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"Die Wände wackelten" Erdbeben erschüttert Wiesbaden und Mainz

Auf der Welt gibt es nach Angaben von Geologen 100.000 Erdbeben pro Jahr. Wenn aber in Deutschland die Fenster klirren und die Wände wackeln, wie im Rhein-Main-Gebiet, ist das schon etwas Besonderes.

Möbel wackelten, Fenster klirrten - die Erde bebte: In der Nacht zum Donnerstag erschütterte ein leichtes Erdbeben das Rhein-Main-Gebiet. In Wiesbaden war Berichten zufolge ein tiefes Grollen zu hören, als ob ein Zug oder ein Lastwagen durch das Zimmer fahre. Ähnlich erging es Bewohnern in Mainz auf der anderen Seite des Rheins. "Ich dachte, die Straßenbahn ist in unser Haus gefahren", sagt ein Mainzer Student. Kurz nach dem Beben seien in den Nachbarhäusern in der Innenstadt die Lichter angegangen und die Leute hätten aus den Fenstern geschaut.

Erdbeben der Stärke 3,5

Das hessische Landesamt für Umwelt und Geologie meldete ein Erdbeben der Stärke 3,5 auf der Richterskala. Die Behörde registrierte das Beben um 2.36 Uhr. Nach etwa drei Sekunden war ihren Angaben zufolge der Spuk schon wieder vorbei. Bei der Polizei gingen etliche Notrufe ein. Alleine die Beamten in Wiesbaden zählten 40 Anrufe. Die Menschen seien durch den Erdstoß verängstigt gewesen, berichtet ein Polizeisprecher. Doch ausrücken mussten die Einsatzkräfte nicht. Es wurde niemand verletzt. Auch gab es keine größeren Schäden, abgesehen von einem alten Carport, der aber vielleicht lediglich der Schneelast nicht mehr standhielt.

Nachbeben reißt Bewohner aus Halbschlaf

Wenig später ging der nächste Ruck durch die Erde. Um 6.53 Uhr verzeichnete das Landesamt für Umwelt und Geologie ein kleineres Nachbeben der Stärke 2,8. Die Menschen hätten dabei immer noch einen kleineren "Rums" gespürt. Ein Bewohner aus Wiesbaden schreckte aus dem Halbschlaf hoch: "Ich hörte ein Poltern", berichtet er.

Das Geräusch habe im ersten Moment an den Winterräumdienst erinnert, doch draußen wurde kein Schnee geschaufelt, dafür wackelten die Wände. "Das war richtig zu spüren", sagt er. Nach Angaben des Landesamts wurde das Beben in Finthen westlich von Mainz lokalisiert. Die Experten schätzen, dass das Epizentrum neun Kilometer in der Tiefe lag.

Das Ereignis sei in einem Umkreis von 20 Kilometern spürbar gewesen, sagt der Geophysiker Matthias Kracht vom Landesamt für Umwelt und Geologie. Er selbst habe in der Nacht das Grummeln gehört. Doch der Wissenschaftler betont: "So ein Beben ist nichts Ungewöhnliches." Im Rhein-Main-Gebiet komme ein Erdbeben in dieser Stärke etwa ein bis drei Mal pro Jahr vor, zuletzt vor einem halben Jahr bei Hofheim nördlich des Flughafens.

Über 100.000 Erdbeben pro Jahr

Grund ist die Nähe zum Oberrheingraben. In dieser Region treten Erdbeben häufiger auf als anderswo. Das liege daran, dass sich der afrikanische Kontinent gegen die europäische Platte drücke. Die Beben seien Folge des Spannungsabbaus, erklärt der Geophysiker. Auch beim Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam versetzen Erschütterungen der Stärke 3,5 niemanden in Aufruhr.

Pro Jahr gebe es auf der Welt über 100.000 solcher Erdbeben, berichtet der Geophysiker Joachim Saul. In Indonesien zum Beispiel werde ein Beben dieser Stärke wohl nicht mal in der Presse erwähnt. Zum Vergleich: Bei dem Unglück in Haiti Anfang dieses Jahres wurde Stärke 7 gemessen.

Trotzdem sei auch ein kleineres Erdbeben in Deutschland schon außergewöhnlich. "Es ist ein eher seltenes Ereignis", sagt der Geophysiker. Bei den Menschen lösten die ungewohnten Erdstöße ein ungutes Gefühl aus. "Doch es ist kein Beben, vor dem man Angst haben muss", betont Saul.

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