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Experten fordern Maßnahmen Wolf soll Jogger in Niedersachsen verletzt haben

In Niedersachsen soll ein Wolf einen Jogger verletzt haben. Obwohl es keine Attacke auf Leib und Leben gewesen soll, fordert ein Wolfsberater nun Konsequenzen. Ein Nabu-Experte ist skeptisch.

Ein Wolf soll im niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg einen Jogger leicht an der Hand verletzt haben. Bislang ist kein Fall bekannt, bei dem ein Mensch seit Rückkehr der Wölfe in Deutschland durch die Raubtiere zu Schaden kam.

Nach Informationen der Lüneburger "Landeszeitung" war der Jogger im Gartower Forst unterwegs. "Plötzlich hat einer der Wölfe die Hand des Mannes berührt", fasste Wolfsberater Peter Burkhardt die Angaben des Joggers zusammen. Weil er Kopfhörer trug, soll er zwei Jungwölfe zunächst nicht bemerkt haben. "Der Mann hat die Hand weggerissen, dabei ist durch den Kontakt mit einem Wolfszahn ein Riss im Daumen entstanden." Dann habe der Jogger die Wölfe mit Schreien, Tritten und Ästen vertreiben können. Die Begegnung soll sich am ersten Weihnachtstag ereignet haben.

"Akzeptanz sichern"

"Im Nachklang bei der Protokollierung des Vorfalles sah der Jogger mir gegenüber die Wölfe als eher spielerisch an", betonte Burkhardt. Es sei keine Attacke auf Leib und Leben gewesen. Trotzdem forderte Burkhardt deutliche Maßnahmen, falls sich der Vorfall bestätigen oder gar wiederholen sollte.

"Ich denke, man sollte die ganz wenigen Ausreißer im Verhalten erschießen, um die Akzeptanz für alle anderen Wölfe in der Bevölkerung zu sichern." Mit dem Vorfall sei eine Qualität erreicht, die eine deutliche Reaktion erfordere. "Weil die Wölfe bei uns nie gelernt haben, sich von Menschen fernzuhalten, werden sie immer zudringlicher", warnte Burkhardt.

Bislang sei noch kein Mensch seit Rückkehr der Wölfe verletzt worden, betonte Wolfsexperte Markus Bathen vom Naturschutzbund Nabu. "So etwas ist bundesweit noch nicht vorgekommen", hieß es auch beim Wildbiologischen Büro Lupus.

"Weil es das erste Mal wäre, ist man grundsätzlich skeptisch", sagte Nabu-Experte Bathen. "Bei anderen Begegnungen hat sich gezeigt, dass es sich um Hunde handelte."

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Nur in begründeten Ausnahmefällen könne ein Wolf abgeschossen werden, so Bathen. Zuvor müssten aber unabhängige Experten eindeutig belegen, dass die betreffenden Tiere zur Gefahr geworden seien.

"Der Mann ist sich sicher, dass es keine Hunde waren", sagte dagegen Burkhardt. "Er hat die beiden Tiere als zwei Jungwölfe aus dem Wurf vom letzten Jahr beschrieben." Der Vorfall habe sich tief im Wald von Gartow ereignet, betonte Burkhardt. "Da haben wir noch nie frei laufende Hunde gesehen." Das niedersächsische Umweltministerium wollte sich noch an diesem Mittwoch dazu äußern.

Bundesweit sollen fast 400 freilebende Wölfe unterwegs sein, mindestens 70 von ihnen leben nach Angaben der Landesjägerschaft in Niedersachsen.

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