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Amoklauf in den USA Bewaffneter tötet drei Menschen in Abtreibungsklinik

Ist er ein radikaler Abtreibungsgegner oder gibt es ein ganz anderes Motiv? Ein Schütze verschanzt sich stundenlang in einer Abtreibungsklinik und schießt um sich. Am Ende ergibt er sich.

Nach stundenlangen Feuergefechten mit der Polizei ist ein Schütze an einer Frauenklinik im US-Staat Colorado festgenommen worden. "Der Verdächtige ist in Gewahrsam", sagte der Bürgermeister von Colorado Springs, John Suthers, am Freitag (Ortszeit) vor Journalisten. Damit sei die Lage unter Kontrolle, eine Gefahr für die Bürger von Colorado Springs bestehe nicht mehr. Allerdings müsse nun ein riesiger Tatort untersucht werden, fügte Suthers hinzu.

Behördenangaben zufolge wurde ein Beamter und zwei Zivilisten tödlich getroffen, mindestens neun weitere Personen wurden bei der Schießerei verletzt. Der Vorfall ereignete sich an einer Klinik der gemeinnützigen Organisation Planned Parenthood, in einigen ihrer Einrichtungen werden auch Abtreibungen vorgenommen.

Die Hintergründe waren zunächst unklar, in der Vergangenheit haben radikale Abtreibungsgegner in den USA allerdings wiederholt Anschläge verübt.

"Es war furchterregend"

Der Einsatz begann den Angaben zufolge, nachdem um 11.38 Uhr (Ortszeit, 19.38 Uhr MEZ) ein Notruf wegen Schüssen eingegangen sei. Die Polizisten hätten in der Klinik einen Schützen ausfindig gemacht. Der Schütze sei mit einem Gewehr bewaffnet und führe "Gegenstände" mit sich, bei denen noch geprüft werden müsse, ob es sich um Bomben handeln könnte, hieß es erst. Nach Angaben des Weißen Hauses wurde Präsident Barack Obama über den Vorfall unterrichtet.

A police vehicle is seen left with the doors open at a Planned Parenthood center at 3480 Centennial Boulevard after reports of an active shooter in Colorado Springs. (Foto: REUTERS)

Die Polizei sperrte die Gegend weiträumig ab, dem Nachrichtensender CNN zufolge wurde ein Einkaufszentrum abgeriegelt. Auf Fernsehbildern waren Fahrzeuge von Sondereinsatzkräften zu sehen. Eine Augenzeugin sagte CNN, dass sie mindestens zehn Schüsse gehört und beobachtet habe, wie ein Polizist getroffen worden sei. "Es war furchterregend", sagte Denise Speller, die in einem nahegelegenen Kosmetikstudio arbeitet. Beamte konnten den Täter letztlich zur Aufgabe überreden, wie Polizeisprecherin Catherine Buckley mitteilte.

Planned Parenthood bietet unter anderem Abtreibungen an und wird dafür von erzkonservativen Kreisen in den Vereinigten Staaten angefeindet. "Wir kennen noch nicht alle Umstände und Motive hinter diesem kriminellen Akt, und wir wissen noch nicht, ob Planned Parenthood das Ziel dieser Attacke ist", erklärte die Chefin von Planned Parenthood of the Rocky Mountains, Vicki Cowart, laut CNN. Polizeisprecherin Buckley wollte Spekulationen über die Hintergründe nicht kommentieren.

Abtreibungen sind in den USA hochumstritten

Der Supreme Court hatte vor 42 Jahren in einer Grundsatzentscheidung den Schwangerschaftsabbruch in den USA legalisiert. Seitdem kämpfen konservative Gruppen, Kirchen und Vertreter der republikanischen Partei dafür, die Entscheidung rückgängig zu machen.

Zielscheibe in der heftig geführten Debatte ist immer wieder Planned Parenthood. Die Republikaner im US-Kongress versuchten mehrfach, der gemeinnützigen Organisation die staatlichen Zuschüsse zu streichen. Im Juli veröffentlichten Abtreibungsgegner heimlich aufgenommene Videos, in denen Planned-Parenthood-Mitarbeiter angeblich über den Verkauf von Gewebe abgetriebener Föten zu Forschungszwecken sprachen.

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Radikale Abtreibungsgegner griffen in den vergangenen vier Jahrzehnten auch immer wieder zu gewaltsamen Mitteln. Die Nichtregierungsorganisation National Abortion Federation verzeichnete seit Mitte der 70er Jahre mehr als 200 Bomben- und Brandanschläge auf Abtreibungskliniken in den Vereinigten Staaten. Im Mai 2009 war im Bundesstaat Kansas der Abtreibungsarzt George Tiller erschossen worden.

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