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Anklage gegen Bill Cosby Staatsanwaltschaft wirft Komiker sexuelle Nötigung vor

Dutzende Frauen werfen Bill Cosby sexuelle Übergriffe vor. Jetzt muss der US-Komiker erstmals vor Gericht. Gegen ihn lägen "erdrückende" Beweise vor, so die Staatsanwaltschaft.

Der US-Komiker Bill Cosby ist des sexuellen Missbrauchs angeklagt. Er werde sich für einen Fall von 2004 verantworten müssen, sagte ein Staatsanwalt in Norristown in Pennsylvania. "Mr. Cosby hat das Opfer gedrängt, Pillen zu nehmen und Wein zu trinken. Danach war sie bewegungsunfähig und Mr. Cosby hat sie sexuell missbraucht", sagte der Staatsanwalt. Er revidierte damit die Entscheidung einer untergeordneten Behörde, die sich 2005 geweigert hatte, Anklage gegen Cosby zu erheben. 

Der Ankläger sagte weiter, die Beweislage sei "erdrückend". Es gehe nach den Gesetzen des Staates Pennsylvania um schwere sexuelle Nötigung. Die Frau hatte sich bereits nach dem Vorfall Anfang 2004 an die Polizei gewandt, damals hatte es aber keine Beweise gegeben. Ins Gefängnis muss Cosby vorerst jedoch nicht. Gegen eine Kaution von einer Million Dollar (915.000 Euro) bleibt der Komiker auf freiem Fuß.  Der 78-Jährige erschien in Begleitung seiner Anwälte im Gericht. Er trug eine graue Kapuzenjacke und ging am Stock. Er stimmte zu, mit der Klägerin nicht in Kontakt zu treten. Zur Anklage selbst äußerte er sich nicht. Sein nächster Gerichtstermin wurde auf den 14. Januar festgelegt.

"Im Sommer dieses Jahres haben wir neue Beweismittel bekommen und wir sind durch eine große Menge Material gegangen. Es gibt jetzt sehr viele Fakten, die die Vorwürfe untermauern", sagte der Staatsanwalt. Es ist das erste Mal, dass es eine Anklage gegen Cosby gibt, dem mehrere Frauen sexuelle Übergriffe vorgeworfen haben. Ihm drohen zehn Jahre Haftstrafe. Bislang wies der Star der früheren Sitcom "Die Bill Cosby Show" alle Vorwürfe stets zurück. Insgesamt mehr als 50 Frauen haben den einstigen Star der "Cosby Show" beschuldigt, sie unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht zu haben.

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