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Panorama HINTERGRUND: Spannungen zwischen London und Teheran

Die Herabstufung der diplomatischen Beziehungen Londons mit dem Iran nach der Stürmung der britischen Botschaft in Teheran markiert einen neuen Tiefpunkt im Verhältnis der beiden Länder. Ganz einfach war die Beziehung der Islamischen Republik zum "Kleinen Satan", wie Großbritannien seit der Revolution 1979 im Iran genannt wird, aber nie. Der Angriff auf die Botschaft müsse verstanden werden als Ausdruck der im Iran "tief verwurzelten Überzeugung, dass Großbritannien die Strippen zieht", sagt Mark Fitzpatrick vom International Institute for Strategic Studies (IISS).

Zwar war der Iran offiziell nie kolonisiert, doch übte London seit dem 19. Jahrhundert erheblichen Einfluss auf die Geschicke des Landes aus. So spielte London auch eine wichtige Rolle, als Schah Resa Pahlawi 1925 an die Macht gelangte. Als Ministerpräsident Mohammed Mossadegh die Britisch-Iranische Ölgesellschaft verstaatlichte, griff der britische Geheimdienst erneut in die Geschicke des Landes ein: Gemeinsam mit der CIA stürzte er den populären Politiker und brachte Schah Mohammed Resa Pahlawi an die Macht zurück.

Nach seinem Sturz im Zuge der Revolution 1979 verschlechterten sich die Beziehungen erneut. Wegen der Besetzung der US-Botschaft durch Anhänger von Revolutionsführer Ayatollah Ruhollah Khomeini im November 1979 schloss auch London seine Botschaft. Als sie 1988 schließlich wieder geöffnet wurde, hielt die Zeit der Entspannung nur kurz: Die Veröffentlichung einer Fatwa Khomeinis im Februar 1989, in der er zur Tötung des britischen Autors Salman Rushdie aufrief, sorgte für die erneute Schließung der Botschaft.

Immer wieder verurteilte die iranische Regierung die Einflussnahme Londons. Insbesondere dem persischen Dienst des britischen Rundfunksenders BBC wurde vorgeworfen, am Sturz des Systems zu arbeiten. Zwar wurden 1999 unter dem reformorientierten Präsidenten Mohammed Chatami die Beziehungen wieder aufgenommen, doch gerieten sie unter dessen Nachfolger Mahmud Ahmadinedschad rasch wieder in die Krise. Im März 2007 hielt der Iran 15 britische Marinesoldaten knapp zwei Wochen fest.

Der Volksaufstand nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen im Juni 2009 verschärfte den Konflikt weiter. Teheran warf London vor, Partei für die Opposition zu ergreifen und das iranische Staatsoberhaupt, Ayatollah Ali Chamenei, nannte Großbritannien "die dämonischste aller arroganten Mächte". Mehrere britische Botschaftsmitarbeiter wurden festgenommen und wegen Planung einer "samtenen Revolution" vor Gericht gestellt. Erst kürzlich wurde eine Gruppe Dokumentarfilmer wegen der Zusammenarbeit mit der BBC inhaftiert.

"Sie sprechen von Großbritannien als einem manipulativen Fuchs", sagt Fitzpatrick. "Dies ist sehr schmeichelhaft, gibt ihm aber weit mehr Macht, als es besitzt". Allerdings werde das im Iran verbreitete Misstrauen auch immer wieder durch die Politik Londons genährt, sagte Fitzpatrick. So vertritt die britische Regierung im Streit um das umstrittene Atomprogramm Irans eine harte Haltung. Nach dem jüngsten Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zum Iran verhängte sie mit den USA und Kanada neue Finanzsanktionen.

Als das iranische Parlament daraufhin am Montag die Ausweisung des britischen Botschaft forderte, kam es zur Demonstration vor dem Botschaftsgebäude. Weil die Polizei nicht die Stürmung des Geländes verhinderte, schloss London am Mittwoch bis auf weiteres seine diplomatische Vertretung und kündigte die Ausweisung aller iranischer Diplomaten in London an. Fitzpatrick rechnet nun mit einem "neuen Zyklus der Vergeltungsmaßnahmen".

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