Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

"Der Schrei"-Auktion Weltrekord? "Alles kann passieren"

106,5 Millionen Dollar könnten geknackt werden, Auktionsrekord für einen Picasso. "Der Schrei" von Edwvard Munch strebt Rekorde an. Immerhin wurden die Geschwister-Gemälde schon mehrmals gestohlen.

"Ich fühlte das große Geschrei durch die Natur", schrieb, auf Deutsch, der norwegische Maler Edvard Munch auf den Rand eines Bildes. Bekannt, ja berühmt und legendär wurde es als "Der Schrei".

Das vor 120 Jahren entstandene Motiv gehört zu den bekanntesten Gemälden der Welt. Vier Fassungen gibt es, drei davon sind in norwegischem Staatsbesitz. Das vierte kommt jetzt (2. Mai) in New York zur Versteigerung. Und Experten halten einen Weltrekord für möglich.

"Alles kann passieren"

Sotheby's gibt für das expressionistische Meisterwerk einen Schätzpreis von 80 Millionen Dollar (60 Millionen Euro) an. Doch Experten erwarten mehr. "Es kann alles passieren, kein Betrag kann ausgeschlossen werden", sagte Simon Shaw, Chef der Abteilung für Moderne Kunst bei Sotheby's, vor wenigen Tagen in New York. Ob der Auktionsrekord - aufgestellt vor zwei Jahren mit 106,5 Millionen Dollar für Picassos "Akt mit grünen Blättern und Büste" - gebrochen werde, könne niemand sagen. "Wir sind sehr gespannt." Es sind zwar noch teurere Verkäufe bekannt, Jackson Pollocks "No. 5" kostete vor gut fünf Jahren satte 140 Millionen Dollar. Doch das waren Privatgeschäfte, keine Auktionen.

Alles sei möglich bei der "Schrei"-Versteigerung, sagt Tobias Meyer, Chefauktionator bei Sotheby's, im dpa-Gespräch. Solche Gelegenheiten seien auf dem Kunstmarkt höchst selten. "Was kostet ein einmaliges Bild? Es ist so einmalig, dass man eigentlich keinen Schätzpreis nennen kann." Während einer solchen Auktion herrsche viel Spontaneität. "Da machen viele etwas, von dem sie vorher nie dachten, dass sie so etwas machen würden."

"Zweibekanntestes Bild der Welt"

Das Bild ist 1895 entstanden und gehört Petter Olsen. Dessen Vater Thomas, damals selbst noch ein Kind, hatte vor gut 100 Jahren in Hvitsten bei Vestby in Südnorwegen einen neuen Nachbarn bekommen: Edvard Munch. Das Bild ging durch viele Hände, bevor Thomas es um 1937 erwarb. Sohn Petter will Munchs Meisterwerk nun verkaufen - um ein Museum für Munch (1863-1944) bauen zu können. "Ich habe mein ganzes Leben mit diesem Werk gelebt, und seine Kraft und Energie sind mit der Zeit nur noch stärker geworden", zitierte das Auktionshaus Sotheby's den Sammler. "Jetzt jedoch scheint die Zeit gekommen, dem Rest der Welt die Chance zu geben, dieses bemerkenswerte Werk zu besitzen und zu bewundern."

"Es ist das zweitbekannteste Gemälde der Welt nach der Mona Lisa", sagt der Munch-Experte Mark Winter aus Florida. Das Bild gilt als marktfrisch, weil es seit einem dreiviertel Jahrhundert nicht zum Verkauf stand. Und Konkurrenz wird es auch nicht geben: Die anderen drei Versionen von "Der Schrei" sind im norwegischen Staatsbesitz, und dass die bekanntesten Werke des Nationalhelden Munch verkauft werden, ist kaum denkbar.

"Museum kann nur Gewinn machen"

"Der Schrei" zeigt eine schreiende, die Hände an den Kopf schlagende Figur auf einem Pier, im Hintergrund sind Spaziergänger und Boote auf dem Wasser zu sehen. Es ist in kräftigen expressionistischen Farben gehalten. Aus den beiden Osloer Museen wurden schon zwei "Schreie" gestohlen: 1994 - ausgerechnet zu Beginn der Olympischen Winterspiele in Lillehammer - und 2006. Die Bilder sind wieder da - zum Teil aber schwer beschädigt.

Munch-Experte Winter erklärt sich die Popularität des Bildes mit seiner Universalität: "Jeder erkennt es. Und jeder kann es nachvollziehen. Die Welt, unser Leben, ist voller Probleme. Wer möchte nicht manchmal einfach schreien?" Das Bild werde überall verstanden, "egal ob man Chinese, Deutscher oder Argentinier ist".

Und genau deshalb erwartet Winter auch weit mehr als die angegebenen 80 Millionen. "Das Museum, das dieses Bild kauft, kann nur Gewinn machen." Nach seinen Berechnungen würde das populäre Bild jährlich für eine Million Besucher mehr sorgen. "Sagen wir, jeder lässt 50 Dollar da für Eintritt und im Museumsshop - dann sind das 50 Millionen Dollar im Jahr." Ist das Bild erstmal gekauft, seien die laufenden Kosten gering: "Man braucht nur eine Wand und einen Nagel. Selbst die Versicherung wird bei einer großen Sammlung nicht nennenswert höher. Wenn ein Museum den Kaufpreis über ein paar Jahre streckt, kann es leicht 250 Millionen bieten."

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Artikel kommentieren

Bitte loggen Sie sich ein, um Kommentare zu schreiben.

Login

Artikel als "Nickname" kommentieren:

Noch 800 Zeichen

Leserkommentare ()
Weitere Kommentare anzeigen ()
 
 
 
Die Angst und Unwissenheit über die Organismen wie Bakterien, Viren oder andere Einzeller sei groß, teilte der Amsterdamer Zoo mit.
Der erste Zoo für Mikroben
Blick in eine unsichtbare Welt
image
Indonesien
Segeltörns, Megalithen und eine Mini-Insel
image
British Airways, Lufthansa & Co.
Suiten an Bord und Treibstoff aus Müll
image
Tokio Hotel
Neues Musikvideo veröffentlicht
image
Jennifer Lawrence und Bradley Cooper
Traumpaar spielt wieder gemeinsam
Pärchen im Urlaub
Wohin die Reise geht
Frauen entscheiden über Urlaubsziel
In dem Mietvertrag sollten Kaltmiete und Nebenkosten eindeutig festgelegt sein.
Vermieten an Angehörige
Miethöhe bestimmt Höhe des Steuerabzugs
Lange Küstenlinie auf Prince Edward Island
Wo Kanada geboren wurde
Ein Besuch auf Prince Edward Island
Die Firma Fresh Breeze entwickelt ein Flugauto mit Straßenzulassung.
Flugauto aus der Wedemark
Tüftler arbeitet an altem Traum
Nixie
Verblüffende Erfindung
Mini-Drohne soll das Selfie revolutionieren
Am besten verdienen Hospitanten laut einer Stichprobe im Bereich Konsumgüter.
Stichproben-Vergleich
Praktikanten erhalten mehr Gehalt
Italienische Lebensart und griechische Geschichte: Beides vereint die Stadt Syrakus.
Syrakus auf Sizilien
Alternde Diva im prächtigen Gewand
Knapp 800 DDR-Flüchtlinge werden am 5. Oktober 1989 in Hof (Bayern) unter Jubel empfangen.
30. September 1989
Der Anfang vom Ende der DDR
Vergleichsportal Check24
Stärken und Schwächen
Internet-Vergleichsportale im Reisemarkt
Vor allem im ländlichen Raum herrscht Ärztemangel. Junge Hausärzte sind deshalb sehr begehrt.
Sozialarbeiter und Mediziner
Junge Hausärzte sind gesucht
Ein Teil des Zeltlagers auf dem Gelände der bundesdeutschen Botschaft in Prag.
Als Kind in der Prager Botschaft
Wechselbad der Gefühle auf der Flucht
Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky vor dem Neuköllner Rathaus in Berlin.
Neues Buch "Die andere Gesellschaft"
Buschkowsky rechnet mit Salafisten ab
 Der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) auf dem Balkon der Prager Botschaft.
"Nüchtern und schmucklos"
Genschers Erinnerungen an die Balkon-Szene
Am 3. Oktober 1990 wurde das Hoheitszeichen vor der Vertretung in Ost-Berlin abmontiert.
Fluchtpunkt Hannoversche Straße
Der Wendesommer 1989 in der "StäV"
Mit den Gesprächen am Runden Tisch in begann ein Reformprozeß, der nicht nur in Polen die politische Wende einleitete.
Wende im Ostblock
Gespräche am Runden Tisch starteten Wandel
Die Glienicker Brücke verbindet Berlin mit Potsdam.
Von Agenten und Mini-Panzern
Die Glienicker Brücke damals und heute
Mit den Gesprächen am Runden Tisch in begann ein Reformprozeß, der nicht nur in Polen die politische Wende einleitete.
Wende im Ostblock
Gespräche am Runden Tisch starteten Wandel
May-Blog , 17.10.2008
Finanzpaket ist auf dem Weg - werden die Bankmanager nun zur Kasse gebeten?
Vorgängerin von Liverpool und Stavanger: Sibiu ist eine von Europas Kulturhauptstädten 2007. (Bild: dpa)
Reise
Liste mit 37 Namen: Kulturhauptstädte gibt es seit 1985
In den Reisebüros können sich Urlauber jetzt mit den Katalogen für die Sommersaison 2008 versorgen. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)
Reise
Von A(pulien) bis Z(ypern): Neue Reiseideen in den Katalogen
Auf der Otago-Halbinsel im Süden Neuseelands haben die Seelöwen das Sagen. (Bild: Lenders/dpa/tmn)
Reise
Abstecher ins Reich der Pinguine und Seelöwen
Die Dresdner Frauenkirche im Maßstab 1:25 wurde in elf Monaten Bauzeit angefertigt. (dpa/tmn)
Job & Karriere
Wie werde ich...? Modellbauer
Auf diesem Sofa hat auch Paula Modersohn-Becker schon gesessen. (Bild: Duwe/Gemeinschaftsausstellung Worpswede/dpa/tmn)
Reise
Künstlerkolonie: Mit Paula Modersohn-Becker durch Worpswede
Sein Gemälde «Selbstbildnis mit Tonpfeife» stammt aus dem Jahr 1910. (Bild: tmn)
Reise
Einmalige Sammlung: Lyonel Feininger in Quedlinburg
In der Müllbranche finden sich vielfältige Berufsbilder. (Bild: BMU/dpa/tmn)
Job & Karriere
Wie werde ich ....? Abfallwirtschafter
Im Salzbergwerk Wieliczka finden Besucher eine unterirdische Kirche. (Bild: Polnisches Fremdenverkehrsamt/dpa/tmn)
Reise
Besuchermagnet unter Tage: Salzbergwerk Wieliczka in Polen
Für Berufstätige, die an ihrem Arbeitsplatz unter Stress oder Langeweile leiden, tun sich Abgründe auf. (Bild: dpa-infocom)
Job & Karriere
Zwischen «Burnout» und «Boreout» - Leiden am Arbeitsplatz
Die britischen Regierung hat für 22 Flughäfen die strikten die Handgepäck-Bestimmungen aufgehoben. (Bild: dpa)
Reise
Großbritannien lockert strikte Handgepäckregel für Fluggäste
Der Überlieferung nach geht das Kloster auf Kaiser Karl den Großen zurück. (Bild: Heimann/dpa/tmn)
Reise
Ein Kloster in himmlischer Landschaft
Reisende am Flughafen: Das Rückflug-Ticket gilt, selbst wenn der Passagier den Hinflug nicht angetreten hat. (Bild: dpa)
Reise
Hinflug nicht genutzt: Rückflug-Ticket ist trotzdem gültig
Eine Zielvereinbarung zwischen Arbeitgeber und -nehmer sollte auch die Höhe der Prämie regeln. (Bild: dpa-infocom)
Job & Karriere
Zielvereinbarung sollte auch die Höhe der Prämie festlegen
Im Nordosten Spaniens soll das «europäische Las Vegas» (hier ein Computerbild) entstehen. (Bild: dpa)
Reise
Zocken in der Wüste: «Europäisches Las Vegas» in Spanien
Sich am Arbeitsplatz für das neue Jahr bewusst Ziele zu setzen, kann nicht schaden - sie sollten aber realistisch sein. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)
Job & Karriere
Mit Schwung ins neue Jahr - Ohne Kondition geht gar nichts
Kein Residenzhotel: Hier sind Touristen Privatgäste der Eigentümer. (Bild: Meier/dpa/tmn)
Reise
Schlummern in Schlössern: Ganz privat zu Gast beim Grafen