Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Thalys-Zug von Amsterdam nach Paris "Furchtbares Drama" in Zug verhindert

Ein mit Sturmgewehr und Messer bewaffneter Mann verletzt in einem Zug von Amsterdam nach Paris drei Menschen, zwei von ihnen schwer. Zwei US-Soldaten greifen ein und verhindern Schlimmeres.

Nach den Schüssen in einem Thalys-Schnellzug auf dem Weg von Amsterdam nach Paris hat die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft in Paris die Ermittlungen übernommen. Ein 26-Jähriger Marokkaner hatte zwei Menschen schwer verletzt. Er habe Verbindungen zu radikalen Islamisten, schrieb die spanische Zeitung "El País" unter Berufung auf Geheimdienstquellen. Er habe ein Jahr in Spanien gelebt, bevor er nach Frankreich gezogen sei. Der Marokkaner sei auch in Syrien gewesen.

Zwei Fahrgäste aus den USA hätten ihn überwältigt und so möglicherweise ein "furchtbares Drama" verhindert, sagte Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve am Freitagabend. Er beschrieb den mutmaßlichen Täter als extrem gewalttätig. Wie der US-TV-Senders ABC unter Berufung das US-Militär berichtete, gehört einer der Soldaten zur Luftwaffe. Der andere war Mitglied der Nationalgarde des Bundesstaates Oregon. Nach Angaben des US-Senders CNN war auch ein Zivilist an der Aktion gegen den Marokkaner beteiligt.

Belgiens Ministerpräsident Charles Michel sprach von einem Terrorangriff, die ermittelnden französischen Behörden äußerten sich vorsichtiger. Motiv und Identität des Täters seien noch unklar.

Lob für die "amerikanischen Helden"

Französische Bürger und Politiker feierten die Amerikaner für ihr "mutiges Eingreifen". Sie hätte ein "Massaker" verhindert. Nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP bekundeten unter anderen Cazeneuve und Ministerpräsident Manuel Valls ihre "Dankbarkeit".

Im Kurznachrichtendienst Twitter würdigten sehr viele Nutzer das Eingreifen der Soldaten, schrieb AFP. Auch von "amerikanische Helden" war die Rede.

US-Präsident Barack Obama lobte den Mut der Passagiere, darunter US-Militärangehörige. Sie hätten mit ihren "heldenhaften Taten" möglicherweise eine weitaus schlimmere Tragödie verhindert, hieß es nach Angaben des Weißen Hauses.

Der Mann war am frühen Freitagabend im nordfranzösischen Bahnhof Arras der Polizei übergeben worden. Die Schüsse fielen dagegen nach Angaben des Élyséepalastes noch auf belgischem Gebiet. Wie französische Medien übereinstimmend berichteten, erlitt ein Passagier eine Schussverletzung, ein zweiter wurde mit einem Messer verletzt.

Die französische Nachrichtenagentur AFP meldete am späten Abend, die Verletzten seien nicht in Lebensgefahr. Der Sprecher des Innenministeriums hatte zunächst von lebensgefährlichen Verletzungen eines Opfers gesprochen.

Unter Verweis auf das Umfeld der Ermittlungen hieß es, die Polizisten hätten bei dem Mann ein Kalaschnikow-Sturmgewehr, eine Automatik-Pistole, neun Magazine und ein Cutter-Messer gefunden. Innenminister Cazeneuve betonte, es sei üblich, dass die für Terrorismus zuständige Pariser Staatsanwaltschaft einen Fall übernimmt, wenn Taten "einen terroristischen Charakter" aufweisen könnten. Im Hinblick auf erste Spekulationen zum Hintergrund des Mannes rief er zu Vorsicht und Zurückhaltung auf.

"Alles wird getan, um Licht in dieses Drama zu bringen", versprach der französische Präsident François Hollande. Er vereinbarte mit Belgiens Premierminister Michel, bei der Aufklärung der Tat eng zusammenzuarbeiten.

Unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft schrieb die Regionalzeitung "La Voix du Nord", sie hätten gehört, wie der Mann in der Toilette eine schwere Waffe durchgeladen habe, daraufhin seien sie eingeschritten. An Bord des Thalys war nach Angaben Cazeneuves auch der Schauspieler Jean-Hugues Anglade, der sich bei dem Zwischenfall leicht verletzte.

Belgiens Regierungschef Charles Michel stufte die Attacke als Terroranschlag ein. "Ich verurteile den Terrorangriff im Thalys und drücke meine Anteilnahme für die Opfer aus", schrieb er am Freitagabend auf Twitter.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Hier kann nicht mehr kommentiert werden.