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Costa Concordia Ein Jahr mit dem "Hochhaus aus dem Meer"

Wie ein Mahnmal liegt die "Costa Concordia" seit einem Jahr vor Giglio, die Rettung zieht sich hin und wird teuer. Doch bald soll das Unglücksschiff, in dem 32 Menschen starben, verschwinden.

32 Menschen kamen vor einem Jahr bei dem Unglück der "Costa Concordia" ums Leben, am Sonntag jährt sich die Tragödie zum ersten Mal. Unter den Opfern waren auch 12 Deutsche. Das Kreuzfahrtschiff, es liegt immer noch vor der italienischen Insel Giglio, die Bergung des havarierten Kreuzfahrtschiffs dauert länger und wird deutlich teurer als ursprünglich angenommen.

Die Reederei Costa Crociere rechnet mittlerweile mit Bergungskosten von rund 400 Millionen Dollar (etwa 305 Millionen Euro) - das sind 100 Millionen Dollar mehr als erwartet. Auf einen Termin für das endgültige Abschleppen des Wracks vor der italienischen Insel Giglio wollte sich die Reederei am Samstag bei einer Pressekonferenz nicht festlegen.

Einen genauen Termin für die komplizierte Bergung zu nennen, sei "irreführend und unzuverlässig", teilte die Reederei mit. Man rechne mit einer Bergung noch vor Ende des Sommers. Der Costa-Crociere-Generaldirektor Gianni Onorato hatte der Zeitung "La Stampa" erklärt, das Schiff solle vor Ende Juli aufgerichtet und in einen bisher noch nicht bestimmten Hafen geschleppt werden. Der Chef des italienischen Zivilschutzamts, Franco Gabrielli, nannte hingegen Anfang September als wahrscheinlichstes Bergungsdatum. Ursprünglich war von Frühjahr 2013 die Rede gewesen.

Zum Jahrestag des "Costa"-Unglücks wollten Überlebende, Angehörige der Opfer und Retter am Wochenende an die Katastrophe erinnern. Sie versammeln sich zu einer Gedenkfeier auf Giglio, wo das Schiff mit mehr als 4200 Passagieren havariert war. Nach Medieninformationen reiste nun auch der Inder Kevin Rebello auf die Insel. Die Leiche seines Bruders Russel, der auf dem Schiff gearbeitet hatte, ist immer noch verschollen. Auch die Leiche eines italienischen Touristen wurde nie gefunden.

Die "Costa" war gekentert, nachdem ihr Kapitän sie zu nahe an die Küste gesteuert und einen Felsen gerammt hatte. Umweltschützer und Einwohner von Giglio beklagten, dass das Wrack noch immer vor der Insel liegt. Das schade Umwelt und Tourismus. Befürchtungen, der Schiffsrumpf könne bei der Bergung auseinanderbrechen, trat ein Ingenieur der Reederei entschieden entgegen. Auch italienische Behörden halten das für unwahrscheinlich.

Zur Gedenkfeier am Sonntag gehören ein Gottesdienst und eine Zeremonie für die Retter, die in der Nacht des Unglücks Dienst taten. Die Organisatoren planen außerdem, Gedenkplaketten und einen Stein für Opfer und Retter zu enthüllen. Zudem soll es ein klassisches Konzert geben. Gegen zwölf Personen, unter ihnen Kapitän Francesco Schettino und das Management von Costa Crociere, wird wegen des Unglücks ermittelt. Es wird erwartet, dass die Strafverfolger Ende Januar oder im Februar Anklage erheben werden. Eine Gerichtsverhandlung könnte nach dem Sommer beginnen.

Eine Bergung wie diese hat es auf der ganzen Welt noch nicht gegeben - darüber sind sich auf der kleinen Toskana-Insel Giglio alle einig: Der Bürgermeister, der Katastrophenschutz, die Ingenieure. Seitdem ist auf Giglio nichts mehr so, wie es einmal war. Immer noch ragt das Wrack des Schiffs wie ein Hochhaus aus dem Meer. Ein Team von rund 400 Ingenieuren, Arbeitern und Tauchern arbeite rund um die Uhr auf dem Schiff, erklärte der Ingenieur Nicholas Sloane am Samstag auf einer Pressekonferenz in dem Hafen-Ort Giglio Porto - einen Tag, bevor sich die Katastrophe zum ersten Mal jährt.

Sloane, ein braungebrannter Mann mit roten Haaren, steht im kurzärmeligen Polo-Shirt vor den vielen Journalisten. Wenige Meter von ihm entfernt scheint die Sonne auf das Riesen-Wrack und die vielen Kräne drumherum. Davor erstreckt sich die Küste von Giglio, die aussieht wie einer Toskana-Postkarte entsprungen: Kleine Bars und Restaurants stehen in den verwinkelten, winzigen Gassen einer gelb- und ockerfarbenen Stadt. Das Wrack wirkt dagegen wie ein Ufo, wie von einer anderen Welt. Journalisten fotografieren und filmen unermüdlich dieses unwirkliche Bild.

Währenddessen erklärt Sloane den Plan der Bergungsaktion. Er ist von der US-Firma Titan Salvage nach Giglio geschickt worden. Zusammen mit der italienischen Firma Micoperi sollen die Amerikaner das Wrack wegschaffen. Gerade sind sie dabei, riesige Löcher in den Felsen unterhalb der "Concordia" zu reißen. In die Löcher werden Sloane und sein Team mehrere Plattformen rammen. Sie sollen als eine Art Bett für das Wrack dienen. Anschließend werden auf der Seite des Schiffs große Tanks angebracht, die mit Stahlketten mit den Unterwasser-Plattformen verbunden werden. Wenn all das geschafft ist, steht die heikelste Phase der Bergungsaktion an: Die Ketten sollen die "Concordia" im Schneckentempo hoch ziehen, bis sie senkrecht auf dem Wasser steht.

Das erklärte Ziel der Aktion ist, das Wrack in einem Stück von Giglio fortzuschaffen. Die Umwelt soll so wenig wie möglich belastet werden. Umweltschützer warnen seit der Havarie immer wieder vor Gefahren durch das Wrack.

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