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"Schützt unsere Kinder" USA stehen nach Massaker vor Waffen-Debatte

Bei einer Schießerei in einer US-Grundschule in Newtown sterben 20 Kinder und 6 Erwachsene. Die Bluttat ist eine der schwersten in der jüngeren US-Geschichte. Und die Konsequenzen daraus?

Vor dem Weißen Haus in Washington kam eine überschaubare Gruppe zusammen, um nach dem schlimmsten Schulmassaker in der US-Nachkriegsgeschichte für schärfere Waffengesetze zu demonstrieren. Etwa 50 Menschen entrollten Plakate, auf denen Parolen wie "Schützt unsere Kinder - verbietet Waffen jetzt" standen. Wenige Stunden zuvor hatte Präsident Barack Obama bei einer emotionalen Pressekonferenz allenfalls eine Verschärfung angedeutet. Immer wieder wurde nach Schießereien in den USA über ein restriktiveres Waffenrecht debattiert, passiert ist aber nichts.

Ein mit den Tränen kämpfender Obama hatte zwar Konsequenzen aus dem Massaker in der Sandy Hook Grundschule in Newtown im Bundesstaat Connecticut gefordert. "Wir haben in den vergangenen Jahren zu viele dieser Tragödien durchgemacht", sagte der Präsident. Doch was er konkret plant, blieb unklar.

Der Ablauf des Massakers in der friedlichen Kleinstadt nördlich von New York war zunächst verschwommen, das Motiv unklar. Sicher scheint aber, dass der von US-Medien als Adam Lanza identifizierte Schütze 20 Kinder zwischen fünf und zehn Jahren sowie sechs Erwachsene in der Schule tötete - und nach der Tat selbst ums Leben kam.

Mit mindestens zwei Handfeuerwaffen, einer Glock und einer Sig Sauer, soll Lanza in die Schule gestürmt sein. US-Medien berichteten, dass am Tatort auch ein halbautomatisches Gewehr von Typ AR-15 gefunden worden sei. Den Berichten zufolge waren die Waffen auf Lanzas Mutter Nancy zugelassen, die in der Grundschule als Lehrerin arbeitete und ebenfalls getötet wurde.

Jedes Jahr sterben in den USA etwa 30.000 Menschen durch Schusswaffen. Knapp 60 Prozent davon sind Selbstmorde, 40 Prozent sind Tötungsdelikte. Weitaus mehr Bürger werden im eigenen Land erschossen als bei Kriegseinsätzen im Ausland, etwa in Afghanistan. Das Recht auf Waffenbesitz ist im zweiten Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten verbrieft. Wie weit dieses Recht reicht und welche Arten von Waffen davon betroffen sind, ist äußerst umstritten.

Nach Schießereien mit vielen Toten entfaltete sich in den vergangenen Jahren gewöhnlich eine Debatte, die grob drei Phasen umfasste: Unmittelbar nach der Katastrophe zeigt sich die Nation betroffen, dann liefern sich Befürworter und Gegner von schärferen Waffengesetzen ein Wortgefecht. Schließlich ebbt die Diskussion wieder ab - ohne größere Änderungen am Waffenrecht. Als im Juli in einem Kino in Aurora im US-Bundesstaat Colorado ein Mann während der Premiere des neues "Batman"-Films zwölf Menschen umbrachte, führten die USA eine jener Debatten - bis sie im Nachrichtenstrom unterging.

Viele US-Bürger reagieren auf eine Verschärfung der Waffengesetze ähnlich allergisch, als solle ihnen das Recht auf freie Meinungsäußerung genommen werden. Auch nach dem Massaker von Aurora änderte sich an den Umfragewerten nicht viel. In einer Erhebung des Nachrichtensenders CNN aus dem August sprachen sich 50 Prozent gegen größere Einschränkungen des Waffenbesitzes aus. Dagegen forderten 48 Prozent eine stärkere Waffenkontrolle. Die Werte hätten sich gegenüber Umfragen aus dem Jahr 2011 nicht verändert, hieß es.

Die üblichen Verdächtigen der Waffen-Debatte brachten sich nach dem Massaker von Newtown bereits in Stellung. Die Nichtregierungsorganisation Brady Campaign, die sich für schärfere Waffengesetze einsetzt, erklärte, dass eine Reform "lange überfällig" sei.

Die mächtige Waffenlobby der National Rifle Association (NRA), die Waffen im Haushalt zur kulturellen Eigenheit der USA überhöht und jede Reform als Angriff auf bürgerliche Freiheiten brandmarkt, hielt sich zunächst bedeckt. Dafür äußerte sich auf dem erzkonservativen TV-Sender Fox News der frühere republikanische Präsidentschaftsbewerber Mike Huckabee. Mit strengeren Gesetzen lasse sich ein derartiges «Blutbad» nicht verhindern, sagte er. Stattdessen brachte er als Rezept mehr Gott und Religion in den Schulen ins Gespräch.

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