Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Ausschreibung in Frankreich Armee will Kochtöpfe für Atom-Abfall nutzen

Ein Ausrüster der französischen Nuklearstreitkräfte plant den Kauf von 4.000 Schnellkochtöpfen. In den Behältern soll atomarer Müll gelagert werden - eine offenbar gängige Praxis.

Der Schnellkochtopf ist eine praktische Erfindung. Bereits seit Ende des 17. Jahrhunderts wird das von dem französischen Physiker Denis Papin entwickelte Gerät in Küchen auf der ganzen Welt eingesetzt, um Speisen schnell und energiesparend zu kochen.

Der Topf hat zudem auch noch andere Eigenschaften, die ihn von anderen Haushaltsgeräten abheben - so soll der Behälter Stürze ohne Probleme aushalten, und durch Ventile ist der unter Druck stehende Topf vor Explosionen beim Kochen geschützt. Diese Vorteile könnten nun zu einem wohl einzigartigen Einsatz der Küchenhelfer führen.

Wie verschiedene französische Medien unter Berufung auf eine öffentliche Ausschreibung im Internet berichten, hat ein Ausrüster der nuklearen Streitkräfte des Landes Interesse an dem Koch-Wunder angemeldet. Bemerkenswert ist vor allem die Zahl der anvisierten Bestellungen - gleich 4.000 Schnellkochtöpfe will das "Komissariat für Atomenergie und alternative Energien" (CEA) für den eigenen Gebrauch besorgen.

Grund für die Massenbestellung: Die Töpfe eignen sich aus Sicht des Forschungszentrums hervorragend zur Lagerung von atomarem Material. Rein rechnerisch würden etwa 70 Tonnen atomarer Abfälle in den Metallbehältern Platz finden.

Bereits tausende Kochtöpfe an die Atomindustrie verkauft

Laut der CEA  sollen die ungewöhnlichen Mini-Castoren bereits 2014 zum Einsatz kommen. Auch der genaue Ort und Zweck der Aktion ist in der Ausschreibung erstaunlich detailgetreu dokumentiert. Laut der Behörde soll in Is-sur-Tille, einer Gemeinde nördlich von Dijon mit ein paar tausend Einwohnern, der "Transport sensibler Materialien" von statten gehen.

Der Ort taucht nicht zufällig in der Ausschreibung auf - in Is-sur-Tille wird Munition für französische Atomraketen hergestellt. Allem Anschein nach ist es auch nicht das erste Mal, dass Schnellkochtöpfe für die Lagerung atomarer Materialien benutzt werden - ein Hersteller gibt an, bereits tausende der Töpfe an die französische Atomindustrie verkauft zu haben. Ein Senator aus der Region berichtet dem Nachrichtenkanal France-Info gar, die Methode sei schon seit Jahren gängige Praxis - überall auf der Welt.

Besonders aus Gründen der Kosteneffizienz werden die Behälter offenbar gerne eingesetzt - in Punkto Sicherheit könnten es die Kochtöpfe Experten zufolge jederzeit mit "echten" Atommüll-Castoren aufnehmen - Denis Papin sei dank. Eins ist jedenfalls sicher: Für die Kochtopfhersteller ist die Zusammenarbeit mit dem Militär ein äußerst lohnendes Geschäft.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Artikel kommentieren

Bitte loggen Sie sich ein, um Kommentare zu schreiben.

Login

Artikel als "Nickname" kommentieren:

Noch 800 Zeichen

Leserkommentare ()
Weitere Kommentare anzeigen ()