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Internationale Pressestimmen zu den Übergriffen in Köln "Deutschland wird erschüttert werden"

Die osteuropäische Presse nutzt die Übergriffe in Köln für die ohnehin aufgeheizte Asyldebatte. Ein weiteres Verdrängen deutscher Migrationsprobleme werde wie ein "Eitergeschwür" zerplatzen.

Nach den Übergriffen in Köln und anderen deutschen Großstädten kommt speziell aus den osteuropäischen Nachbarländern scharfe Kritik an Merkels "prekärer Asylpolitik". Von "Eitergeschwüren", die zu platzen drohen, ist in der bulgarischen "Duma" die Rede, während die slowakische "Sme" eine "Dämonisierung der Flüchtlinge" kritisiert. "Adevarul" aus Rumänien fürchtet, dass Rumänen irgendwann selbst wie Flüchtlinge behandelt werden.

"Lidove noviny", Tschechien

Die konservative Zeitung "Lidove noviny" aus Tschechien schreibt: "Die Ereignisse der Silvesternacht stellen das bisher stärkste Argument für Vorsicht bei der Aufnahme von Migranten dar. Es ist dies ein Argument, das den Graben zwischen "Xenophoben" und "Begrüßern" überbrückt. Bisher wurde uns gesagt, dass No-Go-Zonen, in denen das Gesetz nicht gilt, eine reine Erfindung seien. Jetzt sagte Justizminister (Heiko) Maas: "Es darf keine rechtsfreien Räume geben." Kämpft er also gegen eine nicht existierende Gefahr, gegen Windmühlen? Oder hat er die Ernsthaftigkeit der Probleme zugegeben?"

Mehr zum Thema: Der geheime Einsatzbericht der Kölner Polizei

"Duma", Bulgarien

Mit den Übergriffen auf Frauen in Köln befasst sich auch die sozialistische Oppositionszeitung "Duma" in Bulgarien: "Soweit verhalten sich die deutschen Politiker immer noch im Rahmen der sogenannten politischen Korrektheit, der Toleranz und des Multikulturalismus, während – wie die Stimmungen in den sozialen Netzen und die Reaktionen der Menschen zeigen – in der Gesellschaft die Spannungen ob des Vorfalls wachsen. (...) Wir sind eigentlich Zeugen davon, wie die neu eingetroffenen Migranten beginnen, ihre Regeln der einheimischen Bevölkerung aufzuzwingen (...). Der Vorfall zeigt auch, wie 1000 Menschen – organisiert oder nicht – eine Millionenstadt in Schrecken versetzen können, ohne Terroranschläge zu verüben. (...)

Das Verschweigen des Zusammenstoßes zwischen zwei derart unterschiedlichen Kulturen wird nichts Gutes bringen. Irgendwann wird das Eitergeschwür anschwellen und platzen. Jetzt aber ist Deutschland nicht erschüttert. Noch nicht. Wenn das passiert, werden wir alle es merken."

"Sme", Slowakei

Die liberale slowakische Tageszeitung "Sme" kommentiert die Konsequenzen aus den Übergriffen in Köln und Hamburg: "In den vergangenen Jahren kamen Millionen Menschen aus islamischen Ländern nach Europa und weitere sind wohl auf dem Weg hierher. An dieser Tatsache wird sich auch nichts ändern, wenn man sie jetzt zu dämonisieren beginnt oder wenn sie zur Zielscheibe für Zorn und Beschimpfungen werden. Notwendig ist jetzt, die zu integrieren, die schon da sind. Das heißt, ihnen ein Prosperieren zu ermöglichen und zugleich von ihnen das Akzeptieren europäischer Gesetze und Traditionen zu verlangen."

"Dennik N", Slowakei

Die liberale slowakische Tageszeitung "Dennik N" kommentiert die Übergriffen wie folgt: "Gewalt gegenüber Frauen verüben nicht nur Einwanderer. Das Einhalten von Normen muss aber von Flüchtlingen/Immigranten nicht nur deshalb konsequent eingefordert werden, weil es in unserem Interesse ist, sondern auch im Interesse der Mehrheit der Zuwanderer selbst. Es muss die Spreu vom Weizen getrennt werden: Gerade die anständigen Zuwanderer werden stets als erste für ihre gewalttätigen und unehrenhaften Landsleute büßen müssen."

"Adevarul", Rumänien

Die liberale rumänische Tageszeitung "Adevarul" thematisiert die möglichen Folgen für den Schengen-Raum und die Reisefreiheit in Europa: "Schritt für Schritt wird sich die bisher gegen Flüchtlinge gerichtete Rhetorik gegen Migration wenden. Man darf sich nicht wundern, wenn es den Schengen-Raum nicht mehr geben wird, wenn Sicherheitsmaßnahmen verstärkt und Visa verlangt werden. Und wo werden wir (Rumänen) dann stehen? Auf welcher Seite des Zauns? Wird es euch gefallen, wenn Rumänien draußen bleibt und wir ebenso wie die Flüchtlinge behandelt werden?"

"De Standaard", Belgien

Die belgische Zeitung "De Standaard" kommentiert die Folgen der sexuellen Übergriffe auf Frauen in Köln: "Die dramatischen Geschehnisse haben die ohnehin schon prekäre Asylpolitik von Angela Merkel noch weiter unterminiert. Aus ihrer Regierung kommen nun Aufrufe, das eine nicht mit dem anderen zu vermischen. Das ist vielleicht verständlich, aber Aufrufe zur Ruhe können die gerechtfertigte Empörung nicht unterdrücken. Das würde den Opfern nicht gerecht werden und die gesellschaftliche Debatte vergiften. ... Merkel und mit ihr alle europäischen Führer müssen zähneknirschend zur Kenntnis nehmen, dass ihre populistischen Herausforderer mit jedem derartigen Vorkommnis stärker werden. Die Probleme waren schon vorher sehr groß, nun wird der Kampf noch schwieriger."

"Der Standard", Österreich

Zur Debatte schreibt die österreichische Tageszeitung "Der Standard" in Wien: "Politik und Polizei werden sich angesichts dieser neuen Dimension von Bedrohung rasch Maßnahmen überlegen müssen. Dies aber sollte mit kühlem Kopf geschehen und nicht unter Druck des Volkszorns. (...) Auch wenn Integration an einigen Stellen verbesserungswürdig oder gar gescheitert ist, in weiten Teilen funktioniert sie. Wer Flüchtlinge aufgrund dieser Vorfälle nun pauschal als kriminelle Sexmonster verunglimpft, die es auf deutsche Frauen abgesehen haben, der reagiert genauso unsinnig und dumm wie jemand, der Kritiker von Merkels Asylpolitik einfach nur als Nazis abqualifiziert."

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