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Boulevard Gérard Depardieu will französischen Pass abgeben

Der französische Filmstar Gérard Depardieu will im Streit um seine Steuermoral seine Staatsbürgerschaft aufgeben. "Ich überreiche Ihnen meinen Pass und meine Sozialversicherungskarte", schrieb der 63-Jährige in einem offenen Brief an Regierungschef Jean-Marc Ayrault, der im Magazin "Journal du Dimanche" veröffentlicht wurde. Mitglieder der sozialistischen Regierung reagierten empört auf Depardieus Entscheidung.

Anlass für die Entrüstung des Schauspielers ist Ayraults Kritik an seinen Umzugsplänen nach Belgien aus Steuergründen. Der Regierungschef hatte Depardieus Flucht vor den erhöhten Spitzensteuersätzen der Regierung als "erbärmlich" bezeichnet.

Dazu schrieb Depardieu, der als Unterstützer des abgewählten konservativen Staatschefs Nicolas Sarkozy bekannt ist, nun: "Ich habe in 45 Jahren 145 Millionen Euro Steuern bezahlt, ich beschäftige 80 Arbeitnehmer. (...) Ich weise das Wort 'erbärmlich' zurück." Depardieu ist neben der Schauspielerei seit Jahren erfolgreicher Unternehmer, ihm gehören unter anderem Weingüter und drei Restaurants in Paris.

Das Schreiben des Schauspielers liest sich in Teilen wie eine Anklage: "Wer sind Sie, dass Sie über mich urteilen, das frage ich Sie, Herr Ayrault?" Er verlange Respekt, nachdem keiner der zahlreichen anderen Unternehmer wegen seiner Steuerflucht derart angegangen worden sei. "Sie und ich haben nicht länger dasselbe Vaterland. Ich bin ein wahrer Europäer, ein Weltbürger, ganz wie es mir mein Vater immer eingeschärft hat", schrieb Depardieu an Ayrault.

Arbeitsminister Michel Sapin bezeichnete die Entscheidung Depardieus im Radiosender Europe1 und der Zeitung "Le Parisien" als charakterliche "Verwahrlosung" des Schauspielers. Kulturministerin Aurélie Filippetti sagte dem Sender BFM-TV, die französische Staatsbürgerschaft sei "eine Ehre" und inmitten der Krise Steuern zu zahlen, sei ein "patriotischer Akt". Nach dem Code Civil, dem französischen Gesetzbuch, können Bürger beantragen, ihre Staatsbürgerschaft zu verlieren, sobald sie woanders eine andere beantragt haben.

Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Depardieu sein luxuriöses Stadtpalais im Herzen von Paris verkaufen will. Das im 19. Jahrhundert erbaute und denkmalgeschützte Hôtel de Chambon mit seinen rund 1800 Quadratmetern Wohnfläche soll laut der Zeitung "Le Parisien" rund 50 Millionen Euro kosten.

Depardieu, der unter anderem in "Die letzte Metro", "Cyrano de Bergerac", "Green Card - Scheinehe mit Hindernissen" und mehreren Asterix-Filmen mitspielte, fiel mehrfach wegen seiner cholerischen Reaktionen auf. 2005 schlug er einen Fotografen in Florenz mit einem Kopfstoß nieder. Im vergangenen Jahr pinkelte er in der Kabine eines Flugzeuges, weil ihn die Stewardess während des Starts der Maschine nicht auf die Toilette gehen lassen wollte.

Unlängst wiederum musste Depardieu mehrere Stunden auf einer Pariser Polizeiwache verbringen. Der Schauspieler war zuvor auf seinem Motorroller mit einen Alkoholgehalt von 1,8 Promille durch die französische Hauptstadt gerauscht und hatte einen Unfall gebaut. Bei dem Sturz kamen weder Depardieu noch andere zu Schaden.

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