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Milliarden Tonnen Schnee Autofahrer bibbern im Megastau auf der A4

Sechs Milliarden Tonnen Schnee werden zur Wochenmitte in Deutschland liegen. Das Winterwetter sorgt für ein Verkehrschaos - in Thüringen staute sich der Verkehr auf der A4 auf 70 Kilometern.

Die fast flächendeckend über Deutschland liegende Schneedecke wird wegen der erwarteten weiteren Schneefälle bis Mittwoch auf ein Gewicht von sechs Milliarden Tonnen anschwellen. "Das entspricht ungefähr der achtfachen Wassermenge der Müritz oder rund 13 Prozent der Wassermenge des Bodensees", rechnete der Deutsche Wetterdienst in Offenbach vor.

Demnach lagen am Sonntag bereits dreieinhalb Milliarden Tonnen Schnee und Eis in Deutschland. Der Anstieg um weitere etwa zweieinhalb Milliarden Tonnen werde durch die vorhergesagten neuen Schneefälle vor allem im Westen und in der Mitte Deutschlands zustande kommen. Das schneereiche Winterwetter sorgt in Deutschland und Teilen Europas zu erheblichen Behinderungen auf Straßen und Flughäfen.

Stundenlanges Warten auf der Autobahn

Bei frostigen Temperaturen haben Tausende Autofahrer am Montag in einem Megastau auf der Autobahn 4 ausharren müssen. Am frühen Morgen waren zwischen Friedewald und Bad Hersfeld auf hessischer Seite Lastwagen ins Schleudern gekommen und konnten danach nicht mehr anfahren. Daraufhin blieb die A4 gen Frankfurt/Main stundenlang gesperrt. Die Autos stauten sich zeitweise auf bis zu 70 Kilometern Länge bis nach Gotha, wie der Sprecher der Thüringer Autobahnpolizei, Christian Cohn, sagte. Zudem wurden die Fahrzeuge weiter eingeschneit. Da die Autobahn jenseits der Landesgrenze teils nur zweispurig und ohne Standstreifen ist, seien Räumfahrzeuge nicht durchgekommen, um die Fahrbahn frei zu machen, erklärte Cohn. Erst nach Stunden ging es langsam wieder vorwärts.

Für die Autofahrer im Stau bedeutete das stundenlanges Warten und Frieren. Den Angaben nach verteilten Helfer Decken, warme Getränke, Essen und Kraftstoff, doch sei es teils schwierig gewesen, an die Autofahrer heranzukommen. Das Technische Hilfswerk war mit 18 Helfern und 3 Fahrzeugen im Einsatz, um festgefahrene Wagen herauszuziehen. Erst gegen Abend war die Unfallstelle in Hessen wieder frei, so dass der Verkehr dort anrollte. Wie lange es dauern sollte, bis der Stau aufgelöst ist, war zunächst unklar. Laut Cohn waren die Autos in Thüringen teils gegen die Fahrtrichtung von der Autobahn gelotst worden.

An Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main wurden am Montag mindestens 510 <a xlink:actuate="onRequest" xlink:href="coremedia:///cap/resources/1744800" xlink:show="new" xlink:type="simple">Starts und Landungen gestrichen</a>, auch am Münchner Flughafen fielen rund 180 Flüge aus.

Zahlreiche Unfälle auf eisigen Straßen

Die Berliner Stadtautobahn A111 war Montagfrüh aufgrund von Glatteis in Richtung Norden zeitweise dicht. Nach Angaben der Verkehrsinformationszentrale war der Abschnitt am Tunnel Flughafen Tegel betroffen, es kam zu erheblichen Behinderungen.

Im nördlichen Bayern kam es ebenfalls zu zahlreichen Unfällen - allein in Unterfranken zählte die Polizei 100 Verkehrsunfälle mit mehreren Verletzten. In der Röhn blieben Lkw wegen des Schnees an Steigungen liegen, auch in Ostsachsen hingen ein Schwerlasttransporter und ein Sattelzug auf der A 4 an einer Anhöhe fest. In Baden-Württemberg kam am Montagmorgen im Landkreis Konstanz ein Schulbus auf schneeglatter Fahrbahn ins Rutschen und kippte um. Einer der zehn mitfahrenden Schüler erlitt leichte Verletzungen.

Unterdessen zog die Polizei in Baden-Württemberg eine Bilanz des Eisregens vom Wochenende. Laut Innenministerium gab es zwischen Samstagabend und Sonntagabend insgesamt 1073 Unfälle mit 44 Verletzten. Ein Mensch starb an schweren Kopfverletzungen, die er sich beim Sturz auf eisglatter Straße zugezogen hatte. Es entstand insgesamt ein Sachschaden von drei Millionen Euro.

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