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"Naiv, dumm, weltfremd" "Gutmensch" ist das Unwort des Jahres

Rechte Strömungen haben auch 2015 das "Unwort des Jahres" geprägt: Die Jury in Darmstadt entschied sich für "Gutmensch". Das Wort verhindere jeden "demokratischen Austausch von Sachargumenten".

"Gutmensch" ist das "Unwort des Jahres 2015". Das teilte die Sprecherin der "Unwort"-Jury, die Sprachwissenschaftlerin Nina Janich, in Darmstadt mit. Das Schlagwort in Zusammenhang mit der Flüchtlingshilfe diffamiere "Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischen Imperialismus", hieß es zur Begründung. Die Aktion gibt es seit 1991. "Gutmensch" ist damit das 25. "Unwort".

"Die Verwendung dieses Ausdrucks verhindert einen demokratischen Austausch von Sachargumenten", sagte Janich. Der Ausdruck "Gutmensch" wurde 64 Mal und damit am dritthäufigsten eingesendet.

Von der "Lügenpresse" bis zum "Opfer-Abo"

Schon im letzten Jahr hatten rechte Strömungen das "Unwort des Jahres" vorgegeben: "Lügenpresse" war und ist weiterhin eine beliebte Parole auf Anti-Islam-Kundgebungen der Pegida-Bewegung. 2013 wurde das Wort "Sozialtourismus" gewählt, 2012 "Opfer-Abo", 2011 "Döner-Morde".

Neben dem "Unwort des Jahres" gibt es auch das "Wort des Jahres". Dieser Begriff wird unabhängig von der sprachkritischen Jury mit ihrer Sprecherin in Darmstadt von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden gewählt. Für 2015 entschied sie sich für den Begriff "Flüchtlinge". Diese Bezeichnung sei im deutschen Wortschatz stark verankert, hieß es zur Begründung. Das Wort "Flüchtlinge" bringe die zentrale gesellschaftliche Diskussion auf den Punkt. 

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