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Wegen Vergewaltigung Haftbefehl gegen Wikileaks-Gründer Assange

Gegen den Gründer der Enthüllungs-Website Wikileaks, Julian Assange, ist in Schweden Haftbefehl erlassen worden. Hintergrund ist der Verdacht auf Vergewaltigung und sexuelle Belästigung.

Schwedens Justiz hat zum zweiten Mal Haftbefehl gegen den Internet-Aktivisten und Wikileaks-Gründer Julian Assange wegen eines Vergewaltigungs-Vorwurfs erlassen. Nach der Entscheidung der zuständigen Stockholmer Gerichtskammer wurde eine internationale Fahndung nach dem Australier ausgeschrieben. Sein derzeitiger Aufenthaltsort ist nicht bekannt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Assange wegen des Vorwurfs einer Vergewaltigung am 17. August sowie wegen vier weiterer Fälle von sexueller Belästigung und Zwang bei seinem Schweden Besuch Mitte August. Der 1971 geborene Assange wies über seinen Anwalt erneut alle Vorwürfe zurück.

Ein im August ausgestellter Haftbefehl wegen Verdacht auf Vergewaltigung einer Schwedin und sexueller Belästigung sowie Nötigung einer weiteren Frau bei einem Stockholm-Besuch war nach wenigen Tagen zurückgezogen worden. Anklägerin Marianne Ny meinte zu dem erneuten Haftbefehl: "Hintergrund ist, dass er im Lauf der Ermittlungen verhört werden muss und dafür nicht antreffbar war."

Assange vermutet Verschwörung

Assange hatte alle Vorwürfe zurückgewiesen und als Teils eines vom US-Verteidigungsministerium gesteuerten Komplotts gegen ihn bezeichnet. Wikileaks war international durch Veröffentlichung zehntausender US-Geheimdokumente zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan bekanntgeworden. Der Gründer und Sprecher des Portals hatte noch zu Beginn der Ermittlungen in Stockholm ohne Erfolg eine permanente Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung in Schweden beantragt.

Anfang November erklärte Assange, er könne nur noch in Island, auf Kuba und in der Schweiz ungehindert arbeiten und wolle sich möglicherweise in dem Alpenland niederlassen. Sein derzeitiger Aufenthaltsort war am Donnerstag zunächst nicht bekannt. Die Staatsanwältin kündigte eine Erklärung nach der für den Nachmittag erwarteten Entscheidung beim Haftprüfungstermin an.

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