Über 400 Tote durch Überschwemmungen in Thailand
Die Zahl der Toten aufgrund der schweren Überschwemmungen in Thailand ist auf über 400 gestiegen. Angaben der Regierung zufolge kamen mindestens 427 Menschen ums Leben, bisher war von rund 380 die Rede gewesen. Angaben über Tote in der Hauptstadt Bangkok enthält der Bericht nicht. Bangkoks Stadtzentrum wurde bislang von den Fluten verschont, Außenbereiche der Stadt stehen jedoch teilweise hüfthoch unter Wasser.
Zahlreiche Einwohner Bangkoks beschwerten sich darüber, dass ihre Häuser für die Geschäfts- und Touristenviertel im Zentrum geopfert wurden. Sie forderten, die Schleusentore weiter zu öffnen, um das Wasser schneller abzulassen. Einige von ihnen begannen sogar, selbst Ablaufrinnen rund um die Schleuse auszuheben. Zum Schutz der Schleusentore wurden Militärpolizisten entsandt.
Thailands Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra lehnt es bislang ab, auf Forderungen der Opposition einzugehen, den Ausnahmezustand zu verhängen. Dadurch würde das Militär mehr Befugnisse erhalten und könnte den überschwemmten Kommunen besser helfen. Armeechef Prayut Chan-o-Cha sagte jedoch, es seien Konfrontationen zwischen Soldaten und Bürgern zu befürchten. Bis Dezember sei das Problem ohnehin gelöst.
Thailand erlebt seit etwa drei Monaten die heftigsten Regenfälle und Überschwemmungen seit Jahrzehnten. Besonders betroffen sind der Norden und das Zentrum des Landes. Neun Millionen Menschen verloren ihre Bleibe, tausende Fabriken mussten geschlossen werden.