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Shitstorm gegen YouTuber Ich habe ja nichts gegen Schwule, aber...

Lustig sollte es sein. "Ich bin schwul", sagte YouTube-Star Mert Matan. Er kassierte Prügel - von seinem Vater und den Nutzern. Die Entschuldigung des Pranksters macht alles noch schlimmer.

Mit seinen Videostreichen, sogenannten "Pranks", trifft der Hamburger Mert Matan oft den Nerv seiner Fans. Sein YouTube-Kanal hat mehr als 800.000 Abonnenten. Doch mit seinem am Sonntag veröffentlichten Clip "Gay Prank" hat er den Bogen offenbar überspannt. Das Video wurde mehr als einen Million mal geklickt und entfachte Proteststürme, weil er schwulenfeindlich sei. Matan bemühte sich daraufhin um eine Klarstellung - machte damit aber alles noch schlimmer.

Es sollte einfach nur lustig sein. Im Film sieht man Matan. Er setzt sich im Wohnzimmer neben seinen Vater aufs weiße Sofa. Er druckst ein bisschen herum und rückt dann damit heraus, dass er eine Beziehung zu einem Mann hat. Wie auf Knopfdruck flippt der Vater aus und schlägt auf seinen Sohn ein. Dabei brüllt er: "Sag, dass das nicht wahr ist! Du kriegst auf die Schnauze!"

Erst als Matan seinem Vater sagt, dass es sich nur um einen Spaß gehandelt hat, beruhigt er sich ein wenig. "Papa, denkst du, ich bin schwul?", fragt Matan seinen immer noch verstört wirkenden Vater. Er legt den Arm um ihn und sagt grinsend in die Kamera: "Der Arme zittert noch."

 

Das Entsetzen im Netz über den Clip ist groß. Es gibt Proteststürme gegen das schwulenfeindliche Video. Ein Nutzer schreibt bei Facebook: "Es gibt sehr viele Menschen die wegen Ihres (bevorstehenden) Coming Outs Suizid begehen. Sich über so etwas lustig zu machen, ist für mich persönlich mehr als erbärmlich." Ein anderer schreibt: "Mal ohne Scheiß; was ist daran witzig zu filmen, wie man nach seinem Outing geschlagen wird?? Ich sehe da keine Satire drin. Das ist einfach dumm & arm + die Reaktion deines Vaters ist widerlich."

Offenbar waren die Reaktionen auf den "Gay Prank" so heftig, dass Matan sich genötigt sah, die Sache irgendwie klarzustellen - doch damit machte er alles nur noch schlimmer.

 

"Da wurden so viele falsche Sachen interpretiert", sagt er in dem Folge-Clip. "Alles wurde falsch verstanden. Von wegen ich bin schwulenfeindlich, meine Familie ist schwulenfeindlich, meine Familie gehört abgeschoben." Dabei, so Matan weiter, habe sein Vater gar nichts gegen Homosexuelle. "Außer, dass sein Sohn vielleicht schwul werden könnte. Das gibt es bei uns in der Familie nicht, in der Kultur und genauso in der Religion nicht."

Abends holt Matan dann noch seinen Vater vor die Kamera und auch der beteuert: "Ich hab persönlich nichts gegen Homosexuelle, komme auch sehr gut mit denen klar." Doch das große "Aber" wirft Matan dann für seinen Vater gleich selbst ein: "Außer, dass Dein Sohn schwul ist." Beide lachen ein bisschen peinlich berührt.

Daumen hoch von Mert Matan

Auch Matans Rechtfertigung wurde rege kommentiert, von den meisten fassungslos. So schreibt eine User: "Ich glaube nicht, dass ich mir irgend eine dumme Rechtfertigung für einen noch dümmeren "Prank" anschauen will. Dumme Idee, nur von 12 bis mittags gedacht. Ich hoffe, dass dich ein paar Leute disliken und entfolgen. Dann brauchen sie sich auch kein Statement mehr anschauen, wenn du mal wieder eine diskriminierende Idee hast."

Doch er erfährt auch Zustimmung. So schreibt einer seiner Fans: "Total sinnlos von den anderen deine Familie als schwulenfeindlich zu bezeichnen. Hammer Video weiter so .Gruß an dein Dad." Da machte Matan unter dem Kommentar gleich den Daumen hoch. Und auch am Ende des Videos sagt er noch einmal ganz deutlich: "Ich hab nichts falsch gemacht, meiner Meinung nach."

Doch das wird nicht überall so gesehen. Nach Angaben des Branchendienstes " Broadmark" hat der Prank Konsequenzen für Matan. Das Multi-Channel-Netzwerk Tube One Networks hat die Zusammenarbeit mit dem YouTuber beendet. Das hat Jan Rode, CEO von TubeOne Networks, offiziell bestätigt. Matan dürfte dadurch empfindlich hohe Einnahmen verlieren. Denn Multi-Channel-Netzwerke helfen den YouTubern bei der Produktion der Videos und auch dabei, aus den Zugriffen auf ihre Videos Geld zu machen und einzelne Channels miteinander zu vernetzen.

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