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Weiterer Ebola-Verdachtsfall in den USA Hat sich die Seuche schon ausgebreitet?

Im Umfeld des amerikanischen Ebola-Patienten gibt es einen weiteren Verdachtsfall. Zudem wurde bekannt, dass "Patient Null" auch europäischen Boden betreten hatte - und Kontakt zu Kindern hatte.

Der erste US-Ebola-Patient ist auf seiner Reise nach Texas in der belgischen Hauptstadt Brüssel zwischengelandet. Wie die liberianische Regierung mitteilte, hatte der Mann bei seinem Abflug aus Liberia am 19. September kein Fieber und zeigte keine Ebola-Symptome. Damit dürfte er beim Abflug nicht ansteckend gewesen sein: Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung können die Betroffenen die Seuche übertragen, sobald sie Krankheitszeichen entwickeln und so lange sie Fieber haben.

Zudem wurde bekannt, dass der Patient in den USA Kontakt zu Schulkindern gehabt haben soll. Fünf Kinder aus vier verschiedenen Schulen seien mit dem Patienten vor dessen Einweisung auf eine Isolierstation in Kontakt gekommen, teilte die Schulbehörde in Dallas im Bundesstaat Texas US-Medienberichten zufolge mit. Die Kinder seien unter Beobachtung gestellt worden, zeigten bislang aber keine Symptome.

Insgesamt seien bislang bis zu 18 Menschen identifiziert worden, die möglicherweise mit dem Patienten in Kontakt gekommen sein könnten. Einen weiteren bestätigten Ebola-Fall gebe es bislang aber nicht, stellte die Gesundheitsbehörde von Dallas per Kurznachrichtendienst Twitter klar.

Unterdessen mehrt sich in den USA Kritik an der Vorgehensweise des Texas Health Presbyterian Krankenhauses in Dallas, wo der schwer erkrankte Patient derzeit behandelt wird. Er hatte sich erstmals am 26. September mit Symptomen dorthin begeben, war aber zunächst nicht auf Ebola hin untersucht und mit Medikamenten wieder nach Hause geschickt worden. Erst zwei Tage später kam er erneut ins Krankenhaus und wurde dann positiv auf Ebola getestet. Es handelt sich um die erste Ebola-Diagnose außerhalb Afrikas seit Beginn der aktuellen Epidemie.

Möglicher weiterer Fall in den USA

Der erste bekanntgewordene Ebola-Fall in den USA schürt Sorgen, dass sich die Epidemie über Westafrika hinaus ausbreiten könnte. In Texas gehen die Behörden mittlerweile einem weiteren Verdachtsfall nach. "Es könnte einen weiteren Fall im direkten Umfeld des Patienten geben", sagte der Leiter der Gesundheitsbehörde von Dallas County, Zachary Thompson, dem lokalen TV-Sender WFAA. Die Lage sei ernst, die Gefahr einer Ansteckung mit dem Virus begrenze sich nach derzeitigen Erkenntnissen aber auf "Angehörige und enge Freunde".

Die nationale Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) konnte den Verdachtsfall zunächst nicht bestätigen. Es werde weiter daran gearbeitet, die Menschen ausfindig zu machen, die mit dem Ebola-Infizierten vor dessen Einweisung ins Krankenhaus Kontakt hatten, sagte CDC-Sprecher Tom Skinner. Diese sollen unter Beobachtung gestellt werden. Drei Sanitäter, die den Erkrankten in die Klinik begleitet hatten, wurden nach Angaben der Stadt Dallas negativ auf das Virus getestet.

Ausbruch dauert bis zu 21 Tage

Nach einer Ansteckung mit Ebola-Viren dauert es der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge bis zum Auftreten von Krankheitszeichen zwischen zwei und 21 Tagen, meist zwischen acht und zehn Tagen. Der Erreger wird demnach durch direkten Kontakt mit Blut und anderen Körperflüssigkeiten übertragen, die Erkrankung setzt meist mit plötzlichem Fieber, ausgeprägtem Schwächegefühl, Kopf- und Muskelschmerzen, Halsentzündung, Bindehautentzündung sowie Übelkeit ein und löst später auch Erbrechen und Durchfall aus.

Bislang waren alle Ebola-Kranke in den USA gezielt aus Afrika eingeflogen worden, damit sie von amerikanischen Spezialisten behandelt werden konnten. Die Nachricht vom ersten unkontrolliert eingereisten Fall hatte die Aktienkurse von mehreren Pharmafirmen steigen lassen, die an Mitteln gegen die Seuche arbeiten.

US-Behörden malen Horrorszenario

Liberia ist das von der jüngsten Ebola-Epidemie am stärksten betroffene Land. Auch in Guinea und Sierra Leone grassiert die Seuche. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt die Zahl der Toten mit 3091 bei insgesamt mehr als 6500 Erkrankten an.

Den US-Behörden zufolge könnte die Zahl der Fälle im kommenden Jahr auf bis zu 1,4 Millionen steigen, sollte die Staatengemeinschaft nicht mit Nachdruck gegen die Seuche vorgehen. Auch Weltbank-Präsident Jim Yong Kim schlug Alarm. "Wenn wir Ebola jetzt nicht stoppen, wird sich die Infektion auf andere Länder und sogar Kontinente ausweiten", sagte Kim in Washington.

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