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Skandalvideo aus Westerburg Polizei suspendiert prügelnde Beamte

Die Empörung war zu groß: Nachdem ein Prügelvideo von vier Polizisten im Westerwald aufgetaucht ist, sollten die Beamten zunächst versetzt werden. Nun wurden sie ihres Dienstes enthoben - vorläufig.

Der Prügelvorwurf gegen mehrere Polizisten im Westerwald hat Konsequenzen: Vier Polizeibeamte aus Westerburg wurden vorläufig ihres Dienstes enthoben. Das teilte die Polizei in Koblenz mit. Zwei Polizisten stehen im Verdacht, einen 27-Jährigen bei einer Festnahme im Mai geschlagen und getreten zu haben.

Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt gegen beide wegen Körperverletzung im Amt. Gegen einen weiteren Polizisten und eine Polizistin gibt es den Vorwurf, dass sie ihre Kollegen nicht gestoppt haben. Der Fall kam ins Rollen, nachdem die "Rhein-Zeitung" aus Koblenz ein Video veröffentlichte, auf dem mehrere Uniformierte zu sehen sind. Zwei von ihnen treten beziehungsweise schlagen einen Mann, der am Boden sitzt.

Die vier Polizisten sind nach Angaben der Koblenzer Polizei vorläufig vom Dienst enthoben, bis der Vorfall endgültig und umfassend aufgeklärt ist. Ob es zu disziplinarrechtlichen Konsequenzen kommt, ist noch offen.

In Rheinland-Pfalz gab es in der Vergangenheit mehrfach Vorwürfe gegen Polizisten, weil sie zu fest zugepackt, geschlagen oder sich falsch verhalten haben sollen. Genaue Zahlen liegen jedoch nicht vor. In der Kriminalstatistik würden Delikte wie Körperverletzung im Amt in Bezug auf Polizisten nicht gesondert erfasst, teilte das Innenministerium mit. "Wir können nicht erkennen, ob da nun ein Polizeibeamter, ein Justizvollzugsangestellter, ein Amtsarzt oder ein Lehrer angezeigt wurde", sagte ein Ministeriumssprecher.

Verprügelter Mann ist der Polizei bereits bekannt

Bei der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Rheinland-Pfalz landen pro Jahr etwa 20 Anträge auf Rechtsschutz, sagte Sprecher Markus Stöhr. Verurteilungen von Beamten habe es in den vergangenen Jahren nicht gegeben. Die Vorwürfe seien von vornherein erkennbar haltlos gewesen oder die Ermittlungsverfahren seien eingestellt worden.

Der 27-jährige Mann, den die Beamten in Westerburg im Mai festnahmen, ist der Polizei laut Staatsanwaltschaft bereits bekannt. Die Polizei habe der Staatsanwaltschaft von einem polizeiinternen Warnhinweis berichtet, dass der Mann an Hepatitis C erkrankt sein soll, sagte Oberstaatsanwalt Rolf Wissen. "Wie berechtigt oder unberechtigt der Hinweis ist, weiß ich nicht." Die Infektionskrankheit wird vor allem über Blut übertragen.

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