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Vor Comeback Michael Jackson verklagt Auktionshaus

In jüngster Zeit ist Michael Jackson wieder in aller Munde. Der "King of Pop" bastelt an seinem Comeback. Bis dieses kommt, klagt er erst einmal gegen ein Auktionshaus.

Pop-Superstar Michael Jackson will mit einer Klage gegen ein Auktionshaus die Versteigerung von tausenden Dingen aus seinem persönlichen Besitz verhindern. Seine Firma MJJ Productions reichte in Los Angeles Klage gegen Julien's Auction House ein. Darin heißt es, der Besitzer Darren Julien habe Jackson versprochen, eine Liste mit den Sachen zu erstellen, die verkauft werden sollten. Der Sänger habe aber nicht zugestimmt, alles zu versteigern. Viele Dinge seien «unbezahlbar und unersetzlich». Der Versuch, sie zu versteigern, sei «bösartig, arglistig, empörend und ohne jede rechtliche Grundlage».

Juliens Firma hatte schon im Dezember angekündigt, sie werde im April mehr als 2.000 Sachen aus dem Besitz von Jackson versteigern, darunter den American Music Award für "Thriller", einen Samtumhang, den er 1998 zum Vatertag von seinen Kindern bekam, und einen Basketball mit einem Autogramm von Michael Jordan. Weiter sollten auch Platin- und Gold-Platten, eine umgebaute Harley Davidson, ein Rolls Royce und Kunst von Jackson verkauft werden.

MJJ Productions erlaubte der Klage zufolge dem Auktionshaus zwar, die Dinge aus Jacksons Neverland Ranch zu entfernen, aber nicht, sie ohne Jacksons Zustimmung zu versteigern.

Gleichzeitig bastelt Jackson weiter an seinem Comeback. Für Donnerstag ist eine Pressekonferenz mit ihm angekündigt - vier Jahre nachdem Jackson in den USA unter dem Verdacht des sexuellen Missbrauchs von minderjährigen Jungen vor Gericht stand. Das Urteil des Gerichts lautete damals auf Freispruch. Das Urteil der Öffentlichkeit fiel harscher aus: Jackson verlor endgültig die Gunst des Publikums. Das Image-Desaster durch die Pädophilievorwürfe begleitete den künstlerischen Absturz. Seine letzten Alben floppten, die Kritiker fällten vernichtende Urteile, finanzielle Probleme beschleunigten den Niedergang der Pop-Ikone.

Jackson flüchtete sich in das Dasein eines rast- und heimatlosen Nomaden, der einen bizarren Lebensstil pflegte. Öffentliche Auftritte hat er seit dem Prozessende 2005 weitgehend gemieden. Mal nahm er im Golfstaat Bahrain Domizil, mal tauchte er in London oder den USA auf. Fotos zeigten einen Mann, dessen Gesicht durch chirurgische Eingriffe maskenhafte Züge annahm. Seine drei Kinder trugen in der Öffentlichkeit Masken oder Schleier. Der Rückzug in sein weltabgewandtes Phantasiereich ließ ihn zum "Mr. Seltsam der Popszene" werden.

Dabei war Jackson einmal ein Publikumsliebling, der in den 80er Jahren die Popmusik revolutioniert hat. Sein Album "Thriller" ist mit weltweit mehr als 50 Millionen Exemplaren immer noch das meistverkaufte Album aller Zeiten. Mit dem "Moonwalk" hatte er eine neue Tanzform auf die Bühne gebracht, der kecke Griff in den Schritt wurde Jacksons Markenzeichen. Mit detailverliebter Besessenheit perfektionierte er die Show-Auftritte, die er bereits als Kinderstar unter der Ägide seines gewalttätigen Vaters hatte absolvieren müssen.

An die Zeit der Triumphe wird Jackson bei seinem Comeback anzuknüpfen versuchen. Vielleicht treibt ihn dabei einfach das Verlangen, nicht als tragische Figur in Erinnerung zu bleiben. Einige treue Fans sind ihm tatsächlich geblieben. "Der Beste aller Zeiten wird der neuen Generation zeigen, was wahre Musik ist", schreibt ein Fan auf der Webseite des US-Branchenmagazins "Billboard". Ein anderer freut sich: "Ich kann es kaum erwarten, ihn wiederzusehen." Neutrale Beobachter sind da skeptischer. "Man muss sagen, dass Jackson seine kreative Zündkraft und seine Star-Kapazität verloren hat", urteilte Popmusik-Professor Jerry Del Colliano von der University of Southern California anlässlich von Jacksons 50. Geburtstag im vergangenen Jahr. Das Diktum des Branchenexperten Robert Thompson von der US-Universität Syracuse fällt ähnlich aus: "Michael Jackson ist das perfekte Beispiel für jemanden, den die Wucht seines Ruhms zerstört hat."

Britische Medien berichteten, dass Jackson bei einem Comeback etwa 1,7 Millionen Euro für jeden Konzertauftritt kassieren dürfte. Die Aussicht auf Einkünfte dürfte nicht unwesentlich zu Jacksons Comeback-Wunsch beigetragen haben. In US-Medien häufen sich Berichte über Schulden des Sängers, seine 1.000 Hektar große Phantasie-Ranch Neverland ("Nimmerland") in Kalifornien war zeitweise von der Zwangsversteigerung bedroht. Jackson wohnt inzwischen zur Miete - freilich in einer palastähnlichen Villa für 100.000 Dollar pro Monat.

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