Fall genauso sicher.

"Teilweise kann es zu Bränden oder zu Stromschlägen kommen. Man kann in die Produkte einfach nicht hineinschauen", erklärt VDE-Experte Ripperger. Jeder Cent, den man beim Kauf eines Billigteils einspare, sei schlecht investiert.

In China soll eine Stewardess 2013 sogar durch einen Stromschlag beim Telefonieren mit ihrem iPhone 5 ums Leben gekommen sein. Als Ursache galt später das Drittanbieternetzteil, das das Smartphone in diesem Moment mit Strom versorgte.

Wie gefährlich auch unbeaufsichtigte Ladegeräte sein können, zeigt ein Video aus Großbritannien. Dort wollte ein Hundebesitzer eigentlich nur sein Tier dabei filmen, was es zu Hause anstellt, wenn er selbst nicht vor Ort ist. Zwar wütet der Hund ordentlich in der Wohnung, doch am Ende sorgt ein explodierendes Ladegerät für den größten Schaden.

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