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Welt-Aids-Tag Osteuropa ist AIDS-Sorgenkind

In Osteuropa breitet sich Aids bedrohlich schnell aus: Dort starben letztes Jahr zehnmal mehr Erkrankte als 2001. Trotz weltweit sinkender Zahl an Neuinfektionen, warnen Experten vor Leichtsinn.

Osteuropa ist auf dem Weg das neue Aids-Sorgenkind zu werden. Während die Neuansteckungen weltweit sinken, wächst die Zahl der Infektionen dort am schnellsten. 1,5 Millionen HIV-Positive gab es laut dem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vergangenes Jahr in Osteuropa und Zentralasien - mehr als dreimal so viele wie 2001. Dagegen ging die Zahl der Neuinfektionen weltweit im selben Zeitraum zurück: um 15 Prozent auf 2,7 Millionen. «Es besteht nun eine reale Chance, die Epidemie in den Griff zu bekommen», sagte Gottfried Hirnschal, HIV-Direktor der WHO am Mittwoch in Genf.

Schwerpunkt der Aids-Epidemie bleibt aber das südliche Afrika: 22,9 von weltweit 34 Millionen HIV-Positiven leben hier. Auch sieben von zehn Neuinfizierten kommen laut Bericht aus dieser Region. Das Land mit den meisten Infizierten ist Südafrika (5,6 Millionen).

Viele Infizite in Deutschland wissen nichts von ihrer Infektion

Dagegen hat Deutschland mit geschätzten 2700 Neuinfektionen in diesem Jahr laut Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) eine der niedrigsten Raten in Europa. Er lobte anlässlich des Weltaidstags am 1. Dezember die bisherige Aufklärung. "Wir sind erfolgreich, weil Staat und Bürger seit langem Hand in Hand zusammenarbeiten." Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) leben rund 73 000 Menschen in Deutschland mit dem Erreger. Das RKI geht allerdings davon aus, dass etwa 14 000 von ihnen noch keine Aidsdiagnose erhalten haben und nichts von ihrer Infektion wissen. Deswegen warnt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Vorsorge und Aufklärung nicht abreißen zu lassen. "Therapie ersetzt keine Prävention", sagte BZgA-Direktorin Elisabeth Pott. "Da viele Menschen HIV/AIDS nicht mehr als eine der gefährlichsten Krankheiten wahrnehmen, müssen wir die Bevölkerung immer wieder zum Schutzverhalten motivieren."

Situation in Osteuropa ist deprimierend

Dabei genügt ein Blick nach Osteuropa, um die Gefahren der Krankheit vor Augen geführt zu bekommen. Das russische Föderale Anti-Aids-Zentrum fürchtet, dass die Zahl der Infizierten in Russland in den nächsten fünf Jahren von geschätzten einer Millionen Menschen auf bis zu drei Millionen steigt. "Unsere Programme sind ineffektiv", sagte der Leiter Wadim Pokrowski nach Angaben der Agentur Interfax. In diesem Jahr seien von den versprochenen 600 Millionen Rubel (14,3 Mio Euro) lediglich 100 Millionen für Präventionsprogramme ausgegeben worden. Besonders betroffen seien die 25- bis 35-Jährigen. Jeder 50. Mann in dieser Altersgruppe trage das tödliche Virus in sich.

Vor allem Drogenabhängige haben in dieser Weltregion seit Ende der 1990er Jahre ein hohes Infektionsrisiko. In der Ukraine könnten laut WHO bis zu 50 Prozent der Junkies infiziert sein, in Russland mehr als ein Drittel. Und weil viele sich mit Prostitution durchschlagen, erhöhe dies das Infektionsrisiko in der Bevölkerung. Die Zahl der Aids-Toten habe sich in der Region seit 2001 auf 90 000 verzehnfacht. "Es gibt keine Anzeichen dafür, dass die Epidemie in dieser Region ihren Höhepunkt erreicht hat", heißt es im WHO-Bericht. Denn nur wenige Infizierte werden behandelt.

Lage in Afrika verbessert sich langsam

In diesem Punkt macht dagegen Schwarzafrika Fortschritte: 2010 bekamen knapp die Hälfte der Bedürftigen die lebensverlängernde antiretrovirale Therapie (ART). Ein Anstieg um 30 Prozent im Vergleich zu 2009 - das ist der größte Zuwachs weltweit. Weil mehr Kondome benutzt werden, sank auch die Zahl der Neuinfektionen. In Asien (ohne Russland) nimmt die Rate seit Jahren ab.

Dagegen sorgen die steigenden Zahlen in Russland und der Ukraine auch für einen kräftigen Anstieg in der WHO-Region Europa. Im vergangenen Jahr gab es nach Angaben des WHO-Regionalbüros für Europa zweieinhalb mal so viele Infizierte wie 2001. Die Epidemie sei nicht unter Kontrolle.

Finanzkrise läßt Fördermittel versiegen

Die Weltgesundheitsorganisation kritisiert, dass durch die Finanzkrise die Investitionen in HIV-Programme 2010 deutlich gesunken seien. Zuvor waren sie international von Jahr zu Jahr gestiegen. Schätzungen zufolge liegen sie aktuell bei 16 Milliarden Dollar (12 Milliarden Euro). Nötig seien aber 22 bis 24 Milliarden Dollar. Die Vereinten Nationen haben sich dem Millennium-Entwicklungsziel verschrieben, die Ausbreitung von Aids bis 2015 zu stoppen.

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