Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Error 53 Apple blockt nun reparierte iPhones

Mit iOS9 hat Apple eine neue Funktion eingeführt. Wer sein iPhone in einer nicht autorisierten Werkstatt reparieren lässt, kann das ganze iPhone damit lahmlegen - und muss um seine Daten fürchten.

Im September 2015 hat Apple sein mobiles Betriebssystem iOS in der Version 9 herausgebracht - doch erst jetzt fällt eine neue Funktion auf, die der Konzern klammheimlich in seine Software integriert hat: iOS 9 überprüft bei jedem iPhone mit TouchID-Sensor, ob Ersatzteile von einer unautorisierten Werkstatt verbaut wurden.

Wurde der Home-Button mit dem Fingerabdruck-Sensor ausgetauscht, ohne dass Apples Mechaniker dabei ihre Finger im Spiel hatten, droht "Error 53" - mit dieser Meldung verweigern derart unautorisiert reparierte iPhones nach dem Update auf iOS9 die Zusammenarbeit. De facto verhindert Apple damit iPhone-Reparaturen durch Smartphone-Werkstätten, die nicht von Apple selbst damit beauftragt wurden.

Die Homebuttons mit der integrierten Kamera sind die Bedienelemente, mit denen der Nutzer - abgesehen vom Touchscreen selbst - am häufigsten interagiert. Gleichzeitig sind sie extrem komplex: In den Button selbst ist ein kapazitiver Sensor integriert, mit dem das Gerät den Fingerabdruck der Nutzer ausliest. Kein Wunder, dass die Knöpfe des Öfteren kaputt gehen - neben dem Bildschirm-Austausch gehört die Knopf-Reparatur zu den Standard-Reparaturen, die jede Smartphone-Werkstatt im Angebot hat.

Auch interessant: Google-Konzern löst Apple an der Weltspitze ab

Etwa 30 bis 50 Euro kostet der Austausch normalerweise - deutlich günstiger als Apples maximale Service-Pauschale von bis zu 350 Euro. Doch wer in der Vergangenheit sein Gerät reparieren ließ, und erst danach das Update auf iOS 9 aufspielte, der muss mit "Error 53" rechnen. Bemerkt die iPhone-Software einen Touch-ID-Knopf, der nicht von Apple selbst eingebaut wurde, dann stürzt das Gerät unwiederbringlich ab - die einzige Lösung ist der Austausch gegen ein komplett neues Gerät. Wenn kein Backup der Daten auf dem Gerät existiert, sind diese ebenfalls verloren.

Entdeckt hatte das Problem mit "Error 53" die britische Zeitung "Guardian", nachdem einer ihrer Reporter im Auslandseinsatz sein iPhone reparieren ließ, und dieses anschließend nach dem Update auf iOS 9 die Zusammenarbeit verweigert. Doch ein Blick in die Support-Foren der größten Apple-Reparaturseite iFixit zeigt, dass bereits zehntausende Nutzer nach "Error 53" gesucht haben.

Schiebt Apple die Sicherheit der Nutzer nur vor?

Apple selbst erklärte auf Anfrage des Guardian in einem Statement, dass die iPhone-Blockade per "Error 53" keineswegs unbeabsichtigt sei - vielmehr überprüfe iOS9 genau, ob der Fingerabdrucksensor im Gerät noch genau der ist, der ab Werk eingebaut wurde. Wurde der Sensor manipuliert - dazu gehört naturgemäß auch der Austausch eines defekten Knopfes - dann blockiere die Software das Gerät dauerhaft.

Apple gibt an, so solle verhindert werden, dass die Verschlüsselung der Geräte über einen manipulierten Fingerabdrucksensor ausgehebelt wird. Wenn Apples autorisierte Reparatur-Techniker einen defekten Touch-ID-Knopf austauschen, melden sie anschließend laut Apple den neuen Sensor wieder in der Geräte-Software an.

Die Frage ist, ob Apple hier die Sicherheit der Nutzer nur vorschiebt, um Dritt-Werkstätten aus dem lukrativen iPhone-Reparaturmarkt zu drängen. Denn bei einem Neustart des Geräts funktioniert TouchID ohnehin nicht, der Nutzer muss seinen Passcode eingeben - auch bei einem unautorisierten Austausch wäre also die Sicherheit der Nutzerdaten gewährleistet. Damit könnte "Error 53" auch wettbewerbsrelevant sein: Fraglich ist, ob Apple nicht offenlegen muss, wie Dritte den iPhone-Touch-Button austauschen können, ohne dabei gleich das ganze Gerät unbrauchbar zu machen.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Artikel kommentieren

Bitte loggen Sie sich ein, um Kommentare zu schreiben.

Login

Artikel als "Nickname" kommentieren:

Noch 800 Zeichen

Leserkommentare ()
Weitere Kommentare anzeigen ()