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Mission Raumstation China baut an seinem "Himmelspalast"

Als Grundstein für seine Raumstation "Tiangong-1" (Himmelspalast) schickt China jetzt ein Weltraummodul ins All. In den kommenden Jahren sollen Taikonauten damit verschiedene Manöver trainieren.

In einem ersten Schritt zur Entwicklung einer eigenen Raumstation will China am Donnerstag ein Weltraummodul ins All bringen. Auf dem Raumfahrtbahnhof Jiuquan (Provinz Gansu) in Nordwestchina begann am Mittwoch das Auftanken der Trägerrakete vom Typ "Langer Marsch 2FT1". Der Start des "Tiangong-1" (Himmelspalast) genannten Moduls ist zwischen 21.16 und 21.31 Uhr Ortszeit (15.16 und 15.31 Uhr MESZ) geplant, wie das Raumfahrtzentrum mitteilte.

Das 8,5 Tonnen schwere Modul soll dem ersten chinesischen Andockmanöver und weiteren Tests für den Bau und Betrieb einer größeren Raumstation um das Jahr 2020 herum dienen. Anfang November werde dazu auch das unbemannte Raumschiff "Shenzhou 8" starten, wie die Sprecherin des Raumfahrtprogramms Wu Ping laut einer Mitteilung sagte. "Das Andockmanöver und die Beherrschung der Technologie dafür ist von entscheidender Bedeutung für das bemannte Raumfahrtprogramm."

Miniraumstation kurzzeitig bewohnt

Während "Tiangong-1" in rund 350 Kilometer Höhe um die Erde kreist, soll "Shenzhou 8" (Magisches Schiff) ferngesteuert andocken. Das Rendezvous ist zwei Tage nach dem Start geplant. Das Raumschiff soll zwölf Tage mit dem Modul verbunden bleiben. Während der zweijährigen Betriebszeit von "Tiangong-1" sind im nächsten Jahr weitere Andockmanöver geplant. Mit zwei weiteren "Shenzhou"-Flügen sollen erstmals auch Astronauten kurzzeitig die experimentelle Mini-Raumstation bewohnen.

Der zunächst Anfang September geplante Start von "Tiangong-1" war wegen eines Fehlschlags mit einer Rakete des Typs "Langer Marsch 2C" im August verschoben worden. Als Ursache wurde ein Problem mit dem Kontrollsystem der kleinen Steuerungsraketen identifiziert. Die Rakete für "Tiangong-1" wurde modifiziert, damit sich ein solches Problem nicht wiederholen kann. Sprecherin Wu Ping zeigte sich zuversichtlich, dass alles klappen wird. Der Typ 2FT1 ist das jüngste Modell der "Langer Marsch"-Familie und hat mehr Schubkraft.

Start vor dem Nationalfeiertag

Der Start ist nicht zufällig unmittelbar vor dem Nationalfeiertag am Samstag geplant. Viele Chinesen verfolgen das ehrgeizige Raumfahrtprogramm mit großem Stolz. 2003 schickte China erstmals einen Astronauten ins All. Neben den großen Raumfahrernationen USA und Russland ist China das dritte Land, das aus eigener Kraft Astronauten ins All schicken kann. 2008 machten chinesische Astronauten, die auch Taikonauten genannt werden, erstmals auch einen Weltraumspaziergang.

Die geplante Raumstation könnte bis 2022 fertiggestellt sein, berichtete Professor Jiao Weixin von der Peking Universität der Zeitung "Global Times". Sie solle wissenschaftlichen Experimenten in der Schwerelosigkeit dienen. "Es wäre bedeutungslos, eine bemannte Raumfahrt zu entwickeln, wenn wir nur Raumschiffe bauen und nicht eine eigene Raumstation", sagte der Experte. Der Bau und Betrieb erfordere häufige Rendezvous, Raumspaziergänge und Andockmanöver. "Tiangong-1" sei ein notwendiger erster Schritt dahin.

Noch fehlt die Erfahrung

"China mangelt es an Erfahrungen im Design einer Raumstation", sagte Jiao Weixin in dem Interview. "Wir wissen nicht genau, welche wissenschaftliche Ausrüstung eingesetzt werden soll und ob sie für die Forschung in der Schwerelosigkeit geeignet ist. Deswegen sollten wir immer wieder unsere Technologie und Ausrüstung im "Tiangong"-Raumlabor überprüfen." Ein erfolgreicher Start werde eine solide Grundlage für das bemannte Raumfahrtprogramm legen.

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