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Zentrum für Politische Schönheit 1000 Plastikinseln gegen den Tod im Mittelmeer

Im Mittelmeer wurde die erste Rettungsinsel für schiffbrüchige Flüchtlinge verankert. Die Aktion ist umstritten und der Grat zwischen Utopie und Wirklichkeit schmal. Doch ein Anfang ist gemacht.

Gezielte Provokationen in der Flüchtlingsdebatte – dafür ist das "Zentrum für Politische Schönheit“ seit einiger Zeit bekannt. Das neuste Projekt: 1000 Rettungsinseln im Mittelmeer, die die Leben von schiffsbrüchigen Flüchtigen retten sollen. Am vergangenen Wochenende wurde nun ein Pilot von Mitgliedern des Künstlerkollektivs in internationalen Gewässern zwischen Afrika und Europa eingesetzt. Das Geld dafür wurde über die Crowdfunding-Website Indigo gespendet.

Die "Aylan 1“ ist eine sechs mal sechs Meter große Plattform bietet Platz für 60 Menschen und ist mit Positionslichtern, Lebensmittelreserven, Notrufgerät, Photovoltaikmodulen, Fahnenmast, Rettungsringen, Kamera und zwei Ankern ausgestattet. Mit der ersten Insel soll nun erst einmal getestet werden, ob diese den stürmischen Bedingungen im Herbst standhält.

"Jahrhundertwerk der Humanität"

Letzte Woche erst sorgte das Berliner Künstlerkollektiv mit einem gewagten Plan für Aufsehen, als sie ein Imagevideo veröffentlichten, indem es um den Bau einer 230 Kilometer langen Brücke ging, die zwischen Nordafrika und Europa entstehen soll, "um das sinnlose Sterben im Mittelmeer ein für alle Mal zu beenden“, wie es darin hieß. Inkubator der Aktion sei die Republik Österreich, der Raffeisen-Verband kümmere sich um die Projektfinanzierung und der Baukonzern STRABAG übernehme die Ausführung. 2017 soll damit begonnen werden das "Jahrhundertwerk der Humanität“ zu bauen. 2030 soll das 230 Milliarden teure Projekt fertiggestellt werden.

Glaubt man den Kritikern, ist diese Brücke Utopie. Ein Traum allerdings, der wachrütteln soll und dem stillen Sterben von Tausenden ein Ende setzen soll. Bis es dazu kommt, sollen die Rettungsinseln als Zwischenlösung fungieren. Der Plan ist es insgesamt 1000 Plattformen über das Mittelmeer zu verteilen. Ob nun Utopie oder ein Tropfen auf dem heißen Stein – es ist ein Anfang.

Provokante Aktionen 

Das "Zentrum für Politische Schönheit" unter der Leitung des Philosophen und Künstlers Philipp Ruch, ist ein Zusammenschluss von ca. 70 Aktionskünstlern, deren Wiedererkennungsmerkmal die mit Kohle geschwärzten Gesichter sind. Bekannt wurde die Gruppe durch eine Aktion anlässlich des 25. Jahrestages des Berliner Mauerfalls im November 2014, als sie Gedenkkreuze des Berliner Mauerfalls entwendeten und an die EU-Außengrenzen „entführten“ um dort im Gegenzug den toten Flüchtlinge zu gedenken.

Im Juni 2015 starteten sie ein weiteres Projekt zu dem gleichen Thema, bei dem das "Zentrum“ tote Flüchtlinge, unter anderem eine mit ihrem zweijährigen Kind ertrunkene Syrerin, nach Berlin überführten und dort beisetzten. Parallel wurden vor dem Reichstag symbolische Gräber für die vielen toten Flüchtigen ausgehoben. Auch international  erzeugte die Aktion ein breites Medienecho, nachdem die Gruppe die Überführung der Leichen als "einzigen legalen Weg zur Einreise“ bezeichnet hatte, und somit starke Kritik an der deutschen Regierung äußerte. N24 berichtete auch über diese Aktion.

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