Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Crash in Amsterdam Black Box der Unglücksmaschine gefunden

Nach der Bruchlandung in Amsterdam ist der Datenschreiber der Unglücksmaschine gefunden worden. Unterdessen stieg die Anzahl der Verletzten auf über 80. Viele schweben noch in Lebensgefahr.

In unmittelbarer Nähe von Wohnhäusern und einer stark befahrenen Autobahn ist bei Amsterdam ein türkisches Flugzeug mit 134 Menschen an Bord auf einen Acker gestürzt und in drei Teile zerbrochen. Neun Insassen kamen ums Leben - unter ihnen die beiden Piloten und ein Ausbildungspilot. 86 Menschen wurden verletzt, etliche von ihnen schwer. Sechs von ihnen schwebten am Abend noch in Lebensgefahr.

Die Maschine vom Typ Boeing 737-800 der Gesellschaft Turkish Airlines befand sich im Anflug auf den Amsterdamer Flughafen Schiphol. Den Tod der drei Piloten im Cockpit gab der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bekannt. Die niederländischen Behörden hatten zunächst nur von drei toten Besatzungsmitgliedern gesprochen. Die Leichen seien zunächst im Zusammenhang mit der Suche nach der Unglücksursache an Bord gelassen worden. Sie wurden dann am Abend aber aus dem Cockpit geborgen, wie ein dpa-Fotograf an der Absturzstelle beobachtete.

Aufschluss erhoffen sich die Ermittler nun von der Auswertung der Aufnahmegeräte. Die Black Box wurde geborgen und zur Auswertung nach Paris geschickt.

Kein Wunder von Holland

Zunächst hatte die türkische Regierung in Ankara unter Berufung auf die Fluggesellschaft erklärt, alle Passagiere und Besatzungsmitglieder hätten das Unglück überlebt. Schon wurde vom "Wunder von Holland" ähnlich der geglückten Notlandung auf dem New Yorker Hudson River gesprochen. Zwar stellte sich dann heraus, dass es doch Tote und sehr viele Verletzte gab. Aber es überlebten immerhin 125 Menschen.

Die Maschine mit der Flugnummer TK 1951 war am Morgen kurz nach 8.00 Uhr von Istanbul aus gestartet. Nach der vorausberechneten Flugzeit sollte das Flugzeug um 10.31 Uhr - neun Minuten vor der offiziellen Ankunftszeit - in Schiphol landen. Kurz vorher jedoch kam es zu dem Unglück. Zu dem Zeitpunkt herrschte in der Region keine für die Jahreszeit ungewöhnliche Witterung, hieß es am Airport. Zuvor war in türkischen Medien von schlechter Sicht die Rede gewesen.

Notlandung wegen technischer Probleme?

Schon Minuten nach dem Absturz waren die ersten Rettungswagen zur Stelle. Glück im Unglück hatten die Passagiere, weil die Maschine nach dem Aufprall nicht in Flammen aufging. Die Retter konnten deshalb sofort mit Spezialgeräten die Absturzstelle erreichen und die Verunglückten aus dem Wrack befreien. Ein Triebwerk wurde bei dem Aufprall abgerissen. Spekulationen, dass dem Flieger möglicherweise der Treibstoff ausging, wurden nicht bestätigt.

Luftfahrtexperten schlossen nicht aus, dass der Pilot wegen technischer Probleme auf dem Feld notlanden wollte. Augenzeugen berichteten allerdings, dass zunächst die Landung auf dem Airport Schiphol normal über Lautsprecher angekündigt wurde. Dann sei die Maschine plötzlich abgesackt und aufgeprallt. Das Flugzeug wurde nach Angaben des türkischen Verkehrsministeriums 2003 gebaut und regelmäßig gewartet.

In der Übersicht des deutschen Unfalluntersuchungsbüros JACDEC (Jet Airliner Crash Data Evaluation Center), die das Magazin für Zivilluftfahrt, "Aero International", jährlich veröffentlicht, nimmt Turkish Airlines unter den größten Fluggesellschaften der Welt bislang Rang 60 ein und liegt damit weit hinten.

Grund sind verschiedene Unfälle, die teilweise jedoch schon Jahrzehnte zurückliegen. Seit 1973 verlor das Unternehmen zehn Flugzeuge. Das schlimmste Unglück ereignete sich am 3. März 1974. 346 Menschen starben, als eine DC-10 nach dem Start in Paris-Orly abstürzte. Es war eines der schwersten Unglücke der Zivilluftfahrt überhaupt.

In den vergangenen Jahren jedoch hat sich das Unternehmen erheblich gewandelt und verfügt über eine hochmoderne Flugzeugflotte und ein neues Trainingskonzept; außerdem änderte sich die Unternehmenskultur grundlegend. Deshalb wurde Turkish Airlines auch in die Star Alliance aufgenommen, einem Netzwerk internationaler Fluggesellschaften um die deutsche Lufthansa.

30 Jahre Boeing 737

Flugzeuge der Boeing-737-Familie sind seit den späten 60er Jahren weltweit im Einsatz. Die Boeing 737 ist für Kurz- und Mittelstrecken konstruiert. Die erste Version, eine 737-100, startete im April 1967. Der Boeing 737-200 folgten die 737-300, -400, -500, -600, -700, -800 und -900. Sie unterscheiden sich in Länge und Reichweite. Die jetzt verunglückte Boeing 737-800 bietet Platz für rund 190 Passagiere. Hauptkonkurrent für die 737 ist die A320-Familie des europäischen Flugzeugherstellers Airbus.

Drehkreuz Schiphol

Der Amsterdamer Flughafen Schiphol ist der größte Airport der Niederlande. Mit knapp 48 Millionen Passagieren und 1,6 Millionen Tonnen Fracht (2007) gehört er zu den fünf großen Drehkreuzen in Europa. Ausgelegt ist Schiphol mit seinen sechs Start- und Landebahnen sogar für 60 Millionen Passagiere im Jahr. Im Ersten Weltkrieg südwestlich von Amsterdam als Militärflugplatz angelegt, starteten hier bereits 1920 Maschinen der niederländischen Fluggesellschaft KLM. Schiphol gilt neben dem Hafen von Rotterdam als Wachstumsmotor der niederländischen Volkswirtschaft. Die geplante Privatisierung wurde 2006 gestoppt.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Artikel kommentieren

Bitte loggen Sie sich ein, um Kommentare zu schreiben.

Login

Artikel als "Nickname" kommentieren:

Noch 800 Zeichen

Leserkommentare ()
Weitere Kommentare anzeigen ()