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Hochwasser-Ticker Schaulustige Hobby-Piloten gefährden Luftverkehr

Die Pegel in Norddeutschland sinken langsam, doch noch immer ist die Hochwasser-Gefahr nicht gebannt. Zu groß ist der Druck auf die Deiche. Über den neuesten Stand informiert unser Live-Ticker.

Zum Hochwasser-Ticker für den 13. Juni.

+ 20:10 Uhr + Ministerium beschränkt Luftverkehr über Hochwassergebieten

Wegen schaulustiger Hobbypiloten über den Hochwassergebieten hat das Bundesverkehrsministerium den Flugverkehr eingeschränkt. Im Raum Deggendorf in Bayern sowie im Korridor Dresden/Hamburg seien nur noch Flüge der Einsatzkräfte zugelassen oder solche im öffentlichen Interesse wie beispielsweise für Luftaufnahmen zur Auswertung von Experten, sagte eine Sprecherin von Minister Peter Ramsauer (CSU).

+ 18:35 Uhr + Lage in Brandenburg bleibt angespannt

In der Prignitz drückten die Wassermassen bei Wittenberge weiter massiv auf die Deiche. Mit 7,45 Meter war der Pegelstand am Abend immer noch über den Werten der Flut im Sommer 2002 (7,34 Meter).

+ 17:17 Uhr + Mückenplage droht

Nach der Flut droht Sachsen eine neue Plage: Stechmücken. Am Mittwoch lieferte das Gesundheitsministerium in Dresden stichhaltige Argumente für einen Mückenschutz. Da die Überschwemmungen nur langsam zurückgingen, könne es in betroffenen Gebieten zu einer starken Vermehrung von Mücken kommen, teilte das Ministerium mit. Heimische Stechmücken übertrügen in der Regel zwar keine gefährlichen Infektionskrankheiten. Ihre Stiche seien aber unangenehm und könnten zu lokalen Entzündungen führen.

+ 16:48 Uhr + Hochwasserscheitel erreicht Hamburg

Der Hochwasserscheitel der Elbe soll Hamburg am Mittwochabend erreichen. "Das Wasser wird mindestens zwei Tage hoch stehen", sagte der Sprecher der Umweltbehörde, Volker Dumann. Für die Hansestadt bestehe aber nach derzeitigem Stand weiterhin keine Gefahr durch das Elbe-Hochwasser. Im Bereich Altengamme rechnen die Experten mit erhöhten Wasserständen bis zu 6,40 Meter über Normal Null - üblich sind dort 2,70 Meter. "Die Deiche sind dort aber ausgelegt auf 7,70 bis 7,80 Meter über Normal Null", betonte Dumann. Im Hamburger Hafen seien die Auswirkungen des Elbe-Hochwassers noch geringer - erwartet werden höchstens 40 bis 50 Zentimeter über dem normalen Wasserstand.

+ 16:33 Uhr + Hochwasser führt in Hessen weiter zu Behinderungen im Bahnverkehr

Das Hochwasser in Ost- und Norddeutschland sorgt auch in Hessen nach wie vor für Behinderungen im Fernverkehr der Bahn. Wegen der Sperrung einer Elbbrücke bei Schönhausen in Sachsen-Anhalt gibt es auf der Strecke Frankfurt/Main-Berlin Verzögerungen von bis zu anderthalb Stunden. Die Brücke sei für Fernzüge dieser Strecke ein Nadelöhr. Die Situation dürfte sich in den nächsten Tagen nicht bessern.

+ 16:10 Uhr + Merkel besucht Hitzacker in Niedersachsen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich  ein Bild von der Hochwasserlage in Niedersachsen verschafft. Gemeinsam mit Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) besuchte sie die von der Elbeflut bedrohte Stadt Hitzacker (Kreis Lüchow-Dannenberg). "Es ist ein beeindruckendes Zusammenstehen der Menschen in einer solchen Notsituation", sagte Merkel. Die Kanzlerin dankte den Helfern mit Handschlag und ließ sich in der Stadt die Schutzmaßnahmen gegen die Flut erläutern. Nur eine dünne Spundwand trennt die historische Altstadtinsel dort von den Wassermassen.

+ 15:20 Uhr + Fluthilfe-Fonds wird rund acht Milliarden Euro schwer

Der geplante Hilfsfonds zur Beseitigung der Hochwasserschäden wird voraussichtlich rund acht Milliarden Euro umfassen. In der schwarz-gelben Koalition hieß es, die Summe würden sich Bund und Länder zur Hälfte teilen. Einzelheiten will Kanzlerin Angela Merkel am Donnerstag bei einem Flut-Gipfel mit den Ministerpräsidenten in Berlin bereden. Die SPD signalisierte Unterstützung, forderte die Koalition aber auf, zugunsten der Flutopfer auf teure Wahlversprechen zu verzichten.

+ 14:50 Uhr + Bundesländer beantragen EU-Hilfe

Die neun von der Hochwasserkatastrophe getroffenen Bundesländer wollen in Brüssel gemeinsam um Wiederaufbauhilfe der EU bitten. Dazu ist ein gemeinsames Schreiben der Ministerpräsidenten an Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Vorbereitung. Die Federführung hat Sachsen.

+ 14:15 Uhr + Entwarnung nach Regenfällen

Die neue Hochwasserwelle der Donau wird voraussichtlich nicht mehr die höchste Warnstufe vier erreichen. Wie der bayerische Hochwassernachrichtendienst mitteilte, wurde im Flusslauf bis Regensburg verbreitet die Meldestufe drei erreicht. Im niederbayerischen Krisengebiet wurde der Scheitel noch erwartet. Dort wurde damit gerechnet, dass noch im Laufe des Mittwochs ebenfalls die dritte Stufe erreicht wird.

+13: 47 Uhr + Straßenschäden in Bayern in Höhe von rund 40 Millionen Euro

Das Hochwasser hat auf Bayerns Straßen einen Schaden von rund 40 Millionen Euro verursacht. "Wir spüren im Moment, wie stark wir auf unser Straßennetz angewiesen sind", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nach einem Besuch in Deggendorf. Auch für den Wiederaufbau der zerstörten Wohngebiete sei es daher enorm wichtig, die Straßen so schnell wie möglich wieder herzustellen. Allein am Autobahnkreuz Deggendorf betrage der Schaden 1,5 Millionen Euro. Dort werde mit Hochdruck und rund um die Uhr gearbeitet.

+ 12:24 Uhr + Söder für ungedeckelte Hochwasserhilfe 

Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) verlangt von der Bundesregierung ungedeckelte Hilfszahlungen zur Behebung der Hochwasserschäden. Der Bund solle «eins zu eins» zahlen, sagte Söder in München - was bedeutet, dass der Bund für jeden von der Staatsregierung gezahlten Hilfseuro einen weiteren Euro dazugeben würde. «Wir sagen eins zu eins, wir würden am liebsten keinen Deckel haben.» Ergebnis der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag in Berlin müsse sein, «dass die Zusagen, die gemacht worden sind, auch eingehalten werden».

+ 12:09 Uhr + Letzter Katastrophenalarm in Sachsen aufgehoben 

Als Letzter im Freistaat hat auch der Landkreis Nordsachsen den Katastrophenalarm wegen Hochwassers aufgehoben. Das gab das Landratsamt bekannt. Bis auf das nördlich von Torgau liegende Gehöft Roter Ochse seien damit alle Evakuierungsmaßnahmen aufgehoben. Das Landratsamt warnte allerdings vor dem Betreten der Deiche und Hochwasserschutzanlagen, da diese nach wie vor aufgeweicht seien. Der Landkreis Nordsachsen hatte den Alarm am Dienstag vergangener Woche ausgelöst.

+ 12:03 Uhr + Bundeswehr überwacht Deiche mit Aufklärungsflugzeugen 

Die von der Elbeflut gefährdeten Deiche in Niedersachsen werden von der Bundeswehr mit Aufklärungsflugzeugen überwacht. Bei Tageslicht werden Maschinen vom Typ Dornier DO 228 und bei Nacht Seefernaufklärer mit Infrarotsensorik zur Überwachung eingesetzt, teilte das Landeskommando Niedersachsen mit. Derzeit seien insgesamt 2000 Soldaten im Hochwassereinsatz, rund 2900 stünden als Reserve bereit.

+ 11:15 Uhr + Notdeich in Brandenburg wird verlängert

Um das westliche Havelland vor den Fluten der Elbe zu schützen, lässt der Krisenstab einen Notdeich verlängern. Ein rund 3,5 Kilometer langer Schutzwall war bereits am Montag gebaut worden, weitere drei Kilometer sollen nun zwischen Schmetzdorf und Zollchow entstehen. «Die Arbeiten begannen in der Nacht», teilte ein Sprecher des Krisenstabes in Potsdam mit. Mehr als 100.000 Sandsäcke sollten zusätzlich herbeigeschafft werden, teilte das Landratsamt in Rathenow mit. Die Helfer würden von etwa 200 Bundeswehrsoldaten unterstützt.

+ 10:46 Uhr + Sachsen-Anhalt-Tag könnte wegen des Hochwassers ausfallen 

Der für Ende Juni geplante Sachsen-Anhalt-Tag in Gommern (Jerichower Land) könnte wegen des Hochwassers ausfallen. Das erklärte Sachsen-Anhalts Regierungssprecher Matthias Schuppe am Mittwoch und bestätigte damit einen Bericht der «Mitteldeutschen Zeitung». Voraussichtlich am Freitag werde entschieden, ob das Landesfest stattfinden könne. Es werde Gespräche mit allen Beteiligten geben.

+ 10:25 Uhr + Polizei verhaftet falsche Spendensammler

In Mecklenburg-Vorpommern sind wieder angebliche Flutopfer als kriminelle Spendensammler unterwegs: Die Polizei hat fünf Männer ertappt, die ohne Spendenausweis in Groß Trebbow (Landkreis Ludwigslust-Parchim) Geld für Hochwassergeschädigte erbeten hatten, wie ein Sprecher mitteilte. Die Männer im Alter zwischen 28 und 38 Jahren wurden kurz vor Pingelshagen von einem Streifenwagen gestoppt, drei von ihnen waren der Polizei bereits wegen Betrügereien bekannt, wie es hieß. Die Beamten stellten rund 90 Euro Bargeld sicher. Gegen die fünf Beschuldigten erging Strafanzeige wegen Betrugsverdachts.

+ 09:36 Uhr + Rösler fordert Nachtragshaushalt für Fluthilfen

Bundeswirtschaftsminister Philipp  Rösler (FDP) will die Finanzierung der Fluthilfen durch den Bund über einen Nachtragshaushalt sicherstellen. Die FDP-Bundestagsfraktion wolle einen Nachtragshaushalt einbringen, «damit wir auch möglichst schnell die finanziellen Mittel zur  Verfügung stellen können, um zu helfen», sagte Rösler dem Bayerischen Rundfunk. Bund und Länder sollten jeweils die  Hälfte zur Finanzierung des Flut-Hilfe-Fonds aufbringen. Steuererhöhungen seien dafür nicht notwendig.

+ 08:40 Uhr + Weitere Orte bei Fischbeck werden evakuiert 

Nach dem Deichbruch bei Fischbeck müssen weitere überflutete Orte im Landkreis Stendal evakuiert werden. Nach Angaben des Krisenstabs der Landesregierung ist die Lage am Mittwochmorgen in einigen Orten dramatisch. Schon in der Nacht wurden die Bewohner von Wust bei Fischbeck aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen. Am Morgen wurden auch die Menschen in Klietz und Kamern aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Es besteht nach Angaben des Krisenstabs ernsthafte Lebensgefahr. Laut einer Schätzung könnten sich jedoch noch immer rund 200 Menschen in den drei Orten befinden.

+ 08:02 Uhr + Mann stirbt bei Arbeiten an Stromschlag

Beim Auspumpen eines überschwemmten Kellers in Aken im Landkreis Anhalt-Bitterfeld ist in der Nacht zum Mittwoch ein 61-jähriger Mann ums Leben gekommen. Bereits in der vergangenen Woche hatte es im Zusammenhang mit dem Hochwasser drei Tote in Sachsen-Anhalt gegeben. Der 61-Jährige wurde durch einen Stromschlag getötet, wie die Polizei in Halle mitteilte. Der Mann wollte seinen Keller auspumpen, der unter Wasser stand. Den Stromschlag habe er bei Arbeiten an einer elektrischen Anlage bekommen. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen. Seine Ehefrau erlitt einen Schock und kam in ein Krankenhaus.

+ 07:17 Uhr + Hochwasser in Lauenburg erreicht Höchststand 

Der Pegelstand der Elbe im niedersächsischen Hohnstorf ist seit Dienstagabend nicht weiter gestiegen. Am Flussufer gegenüber von Lauenburg in Schleswig-Holstein wurde am Mittwochmorgen (6.01 Uhr) ein Wasserstand von 9,53 Metern gemessen. Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung hatte für den Pegel Hohnstorf einen Höchststand von 9,55 Meter am Mittwoch vorhergesagt. Die Messwerte an einem vom Technischen Hilfswerk in Lauenburg selbst installierten Pegel liegen nach Angaben des Krisenstabes durchschnittlich um sechs Zentimeter darüber (Dienstagabend: 9,61 Meter). Der Normalwert in Hohnstorf beträgt 4,80 Meter.

+ 06:58 Uhr + Elbehochwasser beginnt in Teilen von MV zu sinken

Das Elbehochwasser beginnt in Dömitz leicht zu sinken. Am Mittwochmorgen sechs Uhr wurden 7,17 Meter gemessen, drei Zentimeter weniger als am Vorabend. Im weiter stromabwärts gelegenen Dömitz stieg die Flut hingegen in der Nacht weiter von 7,30 auf 7,32 Meter, wie aus dem Internetportal pegelonline hervorgeht. Normal sind in beiden Städten um die zwei Meter. Die Gefahr von Deichbrüchen bleibe groß, betont der Katastrophenabwehrstab des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Rund 3000 Kräfte sind am Elbabschnitt Mecklenburg-Vorpommerns im Einsatz. 100.000 Sandsäcke liegen zum Abdichten von Lecks bereit. In der Nacht habe es keine größeren Zwischenfälle gegeben, sagte ein Landkreis-Sprecher. Vereinzelte Sickerstellen seien abgedichtet worden.

+ 06:56 Uhr + Katastrophenalarm für Kreis Günzburg aufgehoben 

Im schwäbischen Landkreis Günzburg ist am Dienstagabend der Katastrophenalarm aufgehoben worden. Die Pegel seien gesunken und die Lage habe sich entspannt, teilte das Landratsamt Günzburg mit. Im Landkreis Dillingen war die Lage am Dienstagmorgen angespannt. Die Scheitelwelle der Donau habe am Abend zuvor den Landkreis erreicht, hieß es in einer Mitteilung des Landratsamtes Dillingen. Der Auwald bei Lauingen füllte sich deshalb mit Donauwasser, allerdings nur in geringen Mengen.

+ 06:53 Uhr + Elbwasser sinkt in Brandenburg leicht

Das Hochwasser der Elbe in der Prignitz bei Wittenberge ist in der Nacht zum Mittwoch leicht um mehr als zehn Zentimeter zurückgegangen. Allerdings liegt der Wasserstand immer noch bei 7,60 Metern und damit nach Angaben des Koordinierungsstelle Krisenmanagement höher als bei der Flut im Sommer 2002 mit damals 7,34 Metern in der Spitze.
Erst allmählich werde mit einem Rückgang gerechnet, so dass die Lage sich noch nicht entspanne. Denn das Wasser werde noch mehrere Tage mit Wucht auf die Deiche drücken. In der Prignitz sind 2600 Helfer zur Stelle, um ein Drucksickern zu verhindern.

+ 06:48 Uhr + Pegelstände in Niedersachsen erreichen Höchststand

Die Elbe verharrt in den Landkreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg auf ihrem Höchststand. In Hitzacker ist der Pegel seit Dienstagabend nicht mehr gestiegen. Er lag am Mittwochmorgen (6.00 Uhr) bei etwa 8,15 Metern. In Bleckede wurde zur selben Zeit ein Wasserstand von 11,93 Metern gemessen. In beiden Landkreisen sei es in der Nacht ruhiggeblieben, teilten die jeweiligen Sprecher am Mittwochmorgen mit. Die Helfer bereiteten sich auf die Deichverteidigung vor. Sie warteten darauf, dass die Pegelstände sinken. In Schnackenburg (Landkreis Lüchow-Dannenberg) ging das Hochwasser seit Dienstagmittag zurück.

+ 06:27 Uhr + Erneut Verspätungen auf ICE-Strecken

Die Sperrung einer Elbbrücke wegen Hochwassers bei Schönhausen in Sachsen-Anhalt wird auch am Mittwoch Verspätungen im Fernbahnverkehr verursachen. Freigegeben wurde dagegen nach Angaben der Deutschen Bahn eine bisher gesperrte Elbbrücke in Biederitz bei Magdeburg. Über sie sollen nun die ICE-Züge der Strecke Köln-Berlin fahren. Es komme aber zu Verspätungen; auch auf der Strecke Berlin-Frankfurt am Main sei weiter mit Verzögerungen zu rechnen. Auch im Regionalbahnverkehr gibt es in der Region zahlreiche Einschränkungen. Wie lange die Sperrung der Brücke bei Schönhausen dauern werde, sei noch nicht abzusehen, sagte ein Bahnsprecher.

+ 06:06 Uhr + Pegelstände in Sachsen-Anhalt sinken weiter 

Die Pegelstände an der Elbe in Sachsen-Anhalt sind in der Nacht weiter gesunken. Nach Angaben des Krisenstabs der Landesregierung lag der Pegelstand bei Aken am Mittwoch um 5 Uhr bei 7,01 Metern. Das seien elf Zentimeter weniger als am Dienstagabend. In Barby sank der Wert um 7 Zentimeter auf 6,78 Meter, an der Magdeburger Strombrücke um 12 Zentimeter auf 6,59 Meter. Bei Niegripp lag der Pegelstand am Morgen bei 9,14 Metern, in Tangermünde bei 7,52.

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper zeigte sich am Dienstagabend auf der Internetseite der Stadt erleichtert von den sinkenden Werten in der Landeshauptstadt. Die Deiche müssten jedoch immer noch dem enorm hohen Wasserstand trotzen. Er rief die Menschen dazu auf, die Schutzwälle nicht zu betreten. Noch immer seien die Pegelstände vergleichbar mit denen des Hochwassers von 2002.

+ 05:51 Uhr + Evakuierung in Wust läuft weiter

Nach dem Durchbruch an der Elbe bei Fischbeck wird die Evakuierung der Ortschaft Wust (Landkreis Stendal) fortgesetzt. Momentan werde geprüft, wie viele der rund 150 Einwohner sich noch im Ort befinden, teilte der Krisenstab des Landes in Magdeburg mit. Die Räumung wurde angeordnet, nachdem klar gewesen sei, dass Wust nicht mehr vor den Wassermassen zu retten ist. Wust liegt normalerweise neun Kilometer von der Elbe entfernt.

+ 04:25 Uhr + Bundeswehr Task Forces verteidigen Deiche

Das Elbehochwasser in Mecklenburg-Vorpommern hält die mehr als 3000 Einsatzkräfte und Helfer in der Region um Dömitz und Boizenburg weiter in Atem, obwohl die Wasserstände kaum mehr steigen. «Wir müssen weiter sehr genau beobachten», mahnte der Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Rolf Christiansen (SPD). Eingreiftruppen, sogenannte Task Forces, der Bundeswehr würden in unmittelbarer Deichnähe postiert, um undichte Stellen notfalls sofort abdichten zu können. Nach Angaben eines Bundeswehrsprechers liegen dafür an verschiedenen Stellen insgesamt 100.000 Sandsäcke bereit.

+ 03:30 Uhr + Kanzlerin Merkel und Albig am Mittwoch in Lauenburg 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) werden heute in Lauenburg erwartet. Wie die Staatskanzlei in Kiel mitteilte, wollen sich die Politiker über die Hochwasserlage und die Arbeit der Einsatzkräfte informieren. Für Albig ist es bereits der zweite Besuch in der vom Rekordhochwasser betroffenen Stadt. 

+ 03:25 Uhr + Weiter ernste Lage in Brandenburg

Im Raum Wittenberge in der Prignitz ist die Hochwasserlage weiter ernst. In der Nacht zum Mittwoch stand das Wasser immer noch 7,65 Meter hoch. Normal sind es knapp 2,80 Meter. Nun muss abgewartet werden, wie lang der Scheitel der Hochwasserwelle ist. Erst dann sinkt das Wasser des Flusses. Dank Flutung der Polder wurde der befürchtete Höchststand der Elbe von mehr als acht Metern nicht erreicht.

+ 02:46 Uhr + Erneute Evakuierungen in Sachsen-Anhalt 

Nach dem Bruch eines Elbe-Deichs bei Fischbeck sind in Sachsen-Anhalt erneut Menschen in Sicherheit gebracht worden. Rund 150 Einwohner mussten am späten Dienstagabend die Ortschaft Wust (Landkreis Stendal) verlassen, wie der Krisenstab der Landesregierung mitteilte. «Nach längeren Versuchen, den Ort zu retten, war dies nicht mehr möglich», sagte eine Sprecherin. Helfer wären sonst selbst in Gefahr geraten. Weitere Evakuierungen seien jedoch nicht geplant. Wust ist rund 9 Kilometer von der Elbe entfernt.

+ 01:34 Uhr + Bouffier fordert Bund-Länder-Fonds zur Fluthilfe

Vor dem Treffen von Bundeskanzlerin  Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder hat  Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) einen gemeinsamen  Fluthilfefonds von Bund und Ländern gefordert. «Wichtig ist jetzt,  dass die Menschen, die Opfer der Flut geworden sind, schnelle  Soforthilfe und Solidarität erfahren. Dazu brauchen wir auch einen  gemeinsamen Fonds, in den zur Hälfte Bund und Länder einzahlen»,  sagte Bouffier der «Bild"-Zeitung. Dieser Fonds  sollte etwa sieben Milliarden Euro umfassen und zentral vom Bund,  beim Innenministerium oder beim Kanzleramt gemanagt werden.

+ 21:50 Uhr + Wasser in Magedeburg sinkt weiter

In Magdeburg entspannt sich die Lage: Der Pegelstand an der Strombrücke war am Dienstagabend auf 6,71 Meter gesunken. Das war ein Zentimeter weniger als bei der Jahrhundertflut 2002, sagte ein Sprecher des Landesbetriebs für Hochwasserschutz. In der Spitze waren  7,46 Meter gemessen worden. Normal sind dort knapp zwei Meter. Die etwa 3000 Einwohner des Magdeburger Stadtteils Rothensee konnten am Dienstag wieder zurück in ihre Wohnungen, wie die Stadt mitteilte. Östlich der Elbe gelegene Stadtteile Magdeburgs mit rund 15.000 Bewohnern bleiben dagegen weiterhin geräumt, weil Deiche aufweichen könnten.

+ 21:50 Uhr + Lage bei Fischbeck dramatisch

Nach dem Deichbruch an der Elbe bei Fischbeck ist die Lage dort weiterhin dramatisch. «Die Wasserstände fallen nur sehr langsam. Wir müssen hoffen, dass es gut geht», sagte ein Sprecher des Einsatzstabes.

Zum Hochwasser-Ticker vom 11. Juni.

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