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Einschlag in Russland Bereits 1000 Verletzte durch Meteoritenhagel

Bruchstücke eines offenbar mehrere Tonnen schweren Meteoriten sind im Ural-Gebirge niedergegangen. Sie richteten große Schäden an. Rund 1000 Menschen wurden nach Regierungsangaben verletzt.

Bei dem Meteoritenschauer in Russland sind nach neuesten Angaben fast eintausend Menschen verletzt worden. Wie der örtliche Gouverneur Michail Jurewitsch laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Ria Nowosti mitteilte, erlitten rund 1000 Menschen Verletzungen, als in der Region Tscheljabinsk im Ural Teile eines Meteoriten auf die Erde niedergingen. Die meisten Verletzten seien von Scherben zersplitterter Scheiben getroffen worden, teilte das Innenministerium der Agentur Interfax zufolge mit. Die Behörden sprachen abweichend von einem Meteoriten-Absturz oder einem Meteoriten-Schauer.

Der Einschlag fand demnach um 7.30 Moskauer Zeit (4.30 Uhr MEZ) statt. Der Niedergang des Meteoriten hat nach Angaben deutscher Weltraumexperten nichts mit dem Asteroiden "2012 DA14" zu tun, der am Freitagabend knapp an der Erde vorbeirasen wird. "Das ist etwas völlig anderes", sagte ein Sprecher der europäischen Weltraumagentur Esa. "Flugbahn und Ort des Einschlages sprechen dagegen."

Zerstörte Dächer, geborstene Fensterscheiben

Nach Experteneinschätzung raste der Meteorit mit extrem hoher Geschwindigkeit Richtung Erde. Nach Eintritt in die Atmosphäre dürfte das kosmische Geschoss mit einer gewaltigen Druckwelle explodiert sein.

Insgesamt seien in mindestens sechs Städten in der Region am Ural rund 1500 Kilometer östlich von Moskau Schäden an Gebäuden festgestellt worden, hieß es. Die gewaltige Druckwelle habe zahlreiche Dächer zerstört und Fensterscheiben zertrümmert. Atomanlagen in der Gegend seien nicht betroffen.

Augenzeugen berichteten von Lichtblitzen, Explosionen und Rauchwolken am Himmel. Viele dachten demnach, ein Flugzeug sei am Himmel explodiert. Zahlreiche Russen wunderten sich, wie ungewöhnlich schnell es Bilder gab von dem Phänomen sowie von Menschen, die panikartig Gebäude mit zerborstenen Scheiben verließen.

Zivilschutz ist im Großeinsatz

Der Meteorit selbst sei in den See Tschebarkul rund 80 Kilometer westlich von Tscheljabinsk gefallen, teilte die Gebietsverwaltung mit. Sieben Flugzeuge und 20.000 Angehörige des Zivilschutzes in Tscheljabinsk seien in der Region im Einsatz, um zu helfen. Wegen des Ausmaßes der Schäden sollten Betriebe und Einrichtungen ihre Mitarbeiter nach Möglichkeit zum Helfen nach Hause schicken, hieß es in einer Mitteilung der Verwaltung.

Der russische Astronom Sergej Smirnow meinte, dass der Meteorit vor dem teilweisen Verglühen vermutlich mehrere Tonnen schwer gewesen sei. Einzelne Splitter hätten demnach jeweils bis zu einem Kilogramm wiegen können. "Der Meteorit ist in den unteren Schichten der Atmosphäre fast vollständig verglüht. Allerdings war die Druckwelle massiv", sagte Jelena Smirnych vom Zivilschutzministerium in Tscheljabinsk.

Gebietsgouverneur Michail Jurewitsch brach eine Moskauer Dienstreise ab. "Bei Temperaturen von minus 18 Grad in Tscheljabinsk ist jetzt am wichtigsten, dass die zertrümmerten Fensterscheiben ersetzt werden", sagte er.

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