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Panorama BKA vereitelt Anschlag auf Dortmunder Stadion

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat einen geplanten Sprengstoffanschlag auf das Dortmunder Stadion vereitelt. Die Ermittler bestätigten am Donnerstag die Festnahme eines 25-jährigen Deutschen, der in der Nähe der Arena drei Sprengsätze versteckt haben soll.

Die zunächst zuständige Staatsanwaltschaft Berlin hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der Täter wollte laut BKA-Präsident Jörg Ziercke die Behörden wohl erpressen. Der Mann habe mit den Sprengkörpern mit «hoher Wahrscheinlichkeit den weiteren Forderungen Nachdruck» verleihen wollen, sagte Ziercke in der ARD-«Tagesschau».

«Er wollte ein gesichertes Leben danach, er wollte letztlich Geld von uns und die Chance habe ich ihm natürlich nicht gegeben», sagte der BKA-Chef. Hinweise auf einen terroristischen oder islamistischen Hintergrund gibt es nicht. Der Mann hatte selbst die Polizei von seinen Anschlagsplänen unterrichtet. BKA-Beamte waren den Angaben zufolge in den vergangenen beiden Tagen in Krefeld und Dortmund im Einsatz. Laut «Bild»-Zeitung hoben sie in der Nacht auf Donnerstag zwei Erddepots mit Sprengstoff und Waffen inklusive Zeitzünder aus, eines in der Nähe des Stadions, eines in Krefeld. Letzteres bestätigte das BKA nicht.

Der BVB verschärfte «vorsorglich seine Sicherheitsmaßnahmen rund um den Signal Iduna Park in Absprache mit der Polizei ab sofort noch einmal», wie Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ankündigte. Die Dortmunder Polizei sieht «keine Gefährdung für die Besucher des Signal-Iduna-Parks», wie sie in einer Mitteilung erklärte.

Vereinschef und Ligapräsident Reinhard Rauball sagte den «Ruhr Nachrichten», er werde «vollkommen ohne Angst» ins Stadion gehen: «Ich hoffe, dass sich die Gemeinschaft der Vernünftigen nicht von einem Fehlgeleiteten die Freude verderben lässt.» Eine Spielabsage habe «zu keinem Zeitpunkt» zur Diskussion gestanden.

Nach Angaben des Innenministeriums gibt es bei dem vereitelten Sprengstoff-Anschlag keinen Hinweis auf einen terroristischen Hintergrund. «Der Vorgang hat keinerlei Bezüge zu terroristischen oder islamistischen Organisationen», teilte ein Sprecher von Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) in Berlin mit. Es handle sich «um einen Einzeltäter mit allgemein-kriminellen Motiven».

Nach einer Mitteilung des BKA trat der 25-Jährige, der am Dienstag in einem Kölner Hotel vorläufig festgenommen wurde, war der Polizei bisher nicht bekannt. In seiner Wohnung fanden Beamte drei sprengstoffverdächtige Gegenstände sowie ein umfangreiches Chemikalienlager. Ob die Sprengsätze funktionsfähig waren, blieb zunächst unklar. «Nach einer ersten Einschätzung war jedoch nicht von einer akuten Gefährdung der Bevölkerung auszugehen», teilte das BKA mit.

Der 25-Jährige war laut BKA zunächst im Februar per Mail als Hinweisgeber an die deutsche Botschaft in Islamabad in Pakistan herangetreten. Dabei habe er Informationen zu zwei angeblich in Deutschland von einer Gruppe geplanten Anschlägen in Aussicht gestellt. Zuletzt hatte er auch das Stadion in Dortmund als mögliches Ziel genannt, kurze Zeit darauf wurde er festgenommen. Daraufhin berichtete er in Vernehmungen von den Sprengstoffverstecken.

Das BKA berichtete, schon vor der Festnahme hätten sich Hinweise ergeben, dass es sich um einen Erpressungsversuch handeln könne. Eine Sprachanalyse der Mails habe einen möglichen Zusammenhang mit einem bislang ungelösten Erpressungsfall eines Wirtschaftsunternehmens aus dem Jahr 2010 ergeben. Nähere Details nannte das BKA nicht.

Die Berliner Staatsanwaltschaft, zuständig für Eilmaßnahmen, leitete umgehend ein Ermittlungsverfahren ein. Es müsse nun geklärt werden, wer die weiteren Ermittlungen führe, sagte ein Sprecher.

Hannover 96 reagierte schockiert. «Ich bin entsetzt», sagte 96-Clubchef Martin Kind. Eine Absage der Partie lehnte er aber ab, dies wäre das falsche Signal. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) warnte vor Panikmache. Es bleibe grundsätzlich festzuhalten, «dass wir in den Bundesligastadien einen extrem hohen Sicherheitsstandard haben», erklärte der DFB-Sicherheitsbeauftragte Helmut Spahn.

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