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Panorama FIFA-Reformen mit Hindernissen

Gleich zum Start des Reformprozesses droht der korruptionsgeschädigte Fußball-Weltverband einen seiner wichtigsten Unterstützer zu verlieren.

Die Anti-Korruptions-Organisation Transparency International (TI) lehnte eine Mitarbeit im neu gegründeten Governance-Komitee der FIFA unter dem Vorsitz des Schweizer Strafrechtlers Mark Pieth ab und ließ eine weitere Zusammenarbeit mit FIFA-Boss Joseph Blatter offen. «Ich verstehe die Entwicklung nicht und kann deshalb nicht sagen, ob und wie die Zusammenarbeit weitergeht», sagte TI-Vorstandsmitglied Sylvia Schenk der Nachrichtenagentur dpa.

Anti-Korruptions-Experte Pieth legte in Zürich einen 36-seitigen Bericht mit Reformvorschlägen vor, die dem skandalumtosten Verband zu mehr Glaubwürdigkeit verhelfen sollen. Der Kriminologe an der Universität Basel empfahl unter anderem Verbesserungen bei der Wahl des Präsidenten, bei der Besetzung des Exekutivkomitees, eine Amtszeitbegrenzung der Exekutiv-Mitglieder und ein effektives Anti-Korruptions-Programm. Richtig konkret wurde er selten.

Kritiker bemängeln, dass die angekündigte Unabhängigkeit des Gremiums nicht gewährleistet sei, da Pieth von der FIFA bezahlt wird. Dies räumte der 58-Jährige auf Nachfrage ein, betonte aber, das meiste Geld würde in gemeinnützige Organisationen wie Universitäten fließen. Für Transparency International Grund genug, die angebotene Rolle nicht wahrzunehmen.

«Wir wurden offiziell gefragt und haben abgelehnt. Jemand, der in der jüngeren Vergangenheit einen Vertrag mit der FIFA hatte, kann nicht Mitglied des unabhängigen Komitees sein. Außerdem würden wir es bevorzugen, wenn so ein Komitee seinen Vorsitzenden selber wählt», begründete Schenk den konsequenten Schritt ihrer Organisation und kritisierte gleichzeitig massiv die Vorgehensweise der FIFA. Der Weltverband hatte in der vergangenen Woche Pieth zum Vorsitzenden des Governance-Komitees ernannt, das sich eine verantwortungsvolle Verbandsführung zum Ziel gesetzt hat.

Transparency International ist seit dem 17. Juli als unbezahlter Berater in Gesprächen mit der FIFA und erstellte einen detaillierten Bericht mit Reformvorschlägen. In einer ersten Reaktion auf die angekündigten Pläne zeigte sich Schenk enttäuscht. «Beide unserer Schlüsselforderungen wurden nicht erfüllt. Zum einen hatten wir gefordert, dass die Aufarbeitung der Vergangenheit und die Reformen unter die Aufsicht eines unabhängigen Komitees gestellt werden», erklärte die Juristin. Zum anderen sei gefordert worden, dass das Komitee seinen Vorsitzenden selbst bestimmen müsse.

Pieth wertete das vorgelegte Papier nicht als «Endprodukt, sondern als Anfang eines Prozesses». FIFA-Präsident Joseph Blatter, nur zu Beginn der Pressekonferenz anwesend, sprach von einem «sehr wichtigen Tag» für den Weltverband. Der FIFA-Kongress im nächsten Sommer soll Pieths Vorschläge umsetzen. «Die Organisation muss sich selbst reorganisieren», sagte der Wissenschaftler und forderte, dass im Exekutivkomitee keine Funktionäre mit krimineller Vergangenheit mehr sitzen dürften. Das Governance-Komitee wird sich aber nur mit der Zukunft der FIFA beschäftigen - nicht mit der Aufarbeitung der problematischen Vergangenheit. «Ich kann nicht beides tun. Mein Ding ist die Zukunft», so Pieth.

Vier Arbeitsgruppen - Statutenrevision unter dem Vorsitz des DFB-Präsidenten Theo Zwanziger, Ethikkommission, Transparenz und Überwachung und Task Force Football 2014 unter Franz Beckenbauer - sollen dem neuen Gremium zuarbeiten. Pieth leitet seit 21 Jahren die Arbeitsgruppe der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zur Bekämpfung von internationaler Korruption.

Bis zur nächsten Sitzung der FIFA-Exekutive am 17. Dezember soll die genaue personelle Besetzung des Governance-Komitees feststehen. Die Gruppe um Pieth hat allerdings lediglich eine beratende Funktion und soll Vorschläge für die FIFA-Exekutive erarbeiten. Im März 2012 will die FIFA-Regierung entscheiden, ob es beim FIFA-Kongress 2012 tatsächlich zu Statutenänderungen kommt.

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