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Klimaaktion "Earth Hour" Rund um die Welt ging das Licht aus

Licht aus: In vielen Städten weltweit haben sich Menschen an der "Earth Hour" beteiligt. Sehenswürdigkeiten versanken in der Nacht. Die Aktion soll daran erinnern, wie wichtig Klimaschutz ist.

Das Brandenburger Tor in Berlin, der Kölner Dom, das Hamburger Rathaus und viele andere Sehenswürdigkeiten in Deutschland sind am Samstagabend in Dunkelheit versunken. Als Zeichen für den Klimaschutz wurde eine Stunde lang die Beleuchtung gelöscht. Rund um den Globus wollten sich - jeweils um 20.30 Uhr Ortszeit - 7000 Städte in gut 150 Ländern an der Aktion "Earth Hour" beteiligen, berichtete der Initiator, die Umweltstiftung WWF. Auch am Kreml gingen die Lichter aus. Das Empire State Building in New York und die Christus-Statue in Rio de Janeiro sollten ebenfalls eine Stunde lang unbeleuchtet bleiben. Die Vereinten Nationen unterstützen die Aktion.

Rund 150 Schaulustige und Passanten verfolgten das Spektakel direkt am Brandenburger Tor. Vielerorts gab es Info-Stände vor dunklen Sehenswürdigkeiten und Aktionen bei Kerzenschein. Eine der ersten Stationen der "Earth Hour" war Sydney, wo es am Opernhaus und an der berühmten Hafenbrücke dunkel wurde, ebenso in zahlreichen Restaurants, Gebäuden, Privatwohnungen und Häusern. "Bei der Licht-Aus-Aktion geht es immer um ein Gefühl für Gemeinschaft", sagte Organisator Andy Ridley. "Ein Kind in Peking kann sich daran beteiligen wie ein Kind in Rio. Sie merken, dass wir uns diesen Planeten teilen."

Die australische Metropole Sydney hatte als erste Stadt die Lichter ausgeknipst. Unter dem Jubel von Schaulustigen versanken Stadtsilhouette und Harbour Bridge um 20.30 Uhr Ortszeit in Dunkelheit - mit Ausnahme des weltberühmten Opernhauses, das in Anspielung auf erneuerbare Energien in grünem Licht erstrahlte. Auch in Deutschland sollen am Abend viele Lichter erlöschen.

Sydney war 2007 der Ursprung der "Earth Hour"-Aktion, an der im vergangenen Jahr bereits rund 150 Länder teilnahmen. Was mit zwei Millionen Teilnehmern in der australischen Millionenmetropole begonnen habe, sei zu einer "landesweiten und weltweiten Tradition" geworden, sagte der Chef der australischen Sektion der Umweltorganisation World Wide Fund For Nature (WWF), Dermot O'Gorman.

"Es ist wirklich aufregend", sagte Jessica Bellamy aus Sydney, als um Punkt 20.30 Uhr die Lichter ihrer Großstadt ausgingen. "Eine sehr anregende Nacht, weil es um Hoffnung und Wandel geht." Kurz nach Australien folgten Japan und China.

Wahrzeichen werden verdunkelt

Die veranstaltenden Umweltschutzverbände erwarten, dass erneut hunderte Millionen Menschen zwischen 20.30 Uhr und 21.30 Uhr (jeweilige Ortszeit) das Licht ausschalten. Besonders spektakulär sind dabei die ins Dunkel getauchten internationalen Baudenkmäler und Wahrzeichen von Großstädten.

In Tokio gingen unter anderem die Lichter des Tokio Tower aus, auch das Friedensdenkmal in Hiroshima zur Erinnerung an die Opfer der Atombombenabwürfe 1945 fiel in Dunkelheit. In Peking wurde die Beleuchtung am Vogelnest getauften Stadion der Olympischen Spiele von 2008 ausgeschaltet, in Shanghai und in Hongkong waren die imposanten Skylines vorübergehend nicht illuminiert. In Singapur beobachteten Menschen auf einer Schwimmplattform den Start der Aktion.

Im Laufe des Tages folgten unter anderen das Taj Mahal in Indien, der Moskauer Kreml, der Eiffelturm in Paris sowie der Buckingham Palace in London und das Empire State Building in New York. Neu hinzu kommen in diesem Jahr unter anderem die berühmte Kleine Meerjungfrau in Kopenhagen und die David-Statue in Florenz. Außerdem nehmen in diesem Jahr erstmals Tunesien, Surinam, Ruanda und die Palästinensergebiete an der "Earth Hour" teil.

Einer der Kritiker ist Professor Bjørn Lomborg von der Copenhagen Business School. Er argumentiert, dass zwei Kerzen mehr CO2 produzieren als eine energiesparende Glühbirne. "Mit einem Dinner bei Kerzenlicht die Probleme der Welt angehen – das ist vor allem attraktiv für die komfortable Elite, die bestens mit Strom versorgt ist", schreibt er. Lomborg verweist zudem darauf, dass nicht etwa das Abschalten von Laptops oder Smartphones verlangt wird, was den Nutzern nach seiner Auffassung viel schwerer fallen würde.

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