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Boulevard "Lincoln" und "Argo" ringen um Oscar-Ruhm

Das Historiendrama "Lincoln" von Steven Spielberg hat bei den Oscars mit zwölf Nominierungen die zahlenmäßig größten Chancen, doch das Momentum scheint beim Politthriller "Argo" von und mit Ben Affleck zu liegen. Der Streifen über eine spektakuläre Geiselbefreiung während der Besetzung der US-Botschaft im Iran im Jahr 1979 räumte in Hollywoods diesjähriger Filmpreissaison bereits eine Reihe von Auszeichnungen ab. Auch Produktionen mit deutscher Beteiligung können sich in diesem Jahr Hoffnungen machen - allen voran der Film "Liebe" des Österreichers Michael Haneke.

Die Fachwelt war alles andere als überrascht, als die Filmakademie in Los Angeles Spielbergs Monumentalwerk über den früheren US-Präsidenten Abraham Lincoln Anfang Januar mit Oscar-Nominierungen überhäufte. In den vergangenen Wochen rückte dann aber "Argo" ins Rampenlicht. Afflecks drittes Regiewerk gewann sowohl bei den Golden Globes als auch bei den drei Awards, die von den US-Verbänden der Produzenten, Schauspieler und Regisseure vergeben werden. Beim britischen Filmpreis BAFTA sahnte "Argo" ebenfalls ab.

Der Streifen, in dem Affleck als CIA-Agent auch die Hauptrolle spielt, ist für sieben Oscars nominiert, darunter die Preise für den besten Film und das beste Drehbuch. In der Regiesparte ignorierte die Filmakademie den 40-jährigen Affleck hingegen zum Erstaunen vieler Kinokenner. Als Favorit gilt hier Hollywood-Titan Spielberg, der bereits zwei Regie-Oscars im Regal hat.

Neben "Lincoln" und "Argo" sind in der Königskategorie des besten Films die Romanverfilmung "Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger", das Musical "Les Misérables", die Tragikomödie "Silver Linings" und der Neowestern "Django Unchained" nominiert. In die Schlussauswahl schafften es zudem der Independentfilm "Beasts of the Southern Wild" sowie "Zero Dark Thirty" - die Verfilmung der Jagd auf Al-Kaida-Chef Osama bin Laden.

Auch Hanekes "Liebe" ist als bester Film des Jahres im Rennen, insgesamt hat die deutsche Koproduktion über ein alterndes Ehepaar in fünf Kategorien Chancen. Die französische Schauspielerin Emmanuelle Riva, die am Tag der Oscar-Gala ihren 86. Geburtstag feiert, könnte dabei für die beste weibliche Hauptrolle ausgezeichnet werden. Sie wäre die älteste Oscar-Gewinnerin der Geschichte in dieser Kategorie.

Unter Rivas Rivalinnen befindet sich auch die neunjährige Quvenzhané Wallis, die für ihre Leistung in "Beasts of the Southern Wild" nominiert ist. Wallis wäre wiederum die jüngste Schauspielerin aller Zeiten, die einen Oscar für die beste weibliche Hauptrolle holen würde. Bei den Männern gilt derweil "Lincoln"-Darsteller Daniel Day-Lewis als Favorit. Der Brite könnte als erster Schauspieler mit drei Hauptrollen-Oscars Geschichte schreiben.

Neben "Liebe" ist eine weitere deutsche Koproduktion im Rennen um den Auslands-Oscar, das Historiendrama "Die Königin und der Leibarzt" des Dänen Nikolaj Arcel. Der deutsch-österreichische Schauspieler Christoph Waltz hat mit seiner Rolle als Kopfgeldjäger in Quentin Tarantinos "Django Unchained" Chancen auf eine Auszeichnung als bester Nebendarsteller. Bereits im Jahr 2010 holte Waltz im Tarantino-Film "Inglourious Basterds" den Nebenrollen-Oscar.

In der Dokumentarfilmsparte kann sich der Norddeutsche Rundfunk (NDR) Hoffnungen auf Oscar-Ruhm machen. "Töte zuerst", eine Koproduktion des NDR mit dem israelischen Fernsehen IBA und ARTE France, erzählt den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern aus der Sicht der Chefs des israelischen Inlandsgeheimdiensts Schin Beth.

Die Trophäen werden in diesem Jahr zum 85. Mal verliehen. Die Gala im Dolby Theatre moderiert der US-Komiker Seth MacFarlane, der für seinen sarkastischen Humor berüchtigt ist. "Das letzte Mal, als Deutschland und Österreich etwas koproduziert haben, war das Hitler", sagte der Schöpfer der Zeichentrickserie "Family Guy" bei der Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen mit Blick auf "Liebe". Der Haneke-Film gefalle ihm da "viel besser".

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