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Polizeieinsatz am Görlitzer Park in Berlin eskaliert Ein Video schockt die Hauptstadt

Es ist ein verstörendes Video. Nach einem kleinen Konflikt greifen Polizisten in Berlin gegen einen Demonstranten durch. Die Zuschauer schreien, die Lage eskaliert. Die Behörde weist Kritik zurück.

Der Görlitzer Park in Berlin ist ein gefährliches Pflaster - für Polizisten und für Passanten. Immer wieder kommt es rund um den stadtbekannten Drogenumschlagsplatz zu Schlägereien und Messerstechereien. Verletzte sind keine Besonderheiten. Die Beamten wissen, wie schnell die Lage rund um den Park eskalieren kann. In der Regel zögern sie nicht, vor dem Einsatz von Gewalt. Ein nun im Internet aufgetauchtes Video lässt die Gemüter in der Hauptstadt hochkochen.

Die rund fünf Minuten lange Aufnahme zeigt, wie ein Konflikt nach einer Demonstration am Samstagabend für ein Bleiberecht von Flüchtlingen eskaliert. Die Polizisten waren vor Ort, weil sie wegen einer Schlägerei ermittelten. Im Video ist zu sehen, wie ein junger Mann mit Clownsnase die Beamten reizt. Einer der Polizisten fordert den 22-Jährigen daraufhin auf, seinen Ausweis vorzuzeigen. Dieser weigert und entfernt sich. Einer der Polizisten setzt nach und überwältigt ihn.

Der Demonstrant versucht mehrfach, wieder aufzustehen. Die Beamten pressen ihn jedoch auf den Boden und wickeln seine Beine um einen Pfosten. Viele Zuschauer sind schockiert, eine junge Frau schreit und versucht einzuschreiten. Jemand wirft ein Fahrrad auf einen der Polizisten. Der Tumult wird immer größer, die Menge lauter. Die Ansammlung löst sich erst auf, als weitere Polizisten am Ort eintreffen.

Behördensprecher Stefan Redlich sagte zur zur Tageszeitung "B.Z.": "Es ist inakzeptabel, wenn die Kollegen so angegriffen werden, nur weil sie Personalien feststellen wollen.“ Den Vorwurf von Polizeigewalt wies er zurück: "Es gibt auch keine Anzeigen gegen die Beamten, die bei dem Einsatz beteiligt waren." Die Bilanz der Rangelei: drei Festnahmen und sechs verletzte Polizisten.

Gegen den 22-Jährigen, einen weiteren Mann und eine 23-jährige Frau wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung, versuchter Gefangenenbefreiung und schweren Landfriedensbruchs ermittelt.

Kerstin Philipp, Landesbezirksvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, zeigte sich "erschüttert". Zum Berliner "Tagesspiegel" sagte sie: "Immer häufiger eskalieren die normalsten Situationen wie jetzt die Aufnahme von Personalien und werden zur Gefahr für die eingesetzten Beamtinnen und Beamten." Es müsse ein Umdenken in den Köpfen, also in der Gesellschaft passieren.

Zwei weitere Angriffe auf Polizisten

Am späten Abend, gegen 23 Uhr, kam es erneut zu einer Auseinandersetzung. Etwa zwanzig Vermummte warfen mit Steinen auf ein Möbelgeschäft und auf Polizisten. Anwohner hätten beobachtet, wie die Gruppe in Berlin-Mitte die Schaufensterscheiben des Ladens eingeworfen habe, teilte die Polizei mit. Gerufene Polizisten wurden ebenfalls mit Steinen beworfen, zwei von ihnen wurden dabei leicht verletzt und ambulant im Krankenhaus behandelt. Die Unbekannten zündeten einen Müllcontainer an und flohen schließlich unerkannt. Auch zwei Wagen der Polizei wurden den Angaben zufolge beschädigt.

Noch in der selben Nacht kam es zu einem dritten Angriff auf Polizisten: Am frühen Sonntagmorgen warfen Unbekannte Steine auf einen Polizeiwagen in Berlin-Kreuzberg. Eine Scheibe ging kaputt, es wurde aber niemand verletzt. In allen drei Fällen ermittelt der Staatsschutz.

 

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