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"Der Neue" greift durch Kein Abendmahl für Wiederverheiratete

Papst Benedikt XVI. hat sich einen "Hardliner" nach Rom geholt. Also einen, der so ist wie er früher selber einer war. Der "Neue" heißt Gerhard Ludwig Müller und teilt Wünschen sofort eine Absage.

Der neue Glaubenshüter der katholischen Kirche, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, macht wiederverheirateten Katholiken wenig Hoffnung auf Teilnahme am Abendmahl. Die Lehre der Kirche sei "ganz klar", sagte der Präfekt der Glaubenskongregation der "Passauer Neuen Presse" und "Mittelbayerischen Zeitung" vom Wochenende.

"Eine gültig geschlossene Ehe unter Christen ist unauflöslich und umfasst das Versprechen der lebenslangen Treue", betonte Müller. Die Kirche müsse "eine Mentalität hinterfragen, die das Versprechen der Familiengründung zu locker sieht". Die Betroffenen sollten sich aber "nicht auf den Empfang der Kommunion allein konzentrieren", empfahl der Erzbischof. Das sei "nicht der ganze katholische Glaube".

In "Frontlinien" geraten

Nach katholischer Lehre dürfen Geschiedene, die wieder geheiratet haben, die Sakramente nicht entgegennehmen. Jüngst hatten knapp 200 Geistliche die Kirche aufgefordert, erneut Verheiratete zur Kommunion zuzulassen.

Müller betonte jedoch, man müsse auch "die Verletzungen bei Kindern aus geschiedenen Ehen sehen". Es gebe viele Tragödien, wenn Kinder in die "Frontlinien" gerieten und wenn sie beobachten müssten, dass aus Liebe Hass wird. Aus diesem Grund müsse die Kirche "eine Mentalität hinterfragen, die das Versprechen der Familiengründung zu locker sieht".

Nachfolgerin der Heiligen Inquisition

Müller war vor einer Woche von Papst Benedikt XVI. zum neuen Präfekten der Römischen Glaubenskongregation ernannt worden. Er löste den US-Kardinal William Levada ab. Bis zu seiner Wahl zum Papst stand Joseph Ratzinger selbst von 1981 bis 2005 an der Spitze der Glaubenskongregation. Diese hat die Aufgabe, die Glaubens- und Sittenlehre in der katholischen Kirche zu fördern und zu schützen. Sie ist die Nachfolgerin der Heiligen Inquisition, die in früheren Jahrhunderten für die Reinheit des Glaubens mit Gewalt gegen Andersgläubige und Kirchenkritiker vorging.

Der 64-jährige Müller gilt als papsttreuer und konservativer Theologe. In einem weiteren Interview mit dem "Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung" vom Wochenende sagte Müller: "Ich bin weder Hardliner noch liberal - ich bin katholisch und christlich, das ist mein Glaubensbekenntnis." Mit Blick auf seine neue Aufgabe in Rom sagte er, die Glaubenskongregation habe "zu allen Dimensionen des menschlichen Lebens etwas zu sagen". Das bedeute manchmal auch, "dem Zeitgeist zu widerstehen", fügte er hinzu.

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