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Vatileaks-Affäre Papst Benedikt begnadigt Vatikan-Spitzel

Gnade vor Weihnachten: Papst Benedikt zeigt Herz und lässt seinen ehemaligen Kammerdiener Paolo Gabriele frei. Eigentlich hatte der Beschuldigte in der Vatileaks-Affäre anderthalb Jahre bekommen.

Kurz vor Weihnachten hat Papst Benedikt XVI. seinen ehemaligen Kammerdiener Paolo Gabriele begnadigt. Das Oberhaupt der katholischen Kirche habe Gabriele im Gefängnis aufgesucht und ihm die Nachricht überbracht, sagte Papstsprecher Federico Lombardi am Samstag. Gabriele war in der sogenannten Vatileaks-Affäre im Oktober wegen Dokumentendiebstahls von einem vatikanischen Gericht zu anderthalb Jahren Haft verurteilt worden.

Lombardi sprach von einem "sehr väterlichen Akt" des Papstes. Die Begegnung habe eine Viertelstunde gedauert. Anschließend sei Gabriele zu seiner Frau und seinen drei Kindern in seine Wohnung im Vatikan zurückgekehrt. Wie der Vatikan mitteilte, darf Gabriele aber künftig weder seine Arbeit wieder aufnehmen noch im Vatikan wohnen. Der Heilige Stuhl, der auf die "ernsthafte Reue" Gabrieles vertraue, wolle dennoch dabei helfen, dass er wieder ein sorgenfreies Leben mit seiner Familie führen könne.

Zu Monate für Informatiker

Gabriele galt als dem Papst treu ergeben. Er hatte ausgesagt, die gestohlenen Papiere an die Medien weitergegeben zu haben, um dem Papst zu helfen und gegen "das Böse und Korruption" vorzugehen. Vor Gericht bezeichnete sich Gabriele als des Diebstahls unschuldig und begründete sein Handeln damit, dass er das Gefühl gehabt habe, der Papst sei "manipuliert" worden. Gabriele war zunächst zu drei Jahren Haft verurteilt worden, der Vorsitzende Richter reduzierte die Strafe jedoch bei der Urteilsverkündung im Oktober aufgrund früherer Verdienste Gabrieles um den Kirchenstaat sowie seiner Entschuldigung beim Papst um die Hälfte. Der Kammerdiener legte keine Berufung ein. Gabriele war im Mai festgenommen worden und nach 53 Tagen Haft zunächst unter Hausarrest gestellt worden, bevor er im Oktober zu der 18-monatigen Haftstrafe verurteilt wurde.

In der Affäre um die Weitergabe vertraulicher Dokumente aus dem Vatikan war im November auch der Informatiker Claudio Sciarpelletti zu zwei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Ermittler hatten in Sciarpellettis Schreibtisch einen an Gabriele adressierten Umschlag gefunden. Darin befanden sich Kopien von Papieren, die der italienische Journalist Gianluigi Nuzzi von Gabriele erhalten hatte und in seinem Enthüllungsbuch "Seine Heiligkeit" veröffentlichte.

Zwar ist die Affäre um Gabriele mit der Begnadigung des Papstes beendet, der "Vatileaks"-Skandal dürfte aber weitergehen. Die vatikanische Polizei ermittelt noch wegen hunderten Enthüllungen an die Presse, da bestimmte Dokumente von den Medien veröffentlicht wurden, die nicht von Gabriele stammen.

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