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Polizei bittet um Hilfe Schwerverbrecher auf der Flucht

Raub, Vergewaltigung, Erpressung, Körperverletzung: Das Strafregister von Silvio T. ist lang. Nun entwischte der Häftling des Hochsicherheitsgefängnisses in Burg der Polizei. Die bittet um Hinweise.

Ein gefährlicher Straftäter aus dem Hochsicherheitsgefängnis in Burg hat beim Besuch seines Sohnes zwei Bewacher ausgetrickst und ist geflüchtet. Die Polizei in Sachsen-Anhalt löste eine Großfahndung aus und lässt den 36 Jahre alten Mann bundesweit suchen. Trotz einiger Hinweise fehle nach der Flucht vom Dienstagnachmittag jede Spur von dem Mann, teilte die Polizei in Magdeburg mit.

Der Häftling muss wegen einer langen Straftatenreihe mit Raub und Vergewaltigung bis 2024 eine Strafe verbüßen. Danach sollte er wegen seiner Gefährlichkeit in Sicherungsverwahrung.

Häftling entwischt aus Wohnung

Am Dienstag war dem 36-Jährigen ein bewachter Besuch bei seinem sechs Jahre alten Sohn erlaubt worden. In der Wohnung seiner früheren Lebensgefährtin in Aschersleben nahmen die Beamten dem Mann die Handschellen ab. Nach einem Gang zur Toilette stürmte der Häftling dann aus der Wohnung und schloss die Wohnungstür mit einem Schlüssel ab. Weil die Beamten nicht sofort folgen konnten, gelang dem 36-Jährigen die Flucht. Strafrechtlich sei den Beamten aber kein Vorwurf zu machen, sagte Polizeidirektor Karl-Albert Grewe.

Das Justizministerium verteidigte den Ausgang mit zwei Bewachern. Der Mann habe in der Haft eine Therapie gemacht und dabei ordentlich mitgewirkt. "Das wird vorher haargenau geprüft", sagte Sprecherin Ute Albersmann. Während normalerweise nur ein Beamter Gefangene begleite, seien es in diesem Fall zwei gewesen. Die akute Fluchtgefahr habe man aber nicht gesehen.

Einen vergleichbaren Fall habe es in den vergangenen Jahren nicht gegeben, sagte die Sprecherin. Er werde nun intensiv ausgewertet und untersucht, ob Konsequenzen gezogen werden müssen. Auch mögliche Fehler der Beamten würden geprüft. Das Entfernen der Fesseln in der Wohnung sei aber nicht zu beanstanden. Der Besuch des Gefangenen bei seinem Sohn sei als Teil der Resozialisierung geplant gewesen. Er saß seit 2006 in Haft und hatte zuvor bereits drei Mal seinen Sohn besuchen dürfen.

Raubzug befürchtet

Die Polizei startete eine umfangreiche Suche. Allein am Dienstag waren 70 Beamte, Polizeihunde und ein Hubschrauber im Einsatz. Im Gefängnis in Burg wurde eine Geruchsprobe des Mannes genommen. Ein Spezialeinsatzkommando steht bereit, auch Polizeibehörden in anderen Ländern sind gewarnt.

Der Mann stammt aus Aschersleben und hatte auch nahezu alle seine Straftaten dort begangen. Allein seit 2003 wurden 49 erfasst, darunter neben Raub und Vergewaltigung auch Erpressung oder Körperverletzung. Straftaten mit Schusswaffen sind nicht darunter.

Die Polizei geht davon aus, dass der ohne Geld geflohene Straftäter jetzt Diebstähle oder Überfälle begehen könnte, um an Geld zu kommen. Hinweise auf eine von langer Hand geplante Flucht hat die Polizei nach eigenen Angaben nicht. Sie geht vielmehr von einer spontanen Aktion aus. Möglicherweise habe der Mann seinen bald anstehenden Geburtstag nicht hinter Gittern feiern wollen.

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