Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Ticker zu Germanwings Flug 4U9525 Luftfahrtbundesamt spricht Germanwings von Fehlern frei

Frau gab sich als Angehörige aus, um gratis zu reisen +++ EU-Kommission hat Bedenken wegen Flugsicherheit in Deutschland +++ Germanwings-Taskforce nimmt Arbeit auf +++  Mehr im Ticker. 

Um den Ticker zu aktualisieren, klicken Sie bitte hier:

15:48 Uhr: Frau gab sich als Angehörige aus, um gratis zu reisen

Nach dem Absturz der Germanwings-Maschine in Frankreich soll eine Frau sich fälschlicherweise als Angehörige ausgegeben und auf Lufthansa-Kosten an die Absturzstelle gereist sein. Die Vorwürfe seien dem Unternehmen bekannt, sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft. Laut einem Bericht der "Halterner Zeitung" soll sich die Frau als Cousine einer Lehrerin des dortigen Gymnasiums ausgegeben haben, die bei dem Absturz ums Leben kam. Mehr zum Thema hier.

11:41 Uhr: Luftfahrtbundesamt spricht Germanwings von Fehlern frei

Das Luftfahrtbundesamt (LBA) hat Mutmaßungen widersprochen, bei der Erteilung der Fluglizenz des Germanwings-Co-Piloten könnten Informationspflichten verletzt worden sein. LBA und Lufthansa seien zu der gemeinsamen Überzeugung gekommen, dass die Verfahrenswege zur Erlangung der Fluglizenz eingehalten worden seien, erklärte die Behörde am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Dies sei eines der Ergebnisse eines mehrstündigen Gesprächs von LBA-Präsident Jörg Mendel am Dienstag mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr. "Das Gespräch war sehr konstruktiv und substanziell", erklärte das LBA.

Donnerstag, 9. April

17:30 Uhr: EU-Kommission hat Bedenken wegen Flugsicherheit in Deutschland

Schon Monate vor dem Absturz der Germanwings-Maschine hat die EU-Kommission Deutschland wegen einer zu laschen Aufsicht über die Flugtauglichkeit von Piloten gerügt. Bereits im November vergangenen Jahres schickte die EU-Behörde einen Brief an Deutschland mit der Aufforderung, das zuständige Luftfahrtbundesamt (LBA) müsse die Airlines bei den Gesundheitschecks schärfer überwachen. Das verlautete am Mittwoch aus Kreisen der Brüsseler EU-Kommission. Zuvor hatte das «Wall Street Journal« dies berichtet. Die Behörde erwäge, Deutschland wegen Verstoß gegen den EU-Vertrag zu verklagen.

Die Rüge der EU-Kommission habe sich darauf bezogen, dass die Behörden die Ausstellung von Flugtauglichkeitsbescheinigungen für Piloten zu wenig kontrollierten und dies nicht den EU-Regeln entspreche, hieß es in EU-Kreisen. Diese Checks bescheinigen Piloten körperliche Fitness. Grundlage für den Brief seien Beschwerden der Europäischen Agentur für Flugsicherheit EASA gewesen.  Die EASA bemängelte, dass das deutsche Luftfahrtbundesamt zu wenig Personal vorhalte, zu wenig Zugang zu medizinischen Akten habe und Ärzte und Medizinzentren, die die Tests durchführten, zu wenig überwache. 

Die EU-Kommission bestätigte auf Anfrage nur, dass sie auf Basis von EASA-Empfehlungen «eine Reihe von Fragen» an die deutschen Behörden zur Flugsicherheit gestellt habe. Die EU-Kommission werte derzeit die Antwort aus Deutschland aus. «Wenn die Abhilfemaßnahmen nicht den EU-Standards entsprechen, wird die EU-Kommission die notwendigen Schritte einleiten», teilte die EU-Behörde mit. Der nächste Schritt wäre eine Klage gegen Deutschland wegen Verletzung des EU-Vertrages. Das EU-Recht sieht vor, dass ein beruflicher Einsatz im Cockpit von der Fitness abhängt. Berufspiloten müssen ihre Fitness jährlich nachweisen bei einem gründlichen Gesundheitscheck durch einen flugmedizinischen Sachverständigen - ab dem 40. Lebensjahr sogar alle sechs Monate. Gibt es psychologische Auffälligkeiten, werden die Piloten an spezielle Luftfahrtpsychologen überwiesen. Bei schwerwiegenden ärztlichen Bedenken droht das Aus für den Flugberuf. 

16:55 Uhr: Germanwings-Taskforce nimmt Arbeit auf

Rund zwei Wochen nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine in den französischen Alpen hat eine Arbeitsgruppe von Luftfahrtbranche und Bundesregierung ihre Arbeit aufgenommen. Zunächst werde das Expertengremium zwei Themenbereiche erörtern, erklärte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) in Berlin. Neben der Frage, ob die Sicherheitsvorkehrungen der Cockpittüren verändert werden müssten, solle auch erörtert werden, ob und wie die Überprüfung der Flugtauglichkeit von Piloten verbessert werden könne.

Die Experten sollen am 16. April und am 20. April über diese beiden Themen diskutieren. Danach sollen zwei weitere Sitzungen stattfinden. "Im Interesse der Sicherheit werden wir alle Handlungsoptionen sorgfältig und umfassend untersuchen, um Vor- und Nachteile von Veränderungen abwägen zu können", erläuterte BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow, der die Arbeitsgruppe leitet.

Dem Gremium gehören neben Sachverständigen des BDL auch Experten der Fluggesellschaften und Flugzeughersteller sowie Flugmediziner an. Ebenfalls vertreten sind das Bundesverkehrsministerium, das Luftfahrt-Bundesamt, die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und UFO sowie psychiatrische und psychologische Sachverständige.

10:55 Uhr: Mischte Andreas L. dem Kapitän etwas ins Getränk?

Es war eine folgenschwere Entscheidung: Nur weil Pilot Patrick S. das Cockpit verließ, um auf die Toilette zu gehen, konnte Copilot Andreas L. das Steuer übernehmen und die Maschine vor rund zwei Wochen abstürzen lassen. Nun könnte diese Begebenheit eine neue Brisanz bekommen. Die Kölner Boulevardzeitung "Express" will aus Ermittlerkreisen erfahren haben, dass sich L. vor der Tragödie über Medikamente mit einer harntreibenden Wirkung informiert hat. Das habe eine Untersuchung seiner Computer ergeben. Die Staatsanwaltschaft in Düsseldorf ließ die Nachricht unkommentiert.

10:51 Uhr: Lufthansa erholt sich von Kursverlusten

Lufthansa haben sich am Mittwoch etwas von ihren jüngsten Kursverlusten erholt. Die Aktie stieg um bis zu 1,8 Prozent auf 12,70 Euro und lag damit an der Dax -Spitze. Seit dem Absturz eines Jets der Billigtochter Germanwings vor rund zwei Wochen hat der Titel bis zu zwölf Prozent an Wert verloren.

"Einige Investoren nutzen das Kursniveau zum Einstieg, zudem hilft der Lufthansa-Aktie der niedrigere Ölpreis ", sagte ein Händler. Zuletzt hatten sich viele Finanzexperten vorsichtig geäußert: So hatte JPMorgan den Titel am Dienstag auf "Underweight" von "Neutral" herabgestuft. In den vergangenen 30 Tagen senkten 15 von 29 Analysten Reuters-Daten zufolge die Erwartungen für den Gewinn je Aktie um durchschnittlich gut zehn Prozent. "Der Germanwings-Crash, Streiks und der Vormarsch von Billigfliegern werden die Gewinne des Konzerns drücken", sagte Luftfahrt-Experte Julien Richer von der Bank Raymond James.

08:33 Uhr: Trauergottesdienst soll auf Großleinwand übertragen werden

Der Kölner Trauergottesdienst für die Absturzopfer wird nach Angaben des Erzbistums auf einer Großbildleinwand zu sehen sein. Erwartet werden neben Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel auch die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Vertreter aus Frankreich, Spanien und anderen Ländern, aus denen die Opfer der Flugkatastrophe stammten, kämen auch zu der Zeremonie.

Der etwa zweistündige Trauergottesdienst beginnt am 17. April um 12.00 Uhr, wie das Erzbistum am Dienstag weiter mitteilte.  “Nach einer solchen Katastrophe wollen wir in dem Gottesdienst unsere Fassungslosigkeit und Trauer, ebenso wie unsere Hoffnung darauf, dass Gott selbst am Ende alle Tränen abwischen wird, zum Ausdruck bringen“, erklärte Erzbischof Rainer Maria Woelki.

Mittwoch, 8. April

15:26 Uhr: Französische Flugsicherung will vertagten Streik wiederaufnehmen

Aufgrund eines angekündigten Streiks der französischen Flugsicherung käme es vom 8. bis zum 10. April zu Unregelmäßigkeiten im europäischen Flugverkehr. Dies gelte auch für Flüge der Germanwings von und nach Frankreich sowie nach Spanien und Portugal, wie die Fluggesellschaft berichtete.

Laut französischen Medienberichten hatte die Fluglotsen-Vereinigung "Syndicat National des Contrôleurs du Trafic Aérien" einen Streik vom 25. bis zum 27. März angekündigt, diesen aber aufgrund des Unglücks wieder verworfen. 

14:15 Uhr: Haltern will trotz Trauer zur Normalität zurück

Die von dem Absturz besonders betroffene Stadt Haltern in Westfalen will allmählich zur Normalität zurückkehren. "Wir überlegen, wie wir mit einzelnen städtischen Veranstaltungen in der nächsten Zeit umgehen werden", sagte ein Sprecher der Stadt. "Aber natürlich - auch wenn das schwer wird - müssen wir weitermachen", fügt er hinzu.

Kulturelle Veranstaltungen wie ein Open-Air-Festival oder eine stadtweite "Nacht der Musik" würden wie geplant im April und Mai stattfinden. Viele Veranstalter gingen jetzt mit Rücksicht auf die Hinterbliebenen besonders sensibel mit der Organisation ihrer Events um, sagte der Stadtsprecher. 

12:03 Uhr: Forscher nennt Fernsehkrimis und Ruhmsucht als Motive von Andreas L.

Die Flut an Krimis im Fernsehen und ein verharmlosender Umgang der Öffentlichkeit mit dem Thema Suizid sind nach Ansicht des Würzburger Sterbeforschers Ernst Engelke mitverantwortlich für das tödliche Ende des Germanwings-Airbus-Flugs in Frankreich. Auch die "Ruhmsucht in der Gesellschaft" bilde einen Nährboden für das Verhalten des Co-Piloten, der durch seinen Suizid 149 Menschen mit in den Tod gerissen habe, schreibt der emeritierte Professor für Soziale Arbeit in der "Süddeutschen Zeitung".

"Das tödliche Ende des Flugs 4U 9525 könnte Inhalt eines 'Tatorts' gewesen sein", argumentiert der Wissenschaftler. Schon 2010 habe die ARD einen “Tatort“ über einen Mord durch Flugzeugabsturz gesendet. Der Co-Pilot habe im Internet über Suizidmethoden recherchiert und sich den Absturz eines Flugzeugs gewählt. "Er hätte sich ja auch erhängen können."

09:33 Uhr: Mutter von Flugkapitän Patrick S. trauert

Die Mutter des verunglückten Piloten trauert zutiefst um ihren Sohn, wie die britische "Daily Mail" berichtet. "Er starb als Held, aber er starb – und wir sind tief erschüttert. Das Licht unseres Lebens ist erloschen. Ich bin zu traurig, um noch mehr zu sagen." Kurz vor der Katastrophe war Patrick S. freiwillig vom Langstrecken-Dienst zur Kurzstrecke bei Germanwings gewechselt, um mehr Zeit für seine Familie zu haben. Bereits Ende März hatte die Großmutter von S. ihr Unverständnis gegenüber dem Copiloten bekundet: "Mein Enkel ist tot und das nur, weil ein Idiot ein ganzes Flugzeug mit sich mitriss und so viele Menschen tötete."

08:01 Uhr: Fliegerärzte fordern strengere Untersuchungen für Piloten

Der Deutsche Fliegerarztverband forderte strengere Untersuchungen für Piloten, die in Passagierflugzeugen tätig sind. "Wir fordern häufigere und gründlichere Laboruntersuchungen für Piloten", sagte Verbandspräsident Hans-Werner Teichmüller der Zeitung "Die Welt". Es müsse ein Befund her, mit dem auch der Konsum von Psychopharmaka und Drogen nachgewiesen werden könne. Dem Bericht zufolge geht der Interessenverband der flugmedizinischen Sachverständigen mit seiner Forderung weit über die bisherige Praxis hinaus.

Dienstag, 7. April

21:05 Uhr: Betreuung der Angehörigen weiter gewährleistet

In den südfranzösischen Alpen soll die Betreuung der Opfer-Angehörigen soll gesichert bleiben. Darauf hat die zuständige Präfektur des Départements Alpes-de-Haute-Provence am Montag hingewiesen.  Am Einsatzzentrum der Bergungskräfte in Seyne-les-Alpes stehe nahe dem Rathaus ein Rückzugsraum zur Besinnung zur Verfügung. Dort sei vier Stunden täglich eine psychologische Betreuung im Einsatz.

Darüber hinaus verwies die Präfektur auf ein Team von Medizinern, dass für Angehörige die ganze Woche über bereitstehe.  Die provisorische Gedenkstätte in Le Vernet nahe der Absturzstelle soll für Angehörige weiter zugänglich, ansonsten aber abgesperrt bleiben. Zudem wies die Präfektur erneut darauf hin, dass für Angehörige der Opfer zahlreiche Unterkünfte zur Verfügung stehen. In der Unglücksregion waren über das Wochenende wieder zahlreiche Angehörige eingetroffen. Dabei wurden die Betroffenen erneut von der Polizei abgeschirmt.

19:35 Uhr: Lufthansa wehrt sich gegen Vorwurf des Luftfahrtbundesamts

Die Lufthansa wehrt sich gegen den Eindruck, Informationen zum Copiloten zurückgehalten zu haben. Auslöser war eine Stellungnahme des Luftfahrtbundesamts (LBA). Demnach hatten die Lufthansa-Flugmediziner die Aufsichtsbehörde nicht "über die abgeklungene schwere Depressionsphase" bei Andreas L. informiert. 2009 hatte der Copilot allerdings die Lufthansa-Verkehrsfliegerschule davon in Kenntnis gesetzt. Die Lufthansa betonte, das Unternehmen komme seinen Informationspflichten gegenüber dem LBA nach. Die Lufthansa zudem erneut auf die damalige Rechtslage, der man entsprochen habe.

18:33 Uhr: Besatzungsmitglieder sollen sich bei Trauerfeier zivil kleiden

Wenn die Hinterbliebenen des Germanwings-Absturzes um ihre Angehörigen trauern, sollen die anwesenden Besatzungsmitglieder auf ihre Lufthansa-Uniformen verzichten, so die Staatskanzlei NRW. Dies soll den Trauernden unnötiges Leid ersparen, wie die "BILD" berichtete. Die zentrale Trauerfeier findet am 17. April im Kölner Dom statt.

Montag, 6. April

19:11 Uhr: Flugzeugabsturz Thema in vielen Predigten

Die christlichen Kirchen haben an Ostern zu festem Glauben trotz Gewalt, Krisen und schwerer Unglücke aufgerufen. In vielen Predigten war der Flugzeugabsturz in den französischen Alpen Thema. Mit Blick auf die 150 Toten sei es sehr schwer, am Glauben festzuhalten, sagte Kardinal Karl Lehmann im Mainzer Dom laut vorab verbreitetem Redetext. Aber das Osterfest lehre, dass man ein Licht am Ende des Tunnels sehen könne. "Vielleicht zuerst nur ein kleines Licht, es kann aber im Glauben an die Auferstehung unseres gekreuzigten Herrn auch wieder heller werden", sagte Lehmann.

16:46 Uhr: Zu Ostern wollte Andreas L. Hochzeit verkünden

Zu Ostern wollte Andreas L. offenbar die Hochzeit mit seiner Freundin verkünden, so ein Bericht der "Bild am Sonntag", die einen Freund des Copiloten zitiert. Zudem wollten die beiden anscheinend in der Stadt Krefeld zusammenziehen. Seine Wohnung in Düsseldorf soll vor der Auflösung gestanden haben.    

14:12 Uhr: Hatte Andreas L. auch physische Probleme?

Andreas L. hatte anscheinend neben psychischen auch noch physische Probleme. Nach Informationen der "Bild am Sonntag" soll der Copilot Ende 2014 einen Autounfall gehabt haben. Dabei habe er sich eine Wirbelverletzung zugezogen, so das Blatt. Die Auswertung seines Computers habe zudem Suchbegriffe wie "Migräne", "Sehstörung" und "Knalltrauma" offengelegt.

11:40 Uhr: Copilot nannte sich "Skydevil"

Der 27-jährige Copilot Andreas L. soll sich mit dem Pseudonym "Skydevil" (Himmelsteufel) zwischen dem 16. Und 23 März auf seinem Tablet eingeloggt haben, wie die Bild am Sonntag berichtet. Ein Benutzername, der nach dem Absturz schockiert. Der Nickname könnte aber auch lediglich eine Andeutung auf den Film "Sky Devils" sein - ein Film mit Spencer Tracy, indem ein Kriegsdienstverweigerer in ein Kriegsgebiet gerät.

11:00 Uhr: Andreas L. suchte im Internet nach "Bipolarität"

Vor ungefähr zwei Wochen soll Andreas L. nach medizinischer Hilfe im Netz gesucht haben. Der Copilot habe sich im Internet nicht nur zu Cockpit-Türen und deren Sicherheitsmechanismen informiert, sondern auch Begriffe wie "Bipolarität" und "manische Depressionen" gegoogelt haben, wie die "Bild am Sonntag" berichtet. Bei den Begriffen handelt es sich um seelische Erkrankungen, bei der der Betroffene unter enormen Stimmungsschwankungen leidet.  

09:52 Uhr: Personalmangel beim Luftfahrtbundesamt?

Das "Wall Street Journal" berichtet unter Berufung auf zwei mit der Situation vertraute Personen, EU-Vertreter hätten vor dem Crash auf einen Personalmangel beim Luftfahrtbundesamt (LBA) hingewiesen.

08:14 Uhr: Lufthansa informierte Bundesamt nicht über Depression

Nach dem Absturz der Germanwings-Maschine in Südfrankreich gerät der medizinische Dienst der Lufthansa unter Druck. Dieser habe das Luftfahrtbundesamt (LBA) nicht über die medizinischen Hintergründe des Co-Piloten Andreas L. informiert. Nach den bisherigen Ermittlungen litt L. unter Depressionen und hat den Jet absichtlich abstürzen lassen.

07:27 Uhr: Angehörige trauern in der Absturzregion

In der Absturzregion der Germanwings-Maschine trauern weiter Angehörige um die 150 Opfer der Katastrophe. In Le Vernet nahe der Unglücksstelle trafen erneut Angehörige ein. Das französische Fernsehen zeigte Bilder von Trauernden an einer provisorischen Gedenkstätte in dem kleinen Ort. Angehörige wurden - wie immer seit dem Absturz am 24. März - von der Polizei abgeschirmt und geschützt. In den französischen Alpen gingen die Bergungsarbeiten weiter. Einsatzkräfte suchten am Samstag an der schwer zugänglichen Stelle weiter nach Flugzeugteilen und persönlichen Gegenständen der Toten.

Sonntag. 5. April

20:47 Uhr: Behörden stellen Suche nach Opfern ein

Eineinhalb Wochen nach dem Absturz des Germanwings-Airbus  in den französischen Alpen haben die Ermittler die Suche nach Opfern eingestellt. Die Suche nach persönlichen Habseligkeiten der 150 Getöteten gehe jedoch weiter, sagte ein Sprecher der örtlichen Behörden am Samstag. Die Ermittler haben an der Absturzstelle 150 DNA-Sätze gesichert, mit deren Hilfe die Identifizierung aller Opfer in den kommenden Wochen gelingen soll.

17:30 Uhr: Loveparade-Selbsthilfe rät Angehörigen zu Zusammenhalt

Die Angehörigen der Opfer des Germanwings-Absturzes sollten nach Ansicht eines Betroffenen der Loveparade-Katastrophe eng zusammenrücken. "Wichtig ist, dass sie viel zusammen sind und sich organisieren", sagte Jürgen Hagemann von der Duisburger Loveparade-Selbsthilfe der Deutschen Presse-Agentur. "Die Angehörigen sollten sich auf jeden Fall an spezialisierte Anwälte wenden. Und sie sollten sich über ihre Erfahrungen austauschen. Einer alleine ist in der Phase, in der man emotional angeschlagen ist, verloren."

Irgendwann gerate das Ereignis trotz des großen öffentlichen Interesses zurzeit in Vergessenheit und die Hilfe werde auch weniger. "Dann trifft sie die volle Härte des Systems."

Bei der Loveparade im Sommer 2010 wurden mehr als 500 Menschen verletzt, 21 starben. Eine Entscheidung, ob und wann der Strafprozess beginnt, steht noch aus.

15:22 Uhr: Viele trauernde Angehörige vor Ort

Mit Beginn des Osterwochenendes kamen wieder vermehrt Angehörige der Getöteten nach Seyne-les-Alpes in der Absturzregion, wie der französische Sender BFMTV berichtete. An der Gedenkstätte in Le Vernet nahe dem Absturzort waren Trauernde zu sehen. Angehörige wurden - wie immer seit dem Absturz am 24. März - von der Polizei abgeschirmt.

12:17 Uhr: Aufklärung von Absturz kommt voran

Die Aufklärung der Germanwings-Katastrophe kommt Stück für Stück voran. Ermittlungen verfestigen den Verdacht gegen den Copiloten. In Paris ausgewertete Daten des zweiten Flugschreibers zeigen, dass der 27-Jährige die Maschine bei dem von ihm eingeleiteten Sinkflug sogar noch beschleunigte. Die französische Untersuchungsbehörde Bea kündigte weitere Analysen der Blackbox an. Der Autopilot war laut Bea im Cockpit so eingestellt worden, dass die Maschine auf etwa 30 Meter hinuntergeht. Schon seit Auswertung der ersten Blackbox - des Sprachrekorders, den man noch am Unglückstag fand - wird der Copilot verdächtigt, den Piloten mit Absicht aus dem Cockpit ausgesperrt zu haben.

10:38 Uhr: DNA-Abgleich soll nach Ostern beginnen

Bei der Identifizierung der Opfer werden nach Angaben der französischen Ermittlern die gefundenen DNA-Profile mit Proben von Angehörigen abgeglichen. Die Arbeit soll nach Ostern losgehen.

09:26 Uhr: Zweite Blackbox wird weiter ausgewertet

Die Ermittlungen um den Germanwings-Absturz untermauern zunehmend den Verdacht gegen den Copiloten Andreas L. des Fluges 4U9525. Daten des zweiten Flugschreibers zeigen, dass der 27-Jährige die Maschine beim eingeleiteten Sinkflug sogar beschleunigte, wie die französische Untersuchungsbehörde Bea mitteilte. Flugunfall-Experten kündigten weitere Analysen der Blackbox an. Der Rekorder zeichnet Kurs, Geschwindigkeit, Flughöhe oder Neigungswinkel auf. An der Unglücksstelle in Frankreich gehen auch am Osterwochenende die Bergungsarbeiten weiter.

07:26 Uhr: Bergungsarbeiten in Unglücksregion fortgesetzt

Die Bergungsarbeiten in der Absturzregion der Germanwings-Katastrophe sind auch am Samstag fortgesetzt worden. Die Einsatzkräfte suchten an der schwer zugänglichen Stelle in den französischen Alpen weiter nach Teilen des abgestürzten Airbus und persönlichen Gegenständen der 150 Toten.

Samstag, 4. April

20:03: Flughafenverband reagiert skeptisch auf de Maizières Vorschlag

Der Flughafenverband ADV hat skeptisch auf den Vorschlag von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) reagiert, der die Einführung einer Ausweispflicht an Flughäfen vorgeschlagen hatte. "Der Flughafenverband ADV sieht aktuelle Vorstöße zur Verschärfung der Ausweiskontrollen an Flughäfen kritisch. Hier muss europaweit der sicherheitsrelevante Mehrwert hinterfragt werden. Insbesondere sind Verzögerungen bei den Bodenprozessen zu befürchten."

Die Airlines sollten auch bei Flügen im Schengen-Raum die Identität ihrer Passagiere überprüfen, hatte der Minister am Donnerstag in Dresden vorgeschlagen. Sonst bleibe unter Umständen unklar, wer tatsächlich im Flugzeug sitze. Dabei gehe es nicht um die Wiedereinführung von Grenzkontrollen in der Europäischen Union (EU), betonte er. Der Vorschlag müsse nun mit den Partnern in der EU besprochen werden.

19:15 Uhr: Frankreichs Innenminister gedenkt der Absturzopfer in Unglücksregion

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve hat während eines Besuchs in der Absturzregion der Opfer der Germanwings-Katastrophe gedacht. Im französischen Fernsehen war zu sehen, wie Cazeneuve mit einem Hubschrauber am Einsatzort in Seyne-les-Alpes landete. An der Gedenkstätte im nahen Le Vernet unweit der Unglücksstelle legte Cazeneuve einen Kranz nieder. Zuvor hatte der Minister die Arbeit der französischen und internationalen Einsatzkräfte in der schwer zugänglichen Unglücksregion gelobt

18:30 Uhr: Auf Lufthansa könnten 350 Millionen Schadenersatz zukommen

Die Germanwings-Mutter Lufthansa könnte insgesamt rund 350 Millionen Dollar Schadensersatz an die Opferfamilien zahlen. Bislang hat das Versichererkonsortium der Lufthansa-Gruppe 300 Millionen Dollar an Rückstellungen gebildet. Das ist fast das Doppelte der üblicherweise kalkulierten Summe. Die Faustregel bei Flugzeugabstürzen lautet eine Million Dollar pro Passagier. Das wären bei den 149 vom Copiloten Andreas L. getöteten Insassen insgesamt 149 Millionen Dollar.

16:51 Uhr: Entschädigungshöhe für Absturzopfer sehr verschieden

Trotz ihres gemeinsamen Schicksals könnten die Angehörigen der Opfer des Germanwings-Absturzes vollkommen unterschiedliche Geldbeträge als Entschädigung erhalten. Ausschlaggebend ist nach Aussagen von Anwälten vor allem ihre Staatsbürgerschaft und damit die Regelungen, die in ihrem jeweiligen Heimatland gelten. So dürfen die Hinterbliebenen von US-Opfern im Klagefall mit Millionen rechnen, weil die Trauer und der Schmerz der Verwandten im US-Recht ein starkes Gewicht haben. Ganz anders in Deutschland: Hier richte sich die Höhe der Entschädigung neben anderen Faktoren nach den Einnahmen, die der Tote künftig noch hätte erzielen können, erläutert Luftfahrt-Anwalt Elmar Giemulla. Entschädigungen für die durch das Unglück erlittenen Schmerzen seien im deutschen Recht nicht vorgesehen.

15:37 Uhr: Arbeit am Absturzort wird noch Wochen dauern

Nach der Bergung der Leichenteile und dem Fund des zweiten Flugschreibers können sich die Teams an der Absturzstelle in den französischen Alpen nun ganz auf Suche und Abtransport der Einzelteile der Unglücksmaschine von Germanwings konzentrieren. Die Ermittler rechnen mit wochenlanger Arbeit.

14:22 Uhr: Prüft die Justiz in Frankreich ein Ermittlungsverfahren gegen Lufthansa und Germanwings?

Zwischen den Wrackteilen wurden 470 persönliche Gegenstände entdeckt, darunter 42 Handys. "Diese Telefone sind sehr, sehr stark beschädigt. Das wird es extrem schwierig machen, Informationen aus ihnen herauszuholen", sagte der ermittelnde Staatsanwalt von Marseille, Brice Robin. Einem "Focus"-Bericht zufolge prüft die französische Justiz ein Ermittlungsverfahren gegen die Lufthansa und deren Tochter Germanwings. "Das wird sicher noch kommen", zitiert das Magazin das Büro von Staatsanwalt Robin.

13:12 Uhr: Fünf Arztpraxen untersucht

Nach einem Bericht des Magazins "Spiegel" durchsuchte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf mindestens fünf Arztpraxen, bei denen L. vorstellig geworden sein soll. Der Copilot soll unter anderem Fachärzte für Neurologie und Psychiatrie konsultiert haben. "Für einen jungen Mann hat er eine erstaunliche Anzahl von Ärzten konsultiert", zitierte der "Spiegel" Ermittlerkreise.

12:01 Uhr: Andreas L. beschleunigte den Sinkflug mehrfach

Copilot Andreas L. hat den Airbus bewusst in den Sinkflug gebracht.  Der Autopilot sei von dem Anwesenden im Cockpit so eingestellt worden, dass die Maschine auf 100 Fuß - umgerechnet etwa 30 Meter - hinuntergeht. Dies teilte die französische Untersuchungsbehörde Bea am Freitag mit. Während des Sinkflugs sei die Maschine zudem mehrfach beschleunigt worden. 

11:29 Uhr: Zweite Blackbox bestätigt Absturzabsicht des Copiloten

Die Auswertung der zweiten Blackbox des Germanwings-Airbus bestätigt die These von einem absichtlich verursachten Absturz. Der Copilot Andreas L. habe den Autopiloten wiederholt so verändert, dass die Geschwindigkeit im Sinkflug der Maschine beschleunigt wurde, erklärte die französische Luftfahrtermittlungsbehörde BEA am Freitag in Paris. Das habe eine "erste" Auswertung des am Donnerstag geborgenen Flugdatenschreibers ergeben.

10:16 Uhr: Polizei: Können mehr Ausweiskontrollen bei Flügen nicht leisten

Die Polizei hat nach eigener Einschätzung nicht genügend Mitarbeiter für zusätzliche Ausweiskontrollen bei Flügen im sogenannten Schengen-Raum. "Dafür ist einfach kein Personal vorhanden", sagte der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Sven Hüber.

Der Bundespolizei fehlten bereits jetzt 2900 Beamte. Die Bundesregierung plane jedoch, nur 500 Stellen im Jahr 2016 zu bewilligen. "Es ist Sache der Fluggesellschaften, die Identität ihrer Passagiere einwandfrei festzustellen und dies auch gegenüber den Sicherheitsbehörden zu garantieren", so Hüber. "Können die Airlines die Identität nicht zweifelsfrei garantieren, dürfen sie den Passagier nicht mitnehmen."

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere erwägt eine Rückkehr zur generellen Ausweispflicht, nicht nur bei Langstreckenflügen. Denn beim Absturz der Germanwings-Maschine Ende März mit 150 Toten hatten die Behörden zunächst nicht mit Sicherheit sagen können, wer tatsächlich an Bord war.

Zum Schengen-Raum gehören die meisten EU-Staaten sowie Anrainer wie die Schweiz und Norwegen. Hier gibt es nur noch Kontrollen an den Außengrenzen.

09:33 Uhr: Mehrheit der Deutschen machen sich beim Fliegen weiter keine Sorgen

Nach dem Absturz ist dem ARD-"Deutschlandtrend" zufolge nur eine Minderheit der Flugpassagiere in Deutschland sorgenvoller. 81 Prozent der Flugreisenden machen sich demnach beim Fliegen keine größeren Sorgen, 17 Prozent machen sich mehr Sorgen, wie die repräsentative Umfrage unter Menschen über 18 Jahren ergab.

08:46 Uhr: Fachleute beraten über Regeln zur Verriegelung der Cockpittüren

Nach Ostern soll auch eine neue Arbeitsgruppe starten, in der Fachleute der deutschen Luftfahrtbranche über Lehren aus dem Absturz beraten. Die Gruppe soll etwa auch über mögliche Veränderungen der Regeln zur festen Verriegelung der Cockpittüren beraten. 

07:40 Uhr: Zweiter Flugschreiber wird in Paris ausgewertet

Die französischen Ermittler setzen jetzt bei der Aufklärung des Germanwings-Absturzes auf den zweiten Flugschreiber. Die Blackbox mit den Flugdaten wird am Freitag in Paris bei der Untersuchungsbehörde Bea erwartet. Karfreitag ist in Frankreich kein Feiertag. Der zweite Flugschreiber war am Donnerstagnachmittag an der Unglücksstelle gefunden worden. Er war von Geröll verschüttet.

03:15 Uhr: Auswertung der DNA-Profile startet Anfang kommender Woche

Bei der Identifizierung der Opfer werden den französischen Ermittlern zufolge die gefundenen DNA-Profile mit Proben von Angehörigen abgeglichen. Die Arbeit soll Anfang kommender Woche losgehen. Die Angehörigen sollen bei einer Übereinstimmung rasch Bescheid bekommen. 

19:52 Uhr: Copilot hat vor Aufprall "mehrfach interveniert"

Staatsanwalt Brice Robin hat in Marseille eine bislang unbekannte Information zur abgestürzten Germanwings-Maschine mitgeteilt. Robin wiederholte noch einmal, dass Copilot Andreas L. kurz vor dem Aufprall geatmet habe und bei Bewusstsein gewesen sei. Robin ist sich jedoch sicher, dass L. vor dem Aufprall "mehrfach interveniert hat". So habe er beispielsweise die Flughöhe manipuliert. "Die Geschwindigkeit hat er nicht verringert, da sonst ein Alarm ausgelöst worden wäre", sagte Brice.

18:50 Uhr: 150 DNA-Profile am Absturzort gefunden 

Die französischen Ermittler haben bei der Analyse der Leichenteile vom Absturzort des Germanwings-Flugzeugs 150 verschiedene DNA-Profile identifiziert. Das sagte Staatsanwalt Brice Robin in Marseille. "Das bedeutet nicht, dass wir die 150 Opfer identifiziert haben", schränkte er ein. Die DNA-Profile müssten nun mit den Vergleichsproben abgeglichen werden, die von den Angehörigen der Toten zur Verfügung gestellt wurden. "Diese Arbeit wird schnell beginnen können, von Anfang kommender Woche an", sagte Robin. Er versprach, dass er jede Familie benachrichtigen werde, sobald eine Übereinstimmung vorliege.

18:35 Uhr: Zweite Blackbox vermutlich auswertbar 

Die gefundene zweite Blackbox des abgestürzten Germanwings-Airbus ist vermutlich auswertbar. Wie der Staatsanwalt von Marseille, Brice Robin, sagte, lässt der Zustand des Flugdatenschreibers "auf eine Möglichkeit der Auswertung hoffen". Nach seinen Angaben konnten bisher auch 150 verschiedene DNA-Profile aus den Proben von der Absturzstelle in den französischen Alpen isoliert werden.

16:58 Uhr: Genaue Suchbegriffe sind unbekannt

Der Copilot hat sich vor dem Absturz der Germanwings-Maschine in Frankreich im Internet über Arten und Umsetzungsmöglichkeiten einer Selbsttötung informiert. Auch nach Sicherheitsmechanismen von Cockpittüren habe er gesucht, wie die Staatsanwaltschaft Düsseldorf mitteilte. Ermittler fanden einen Tabletcomputer in der Wohnung des 27-Jährigen.

Der Nutzer des Tablets habe sich "zum Einen mit medizinischen Behandlungsmethoden befasst, zum Anderen über Arten und Umsetzungsmöglichkeiten einer Selbsttötung informiert", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. "An mindestens einem Tag hat sich der Betreffende darüber hinaus über mehrere Minuten mit Suchbegriffen über Cockpittüren und deren Sicherheits-Vorkehrungen auseinandergesetzt."

Welche Begriffe genau der 27-Jährige in Suchmaschinen eingegeben hatte, sagte die Behörde nicht. Zunächst müssten alle Beweismittel ausgewertet werden. "Aufgrund des Umfanges der Dokumente und der Vielzahl der Dateien sind weitere Ermittlungsergebnisse in den nächsten Tagen nicht zu erwarten", betonte der Sprecher.

16:47 Uhr: "Der Browserverlauf war nicht gelöscht"

Die Ermittlungen zur Flugzeugkatastrophe mit 150 Toten in Frankreich geben dem Suizidverdacht gegen den Copiloten neue Nahrung. Der 27-Jährige habe sich bis einen Tag vor dem Unglück im Internet über Arten von Selbstmord und über Sicherheitsmechanismen von Cockpittüren informiert, teilte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf mit.

Der Copilot wird verdächtigt, seinen Kollegen aus dem Cockpit ausgesperrt und die Maschine mit Absicht in die Katastrophe gesteuert zu haben. Die Ermittler haben nach eigenen Angaben in der Düsseldorfer Wohnung des 27-Jährigen einen Tabletcomputer gefunden und die Daten darauf ausgewertet. Anhand des Browserverlaufs könnten die entsprechenden Suchanfragen nachvollzogen werden.

Alles deute darauf hin, dass der 27-jährige Copilot sein Tablet in den Tagen vor dem Absturz nutzte. "Der Browserverlauf war nicht gelöscht, insbesondere konnten die in der Zeit vom 16.3. bis zum 23.3.2015 mit diesem Gerät aufgerufenen Suchbegriffe nachvollzogen werden", teilte die Staatsanwaltschaft mit. Nur einen Tag nach diesem Zeitraum, am 24. März, stürzte die Germanwings-Maschine ab.

16:18 Uhr: Copilot suchte im Internet nach Cockpittüren 

Der Copilot der mutmaßlich von ihm zum Absturz gebrachten Germanwings-Maschine hat in den Tagen vor dem Absturz im Internet nach Arten und Umsetzungsmöglichkeiten einer Selbsttötung recherchiert. Außerdem informierte er sich an mindestens einem Tag mit Suchbegriffen über Cockpittüren und deren Sicherheitsvorkehrungen, teilte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf mit. Dies habe die Auswertung eines Tablet-PCs des 27-Jährigen ergeben.

Den Angaben zufolge informierte sich der Copilot im Internet auch über medizinische Behandlungsmöglichkeiten. Die Ermittler konnten demnach in dem in der Düsseldorfer Wohnung des Mannes gefundenen Tablet-PC den Browserverlauf für die Zeit vom 16. bis 23. März nachvollziehen.

Der Germanwings-Absturz war am 24. März, dabei kamen außer dem Copiloten 149 weitere Menschen ums Leben. Der Copilot soll den Piloten laut den bisherigen Ermittlungserkenntnissen nach einem Toilettengang an der Rückkehr ins Cockpit gehindert haben und die Maschine zum Absturz gebracht haben.

16:05 Uhr: Copilot hat sich vor Absturz über Selbstmord informiert 

Der Copilot hat sich vor dem Absturz der Germanwings-Maschine in Frankreich im Internet über Arten und Umsetzungsmöglichkeiten einer Selbsttötung informiert. Auch nach Sicherheitsmechanismen von Cockpittüren habe er gesucht, wie die Staatsanwaltschaft Düsseldorf mitteilte. 

15:44 Uhr: Zweite Blackbox von Germanwings-Airbus gefunden 

Rund zehn Tage nach dem Germanwings-Absturz in den französischen Alpen ist die zweite Blackbox des Airbus A320 gefunden worden. Das teilte der Staatsanwalt von Marseille, Brice Robin, mit. Der Stimmrekorder war bereits kurz nach dem Absturz am Dienstag vergangener Woche gefunden worden, nach dem Flugdatenschreiber mit den technischen Daten war hingegen lange vergeblich an der Absturzstelle gesucht worden.

14:05 Uhr: Düsseldorfer Staatsanwaltschaft kündigt Pressekonferenz an

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, die zum mutmaßlichen Verursacher des Flugzeugabsturzes Copilot Andreas L. ermittelt, hat für 16 Uhr eine Pressekonferenz angekündigt.

12:18 Uhr: Expertengremium soll über Konsequenzen aus Flugzeugabsturz beraten 

Eine neue Expertengruppe der Luftfahrtbranche soll über Konsequenzen aus dem Absturz der Germanwings-Maschine mit 150 Toten beraten. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Klaus-Peter Siegloch, kündigten in Berlin an, ein solches Gremium mit Sachverständigen und Fachleuten einzusetzen. Sie sollen unter anderem über mögliche Änderungen am Türschutz-Mechanismus in Cockpits beraten, außerdem über medizinische und psychologische Checks für Piloten.

In der Runde sollen unter anderem die Flugbetriebschefs der Airlines sitzen, ebenso Flugmediziner und Vertreter der Berufsverbände. Auch das Verkehrsministerium und das Luftfahrtbundesamt sollen in die Beratungen eingebunden werden.

"Die Aufgabe dieser Taskforce ist offen", sagte Siegloch. Neue Ergebnisse der Ermittlungen an der Unfallstelle in Südfrankreich sollten in die Beratungen einfließen. "Es ist wichtig, dass wir nicht zu übereilten Beschlüssen kommen", mahnte er. Wichtig sei, ausgiebig über Vor- und Nachteile möglicher Änderungen zu beraten, um die Sicherheitskette im Flugverkehr nicht zu gefährden.

11:22 Uhr: Analystenkommentare machen Lufthansa zu schaffen

Kritische Analystenkommentare haben den Aktien der Deutschen Lufthansa am Donnerstag zu schaffen gemacht. Die im Dax gelisteten Titel verloren bis zu 3,3 Prozent auf 12,62 Euro - sie notierten damit auf dem tiefsten Stand seit knapp fünf Monaten. Die Lufthansa kämpfe mit Unsicherheiten an vielen Fronten, schrieben die Analysten von Barclays in einem Kommentar. Dazu zähle unter anderem die Tarifauseinandersetzung mit den Piloten. Barclays stufte die Titel herunter auf "Equal Weight" von "Overweight" und setzte das Kursziel auf 13,80 (18) Euro.

Das Brokerhaus Raymond James geht davon aus, dass die Piloten-Streiks, der Absturz der Germanwings-Maschine und die zunehmende Konkurrenz durch Billigflieger wie Ryanair und Easyjet auf dem Ergebnis des Konzerns lasten dürften. Die Experten setzten ihre Schätzung für das Ebit in diesem Jahr auf 1,3 Milliarden nach zuvor 1,5 Milliarden Euro herunter, bekräftigten aber ihre Bewertung der Aktien mit "Market Perform".

Die Lufthansa-Aktie hinkt dem Gesamtmarkt hinterher und hat seit Jahresbeginn 5,6 Prozent an Wert eingebüßt. Der Dax kommt im selben Zeitraum auf ein Plus von 22,4 Prozent.  

Hier geht es zu früheren Ticker-Einträgen

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Für diese Seite sind keine Kommentare vorgesehen.
 
Mehr Artikel aus dem Ressort Panorama