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Prozess gegen Lehrer "Tatort Internet"-Fall landet vor Gericht

In Berlin steht ein Lehrer wegen versuchten sexuellen Missbrauchs vor Gericht. Dem Mann war im Rahmen der TV-Sendung "Tatort Internet" von einem Lockvogel eine Falle gestellt worden.

Ein Lehrer aus Brandenburg muss sich wegen versuchten sexuellen Missbrauchs eines vermeintlich 13-jährigen Jungen vor dem Berliner Amtsgericht verantworten. Der 52-Jährige war einem Lockvogel in der umstrittenen Fernsehsendung "Tatort Internet" auf RTL II aufgesessen. Der Angeklagte sagte zu Prozessauftakt, er habe keine sexuellen Absichten bei seinem Treffen mit dem vermeintlichen Kind im Juni 2010 in der Hauptstadt gehabt.

Der aus Cottbus stammende Pädagoge hatte im Internet unter dem Chatnamen "rainbowgerd" Kontakt mit seinem Opfer aufgenommen. Beide vereinbarten ein Treffen und laut Staatsanwaltschaft auch Sex. Den Ermittlungen zufolge zog sich der Lehrer nach seiner Ankunft in einer Wohnung im Berliner Stadtteil Friedrichshain nackt aus. Dabei wurde der Mann von versteckten Kameras gefilmt. Der Lockvogel, ein in Wirklichkeit älterer Schauspieler, hatte das Zimmer zuvor verlassen. Kurz darauf stellte eine Fernsehjournalistin den Lehrer zur Rede.

Lehrer will Alter des Jungen nicht gekannt haben

"Tatort Internet" wurde von Stephanie zu Guttenberg, der Frau des ehemaligen Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg, und dem früheren Hamburger Innensenator Udo Nagel moderiert. Die mittlerweile abgesetzte Sendung löste heftige Kontroversen aus, weil damit Sexualstraftaten angestoßen würden.

Der Angeklagte sagte vor Gericht, sein Chatpartner habe ihm vor dem Treffen ein Foto geschickt. Darauf habe das Opfer keinesfalls minderjährig ausgesehen. Auch bei zwei Telefonaten habe sich die Stimme nicht wie die eines Kindes angehört. Als die Tür geöffnet wurde, habe da ein junger Mann gestanden, fügte der Lehrer hinzu. Ausgezogen habe er sich, weil er sich nach der Reise unter der Dusche frisch machen wollte.

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