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Wintereinbruch in Deutschland Schnee und Glätte verursachen Hunderte Unfälle

Extreme Kälte sorgt in Teilen Deutschlands für Verkehrschaos. Ein Auto überschlägt sich bei Glätte auf der A9, der Fahrer stirbt. 85 Berliner Polizeiautos verweigern bei -10 Grad den Dienst.

Der Wintereinbruch in Teilen Deutschlands hat Autofahrern, Bahnreisenden und der Berliner Polizei zu schaffen gemacht. Nachdem Blitzeis einen IC im ostfriesischen Norddeich gestoppt hatte, mussten Hunderte Bahnpassagiere die ganze Nacht und den halben Morgen auf ihre Weiterfahrt warten. Sie erreichten den Zielort Köln schließlich mit 22 Stunden Verspätung.

Thüringen: Glätte fordert einen Toten

In Thüringen starb ein Autofahrer bei einem Unfall auf der Autobahn 9 (Hermsdorf - Leipzig). Sein Wagen geriet am Montagmorgen zwischen Bad Klosterlausnitz und Eisenberg wegen Glätte ins Schleudern, wie die Autobahnpolizei mitteilte. Das Fahrzeug kam von der Fahrbahn ab und überschlug sich. Der 58-jährige Fahrer wurde laut Polizei in seinem Wagen eingeklemmt und starb noch an der Unfallstelle. 

Im Kreis Saalfeld-Rudolstadt verletzte sich ein 19-jähriger Autofahrer schwer. Sein Wagen kam in Remda-Teichel auf glatter Straße von der Fahrbahn ab und krachte laut Polizei in die Leitplanke. Der junge Mann musste aus dem Wrack des Autos befreit und in ein Krankenhaus gebracht werden. Der Wagen wurde mit einem Kran geborgen. 

Schnee behinderte nach Angaben der Polizei landesweit den Berufsverkehr. Es habe mehrere kleinere Unfälle gegeben, sagte ein Polizeisprecher. In Südthüringen blockierten querstehende Lastwagen die Straßen.

Berlin: Polizeiwagen versagen den Dienst

Die klirrende Kälte legte fast jeden vierten Streifenwagen der Berliner Polizei zeitweise lahm. 85 Autos konnten am Montagmorgen nicht losfahren oder hatten Startschwierigkeiten, wie ein Polizeisprecher sagte. Ob es am Diesel oder eingefrorenen Filtern lag, sei noch nicht klar. Die Ursache werde noch untersucht. Überwiegend waren Fahrzeuge des Typs Opel-Zafira aus verschiedenen Baujahren im ganzen Stadtgebiet betroffen. Die insgesamt 344 Berliner Streifenwagen werden an polizeieigenen Tankstellen aufgetankt. Diese würden seit November mit Winter-Diesel beliefert. 

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) forderte umfangreiche Aufklärung. "Bei -10 Grad dürfen Funkwagen nicht ausfallen." Die aktuellen Polizeieinsätze am Montag hätten aber trotzdem ohne Probleme bewältigt werden können, sagte der Sprecher.

Norden: 300 Unfälle in 24 Stunden

Spiegelglatte Straßen machten vielen Niedersachsen und Bremern zu schaffen. In beiden Bundesländern kam es binnen 24 Stunden am Sonntag zu mehr als 300 Unfällen. Allein die Polizeidirektion Oldenburg meldete in einer ersten Bilanz 183 Unfälle. Bei 16 davon wurden Menschen verletzt. "Es hätte noch schlimmer kommen können", sagte ein Sprecher. Weil der Wintereinbruch auf einen Sonntag fiel, waren deutlich weniger Menschen mit dem Auto unterwegs als an Werktagen.

In Wismar traf eine vom Lastwagen gerutschte Eisplatte die Frontscheibe eines entgegenkommenden Autos und beschädigte diese stark. Die 51-jährige Pkw-Fahrerin erlitt leichte Gesichtsverletzungen, sie kam ins Krankenhaus, wie die Polizei mitteilte. Die Eisscholle hatte sich von dem fahrenden Lkw gelöst, der Fahrer hielt nicht an. Durch Zeugenaussagen wurde er ermittelt. Die Polizei wies darauf hin, dass Fahrzeuge vor Fahrtantritt von Schnee und Eis geräumt werden müssen.

Südwesten: Lastwagen blockieren Autobahn

Im Südwesten lösten Schnee und Glatteis am Montag mehrere Staus und Blechschäden aus. Auf der Autobahn 8 blockierten 20 Lastwagen beide Fahrspuren in Richtung Stuttgart, wie die Polizei mitteilte. Einige versperrten die Strecke für Streufahrzeuge. Die Sperrung dauerte mehrere Stunden. Auch in Fahrtrichtung München kam es auf der A8 zu Staus.

In mehreren Regionen im Südwesten gab es auf glatten Straßen Unfälle mit Blechschäden. Im Ostalbkreis sowie im Großraum Ulm gab es mehrere Blechschäden auf glatten Straßen. Auch in der Region um Tuttlingen krachte es wegen des Schneetreibens acht Mal. Eine Autofahrerin kam bei Trossingen (Landkreis Tuttlingen) mit ihrem Fahrzeug von der Straße ab und landete in einem Graben. Sie zog sich laut Polizei leichte Verletzungen zu.

Auf einer Bundesstraße in der Nähe von Meßkirch (Landkreis Sigmaringen) kollidierten zwei Lastwagen, einer der Fahrer wurde der Polizei zufolge leicht verletzt. In der Region um den Feldberg herrschte am Montag Schneekettenpflicht. Die Unfälle im Schwarzwald hielten sich aber in Grenzen. "Die Leute sind in der Regel gut auf das Wetter vorbereitet", sagte ein Polizeisprecher. Insgesamt wurden in der Schwarzwald-Region drei Personen bei Glätteunfällen leicht verletzt. Der nördliche Teil Baden-Württembergs blieb vom Wintereinbruch weitestgehend verschont. 

Bayern: Viele Unfälle bei Schnee und Glätte

Schnee und Glätte vor allem in Franken und Niederbayern haben am Montag zu vielen Verkehrsunfällen geführt. Allein in Niederbayern ereigneten sich bis zum frühen Nachmittag 105 witterungsbedingte Verkehrsunfälle - bei 23 davon gab es Verletzte. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) fielen in Franken am Montag sechs bis neun Zentimeter Schnee, dagegen blieben die Täler im Voralpenraum und den Skigebieten Oberstdorf und Garmisch überwiegend grün.

Eine 19-Jährige geriet in Oberfranken im Landkreis Lichtenfels wegen Glätte mit ihrem Wagen von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Sie erlitt schwere Kopfverletzungen.

Auf der Autobahn 73 bei Hirschaid (Landkreis Bamberg) kam ein 46 Jahre alter Sattelzugfahrer auf der schneebedeckten Fahrbahn nach rechts ab. Der mit etwa fünf Tonnen Kartonagen beladene Brummi fuhr eine Böschung hoch, kippte auf die linke Seite und blieb schließlich quer über die beiden Fahrbahnen liegen. Der Fahrer blieb unverletzt. Am Sattelzug entstand Totalschaden. 

Auf einer Bundesstraße bei Nürnberg-Boxdorf kippte ein Lkw samt Anhänger um. Die Ladung, zwölf Tonnen Metallspäne, verteilte sich über die Fahrbahn. "Ob es sich um einen Fahrfehler handelte oder die Glätte schuld an dem Unfall war, blieb unklar", sagte ein Polizeisprecher. In Mittelfranken zählte die Einsatzzentrale der Polizei insgesamt 100 Blechschäden. 

In Unterfranken kam auf der Autobahn 3 bei Weibersbrunn (Landkreis Aschaffenburg) ein mit Lebensmitteln beladener Sattelzug wegen winterlicher Straßenverhältnisse ins Schleudern. Der Lkw kippte auf die linke Seite und blieb entgegen der Fahrtrichtung liegen. Der Fahrer kam leicht verletzt in ein Krankenhaus. Die Autobahn war in Fahrtrichtung Würzburg stundenlang gesperrt. Die Höhe des entstandenen Schadens liegt bei mehreren Zehntausend Euro.

Hessen: Eisglätte löst Unfallserie aus

Eisglätte hat auf der Autobahn 66 von Hanau nach Fulda zu einer Unfallserie geführt. Dabei wurden nach Angaben der Autobahnpolizei in Petersberg mindestens drei Menschen verletzt, darunter auch ein Polizist, der einen Unfall absichern wollte. Es entstand ein Schaden von mehr als 37.000 Euro. Ein 33 Jahre alter Mann war kurz vor Fulda mit seinem Auto in den Straßengraben gerutscht. Dabei erlitt er leichte Verletzungen. Ein weiterer Wagen schleuderte gegen einen Lastzug. Der 44 Jahre alte Beifahrer in dem Auto brach sich dabei die Hand. Der 46 Jahre alte Polizist wurde von einer 18 Jahre alten Autofahrerin angefahren. Diese hatte die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren.

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Feuchte Atlantikluft kommt über Deutschland langsam nach Osten voran. Sie drängt die sibirische Kaltluft allmählich zurück. Aber an der Zweiteilung - Dauerfrost im Osten, Plusgrade im Westen - werde sich bis Freitag grundsätzlich nichts ändern, sagte Meteorologe Andreas Würtz vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Immer noch liege Deutschland zwischen einem starken Tiefdruckgebiet im Westen über dem Atlantik und einem stabilen Russland-Hoch im Osten - nach den Erfahrungen der Meteorologen ist eine solche Konstellation nicht selten im Winter. 

Wo milde, feuchte Luft und kalte, trockene Luft aufeinandertreffen, kann es gefährlich werden: Niederschlag fällt dort als Regen, Schneeregen, Schnee oder gefrierender Regen. Wenn Tropfen auf gefrorenen Boden fallen, kann sich Glatteis bilden.  Mit der markanten Luftmassengrenze wandert die Glatteisfront allmählich Richtung Osten. Am Dienstag werde diese Linie vom Emsland bis zum westlichen Erzgebirge liegen, am Donnerstag voraussichtlich von der Nordsee bis zur Lausitz reichen.

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